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Und die erste Kirsche isst er immer noch sofort: Brunhilde und Elmar Roidl aus Puchheim kommen mit ihrem Enkel Paul (sechs Jahre) gerne nach Rottbach.

Selber pflücken in Rottbach

Mit ihnen ist gut Kirschen essen

  • VonHans Kürzl
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Selbst machen ist ein Erlebnis – selber pflücken auch. Bei den Kirschen von Helmut Schmutz in Rottbach darf man sogar ein klein wenig naschen und probieren, was man vom Baum holt.

Dabei muss man sich nicht einmal übermäßig anstrengen. Es ist fast so bequem wie im Supermarkt, wo man alles auf Griffhöhe hat. Den Vergleich lässt Helmut Schmutz gelten: Er achtet sehr sorgsam darauf, dass man sich auf den über drei Hektar seines Feldes nahe des Maisacher Ortsteils Rottbach nirgends arg strecken muss, um an das süße Obst zu kommen. Doch dann hört sich’s mit den Gemeinsamkeiten auf. In einem Supermarkt könnten die Lieferanten noch so schnell arbeiten, die Früchte würden mindestens drei Tage alt sein. „Hier ist alles frisch“, betont der Landwirt.

Gerade die Städter würden so etwas zu schätzen wissen, freut sich der 57-Jährige. Viele Münchner würden zu seinen Stammkunden zählen, auch Brunhilde und Elmar Roidl aus Puchheim gehören dazu. „Das ist alles sehr lecker, deswegen kommen wir immer wieder gerne“, erzählt Brunhilde Roidl. Manchmal nehmen sie auch ihren sechsjährigen Enkel Paul mit. Dessen Kommentar fällt ebenso kurz wie vielsagend aus: „Mmmmh“, sagt er und schiebt sich eine der Kirschen in den Mund.

Helmut Schmutz: So hoch sind die Bäume maximal.

Probieren ist bei Schmutz durchaus erlaubt. „Nur halt nicht zu viel“, sagt der Obstbauer. Denn abgerechnet wird nach dem Gewicht der gepflückten Kirschen. Da wären dann die Kunden benachteiligt, die ehrlich pflücken. Das Ehepaar Roidl aus Puchheim braucht eine ganze Menge der süßen Früchte, daraus soll zu Hause Marmelade gemacht werden. „Die wird genauso lecker wie die Kirschen“, erklärt Enkel Paul.

Schmutz sieht das als Anerkennung für sein Konzept. Seit 2001 betreibt er das Kirschbaumfeld, daneben steht noch eine Heidelbeerplantage. Manchmal würden Besucher nachfragen, ob er sein Angebot nicht auf weitere Obstsorten ausdehnen wolle, berichtet Schmutz. Doch er will nicht und begründet das mit einem Vergleich zur Gastronomie: „Eine kleine gut ausgesuchte Speisekarte beweist Qualität.“ Es sei angesichts der Unwägbarkeiten der Natur sowieso schon immer eine Herausforderung, genügend Obst anbieten zu können. Im Vorjahr hätte man nach drei massiven Frostnächten zu kämpfen gehabt. „Dass wir dann noch eine passable Ernte hatten, war ein Wunder.“ Beklagen würden er und seine Frau Erika sich aber nicht. Man müsse die Natur als einen Teil der Schöpfung begreifen.

Öffnungszeiten können über ein Infotelefon erfragt werden: (0 81 35) 86 67. Im Internet gibt’s Infos auf www.pflueckspass.de.

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