Hans Fischer ist im Alter von 88 Jahren gestorben.
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Hans Fischer ist im Alter von 88 Jahren gestorben.

Nachruf

Der weiße Sport faszinierte Hans Fischer

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Hans Fischer gründete die Tennisgemeinschaft Germerswang und kümmerte sich um den Nachwuchs. Jetzt ist er mit 88 Jahren gestorben.

Germerswang – Lange bevor Boris Becker und Steffi Graf dem Tennis in Deutschland zu nie dagewesener Popularität verhalfen, hatte Hans Fischer den weißen Sport für sich entdeckt. Schon damals gab es Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern Fitness-Angebote machten. Hans Fischer, in den 1960er-Jahren aus Murnau nach Germerswang gekommen, arbeitete bei einer Firma in Emmering, die über einen eigenen Tennisplatz verfügte.

Fischer war damals Anfang 30 und bald genauso tennisverrückt wie sein Chef. Auch seinen Nachbarn Wolfgang Leiderer steckte der Germerswanger mit seiner Leidenschaft an. Das Vorhaben, in dem 400-Einwohner-Dorf einen Tennisverein zu gründen, mag im ersten Moment abwegig gewirkt haben. Doch als auch der örtliche Gastwirt Martin Bichl mit ins Boot kam und ein Grundstück zur Verfügung stellte, kam das Ganze ins Rollen.

Per Rundbrief lud das Tennis-Trio das ganze Dorf zur Gründungsversammlung ein. Tatsächlich trugen sich am 3. Juni 1970 rund 30 Leute in die Mitgliederlisten ein. Die Tennisgemeinschaft Germerswang (TGG) war geboren.

Mitgliederzahl wächst von 30 auf 200

Zu Zeiten von Becker und Graf hatte sich die Mitgliederzahl verzehnfacht. Heute – lange nach dem Abschied der beiden Tennisgrößen vom aktiven Sport – hat sie sich bei rund 200 eingependelt.

Manche kommen bis aus München, um in der idyllischen Umgebung des Maisacher Ortsteils Bälle zu wechseln. Mittlerweile stehen dafür fünf Tennisplätze zur Verfügung, dazu ein Vereinsheim und ein separates Gebäude mit Umkleiden und Sanitäranlagen.

Hans Fischer führte bis 1975 den Vorsitz der TGG. Nebenbei machte er den Trainerschein und begann, sich intensiv um die Nachwuchsarbeit zu kümmern. Dazu gehörte auch die Gründung einer Gymnastikgruppe.

Bis ins hohe Alter blieb Hans Fischer dem Verein verbunden

Bis ins hohe Alter blieb der zweifache Vater und dreifache Großvater seinem Verein verbunden. Er freute sich, als ihn im vergangenen Jahr zwei Vorstandsmitglieder in seiner Seniorenresidenz in Karlsfeld (Landkreis Dachau) besuchten, um ihn für eine Vereinschronik zu interviewen. Zum Ehrenmitglied hatte man ihn längst ernannt.

Bei der 50-Jahr-Feier, die heuer angestanden wäre, hätte der Vater des Vereins noch einmal besonderen Dank und Anerkennung erfahren sollen. Doch Corona machte allen Feierlichkeiten einen Strich durch die Rechnung. Wenn sie irgendwann nachgeholt werden, wird Hans Fischer nicht mehr dabei sein. Er wurde 88 Jahre alt.

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