Maisach

Nach Unfall: Muss Apfelfeld sicherer werden?

Maisach – Anfang Oktober ist ein Auto in das Apfelfeld an der Straße zwischen Germerswang und Frauenberg gerollt. Der Unfall ging glimpflich aus. Dennoch will Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU), dass die Stelle sicherer wird: „Ich sehe Gefahrenpotenzial.“

Der Planungs- und Bauausschuss beschäftigte sich kürzlich mit der Sacheund mit Seidls Vorschlägen. Einen Beschluss für eine Leitplanke oder das Versetzen der Verkaufshütte fasste das Gremium zwar nicht. Aber der Inhaber der Plantage, die Firma Wolf aus Ebersried (Landkreis Dachau), muss mehr Parkplätze schaffen, so dass Apfelpflücker und -einkäufer nicht mehr über die Kreisstraße FFB 1 laufen. Und die Firma soll sich überlegen, wie sie auch sonst für mehr Sicherheit ihrer Kunden sorgen könnte.

Bei dem Unfall war ein 81-Jähriger aus Versehen auf das Gaspedal seines Automatik-BMWs gekommen, der dann auf die Menschenmenge auf dem Feld zurollte. Der BMW durchbrach einen Zaun, wurde aber von einem geparkten VW gestoppt. Ein Schüler und eine Seniorin verletzten sich leicht, als sie zur Seite sprangen.

Bürgermeister Seidl bekam das quasi live mit. Er traute gerade einen Maisacher Feuerwehrler, als plötzlich die Piepser der Kameraden losgingen. Die erste Ansage lautete „Auto in Menschenmenge“ – die Aufregung war groß. „Dann kam Gott sei Dank die Entwarnung von einem Germerswanger Feuerwehrler, dass nichts passiert ist“, berichtet Seidl. Die Trauung ging wie geplant weiter.

„Wir waren auch sehr schockiert“, sagt Firmeninhaber Manfred Wolf. „Es war ein Glücksfall, dass das Auto dorthin gerollt ist, wo in dem Moment keine Menschen standen.“ Er betont aber auch, dass der BMW schon auf dem Parkplatz stand, als es passierte. „Das kann auf jedem Supermarkt-Parkplatz und eigentlich überall passieren, dass ein Auto durch ein Versehen losrollt oder mit Karacho in die falsche Richtung fährt.“

Manfred Wolf versteht die Aufregung um den Unfall – schließlich sei auch seine ganze Familie erschrocken gewesen. Dennoch wisse er nicht, was er verändern solle: „Dann müsste man ja jedes Erdbeerfeld prophylaktisch sicherer machen.“

Der Rathauschef schlägt jedenfalls vor, den Verkaufsstand, an dem die Pflücker auch zahlen, zu versetzen – weiter weg von der Straße. Auch eine Leitplanke oder nur ein paar Felsbrocken könnten die Menschen auf dem Feld absichern. Darüber soll bei der Firma Wolf nachgedacht werden.

Umgesetzt werden müssen mehr Parkplätze. „Am Feld muss eine größere Parkfläche geschaffen werden“, sagt Seidl. „Ich möchte nicht, dass die Leute an der Kreisstraße entlang oder über die Kreisstraße laufen.“ Dem stimmt Manfred Wolf zu. Man habe schon vor dem Unfall beschlossen, mehr Parkflächen zu schaffen. Nach dem Umbau der Kreuzung sei es einfach enger geworden. Andererseits seien weiter hinten am Feldweg fast immer Plätze frei.

Die Apfelplantage gibt es schon seit 20 Jahren. Der Familienbetrieb Wolf hat die Fläche von einem Frauenberger Landwirt gepachtet. Sicherheitsprobleme oder gar Unfälle gab es laut Seidl und Wolf noch nie. „Aber heuer war auf dem Feld besonders viel los“, sagen beide. Mittlerweile sind alle Äpfel gepflückt, das Feld ist verwaist. Nach dem Unfall war aber noch zwei Wochen lang Freitag und Samstag geöffnet. (zag)

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