In die jetzige Halle regnet es immer wieder hinein. Das Dach ist längst nicht mehr dicht.

Viele Gründe für Kostensteigerung

Neue Halle kostet über elf Millionen Euro

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Der Neubau einer Dreifach-Turnhalle mit Versammlungsstätte an der Orlando-di-Lasso-Realschule in Maisach wird teurer und teurer. War man zunächst von rund acht Millionen Euro ausgegangen, so liegt der Kostenrahmen nun schon bei über elf Millionen Euro. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Maisach/Fürstenfeldbruck – „Das wird eine gigantisch teure Turnhalle“, sagte Landrat Thomas Karmasin im Kulturausschuss des Kreistags. Die Erhöhungen seien allerdings allesamt gut begründet. „Was mich aber drückt: Dass eine Turnhalle überhaupt acht Millionen Euro kostet, das verstehe ich nicht.“ Die Kreisverwaltung begründet die Kostensteigerung anhand verschiedener Entwicklungen. So wurde der Raumbedarf samt Brandschutz mittlerweile genau ermittelt, was rund zwei Millionen Euro mehr an Ausgaben bedeutet.

Hintergrund: Um den Anforderungen des Schulbetriebs gerecht zu werden, aber auch um die Erfordernisse der Nutzer der Versammlungsstätte (Vereine, Gemeinde) zu erfüllen, wurde die Grundfläche um rund 12,6 Prozent vergrößert. Die Außenanlagen werden entsprechend größer, auch die Abbrucharbeiten für die alte Halle kosten mehr als zunächst gedacht.

Dazu kommt, dass die Realschule das Inklusionsprofil „Hörgeschädigte“ hat. Das muss auch bei der Turnhalle berücksichtigt werden. Eingebaut werden daher unter anderem eine spezielle Decke, Induktionsschleifen im Boden und schallabsorbierende Trennvorhänge. Das macht rund 370 000 Euro aus. Außerdem neu gegenüber dem ersten Ansatz: Auf dem geneigten Blechdach soll eine 300 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage entstehen, die rund 155 000 Euro kosten wird. Und es sollen auch mehr Parkplätze als zunächst geplant entstehen, was wieder 231 000 Euro verschlingt.

Finanzreferent Johann Thurner (FW) hinterfragte die Kosten für die Inklusion. Diese sei dem Kreis vom Gesetzgeber aufgedrückt worden, also müsse auch der Grundsatz gelten: Wer anschafft, der zahlt. Wie Kämmerin Margret Scholl sagte, gebe es keine konkreten Fördermittel für die Inklusion. Eine Anfrage diesbezüglich laufe aber.

Klaus Wollenberg (FDP) warnte davor, dass das Dach wegen der Photovoltaik-Anlage undicht werden könnte. In diesem Falle werde das Dach für die Anlage nicht angebohrt, versicherte Bauamtschef Axel Schuhn, der auch betonte, dass an jedem Bau etwas passieren könne. Am Graf-Rasso-Gymnasium, auf das Wollenberg sich bezogen habe, gebe es mehrere Gründe für die Tropfstellen. Weil Christina Claus (Grüne) betonte, dass sich eine Photovoltaikanlage nicht nur monetär rentiere, unterstrich Wollenberg seine Haltung. Das eigentliche Problem bei der Energiebilanz bestehe darin, dass die „Leute kreuz und quer“ durch den Kreis fahren. Da sei eine solche Anlage nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so Wollenberg.

Landrat Thomas Karmasin lästerte, dass die gefühlte und die tatsächliche Amortisation von Solaranlagen weit auseinanderklafften, während die Politik über „gefühlt“ schon froh sei. Schuhn betonte: Die Anlage werde sich in zehn Jahren finanziell ausgeglichen haben. Karmasin meinte dazu: Früher sei die Amortisation von Solaranlagen immer auf 28 Jahre geschätzt worden. Kürzere Zeiträume seien offenbar erst möglich, „seit sie aus China kommen“.

Die Halle mit den genannten Änderungen wurde einstimmig auf den Weg gebracht. Auch der Kreistag hat inzwischen zugestimmt. Nun beginnt die konkrete Planung. Aufgrund ihrer Wünsche (Versammlungsstätte etwa) wird sich die Gemeinde Maisach mit rund 1,3 Millionen Euro beteiligen.

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