Biodiversitätsprojekt 

Naturschutz im Fußbergmoos wird beflügelt

Es gibt nur noch wenige zusammenhängende Moorgebiete in der Münchner Schotterebene. Genug Platz hat die Natur aber noch im Palsweiser Moos (Gemeinde Bergkirchen, Landkreis Dachau) und im Fußbergmoos (Gemeinde Maisach). Dort werden Schutzgebiete erweitert.

Maisach Im Palsweiser Moos läuft das Naturschutzprojekt seit 2013. Jetzt wurde es nach drei erfolgreichen Jahren verlängert und ins Fußbergmoos ausgeweitet. Landkreis- und verbandsübergreifend kooperieren der Bund Naturschutz (BN) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Der Agraringenieur Andreas Fuchs ist seit drei Jahren im Palsweiser Moos unterwegs. Nun betreut er auch das Fußbergmoos mit. Er kümmert sich darum, dass die Flächen optimale Bedingungen für seltene Tier- und Pflanzenarten bieten. Die Kreuzotter zum Beispiel, die in Erdhöhlen überwintert. Oder der Riedteufel, eine der seltenen Schmetterlingsarten, die im Palsweiser Moos und noch zahlreicher im Fußbergmoos zu Hause sind.

Für die Pflegetrupps der Naturschutzverbände im Moos sind Herbst und Winter die arbeitsreichste Zeit. Nach der Mahd der Pfeifengraswiesen im Spätherbst wurden bis Ende Februar Teile des Moores entbuscht, um den Lebensraum von Kreuzotter, Riedteufel und Co. zu erhalten. Schon seit Jahren mähen Helfer des Bund Naturschutz Flächen im Palsweiser Moos. Dort ist auch der Landschaftspflegeverband Landkreis Dachau aktiv.

Im Fußbergmoos hat der Landesbund für Vogelschutz des Brucker Landkreises auf 14,5 Hektar die Pflege übernommen. Dank der Pflegemaßnahmen sind Arten wie der Riedteufel, die Sibirische Schwertlilie und Prachtnelke mit stabilen Populationen anzutreffen. Der Baumpieper brütet wieder regelmäßig im Fußbergmoos.

Um die Lebensräume der seltenen Arten weiter zu vergrößern und zu sichern, haben die Gemeinde Bergkirchen und der Bund Naturschutz in Bayern mit den Kreisgruppen Dachau und Fürstenfeldbruck die Trägerschaft für das Bayern-NetzNatur- und Biodiversitätsprojekt Palsweiser Moos und Fußbergmoos übernommen. So wurden im Palsweiser Moos 9,2 Hektar angekauft, wodurch nun insgesamt 22 Hektar für den Naturschutz gesichert sind.

Auch wenn sie in zwei Landkreisen liegen: Das Palsweiser- und das Fußbergmoos gehören zusammen. Daher war die Ausdehnung des Projekts logisch. Die beiden Reste des „Maisacher Mooses“, das sich einst von Maisach bis Bergkirchen erstreckte, bilden zusammen einen der größten noch zusammen hängenden Niedermoorkomplexe in der Schotterebene.

Andreas Fuchs soll nun auch im Fußbergmoos Grundeigentümer und Landwirte für eine freiwillige Kooperation gewinnen. Dabei soll vor allem versucht werden, durch Pflegevereinbarungen, Pacht und – soweit möglich – Ankauf zusätzliche Flächen für den Naturschutz zu gewinnen. Die Landwirte wurden bereits informiert, dass sie eine Förderung bekommen, wenn sie durch Naturschutzmaßnahmen Ertragseinbußen haben. Fuchs leitet auch Führungen durch das Gebiet. Das Projekt läuft bis Juli 2019.

Exkursion

Andreas Fuchs leitet am Samstag, 15. Juli, eine Exkursion durchs Fußbergmoos. Treffpunkt ist um 17 Uhr an der Moosalmstraße, nahe der früheren Gaststätte Moosalm. Veranstalter sind die Kreisgruppen von BN und LBV. Anmeldung bei Eugenie Scherb unter der Telefonnummer (0 81 41) 7 28 92.

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