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Gernlinden: Die Fuß- und Radwegüberführung über die Gleise wird neu gebaut.

ÖPNV

Mobilitätsstationen: Maisach nimmt vorerst Abstand

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In der Gemeinde werden keine Mobilitätsstationen gebaut – zumindest nicht in diesem Jahr. 

MaisachDer Gemeinderat hat entschieden, vorerst nicht beim landkreisweiten Projekt einzusteigen. An den Stationen soll mit Leihrädern und Car-Sharing an die klassischen ÖPNV-Angebote (Bus, S-Bahn, Bahn, Ruftaxi) angeknüpft werden.

Die Absage hat mehrere Gründe: Zum einen stehen das Maisacher und das Gernlindener Bahnhofsumfeld vor einer Umgestaltung, zum anderen sollen sich die Bürger erst an die neuen Busse gewöhnen. Und schließlich sind die Kosten zu hoch: Die 16 geplanten Stationen in der Kommune hätten insgesamt fast 600 000 Euro gekostet.

Im März 2019 hatte das Gremium beschlossen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Damals waren aus der zuständigen Fachstelle des Landratsamts 16 Stationen zur Abstimmung vorgelegen. Aber keine Informationen zu Kosten und Zuschüssen. Die lagen nun nach Ortsbegehungen auf dem Tisch. Die 16 Stationen würden bis zu 400 000 Euro kosten. Dazu kommen Ausgaben für Tiefbaumaßnahmen. Zwar wird hier mit einer staatlichen Förderung von 40 Prozent gerechnet. Bei der Gemeinde blieben aber immer noch rund 200 000 Euro hängen.

Die Betriebskosten muss die Kommune komplett tragen. Das wären mindestens weitere 100 000 Euro. Die Gemeinde kommt nämlich für das Defizit auf, wenn zum Beispiel Leihräder nicht oft genug genutzt werden.

Bahnhof soll umgestaltet werden

Im Gemeinderat wurde aber vor allem betont, dass man vor einer eventuellen Umsetzung des Projekts einige Planungen abwarten will. Wie berichtet soll das Maisacher Bahnhofsareal umgestaltet werden. Es ist sogar ein größerer Busbahnhof vorgesehen. Denn momentan gibt es am Maisacher S-Bahnhof nur eine Bus-Haltestelle. Bevor feststeht, wie es dort weitergeht, will man nicht eine Station bauen – die dann vielleicht bald verlegt werden müsste. Und in Gernlinden wird wie berichtet die Fuß- und Radwegüberführung über die Gleise neu gebaut.

Zwar sind beide Projekte auch 2021 nicht abgeschlossen. Aber vielleicht können die möglichen Stationen dann in Baukonzepte eingearbeitet werden.

Abwarten heißt es zudem wegen der Busse. Die Gemeinde hat gerade die neuen Linien 872 (Maisach) und 875 (Gernlinden) gestartet. Kostenpunkt pro Jahr: rund 350 000 Euro. Die Bürger müssten sich erst an das erweiterte Angebot gewöhnen und es annehmen, hieß es. Ein weiterer Grund ist, dass Maisach heuer mit einem eigenen Car-Sharing-Konzept loslegen möchte.

Der Gemeinderat beschloss, dass das Projekt wieder im Herbst diskutiert werden soll. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) betont im Gespräch mit dem Tagblatt, dass man zuerst Stationen an den Hotspots bauen wolle. Also an den Bahnhöfen: „Mobilität beginnt vom Bahnhof weg.“ Man wolle aber lieber warten, als vorschnell eine provisorische Lösung umzusetzen. Maisach werde sicher nicht das gesamte Konzept verwirklichen. In kleineren Ortsteilen mache eine Leihradstation schlicht keinen Sinn. Gleichwohl sei es gut, dass zum Einstieg die gesamte Gemeinde einbezogen worden sei. 

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