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Grundeigentümer müssten bei Sanierung mitzahlen 

Neue Mitte, alte Straßen – was nun?

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Maisachs neue Mitte ist fast fertig – zumindest die Gebäude. Doch was ist mit den Straßen? Die innerörtliche Achse wird bald zur Ortsstraße abgestuft und soll neu gestaltet werden. Doch wie?

Maisach – Das Thema taucht immer wieder auf, auch im Zusammenhang mit der geplanten Umfahrung. Denn sobald der Verkehr südlich an Maisach vorbeirollt, werden die Aufkirchner-, Bahnhof- und Hauptstraße von einer Staats- zur Ortsstraße abgestuft. Weil dadurch dort – so hoffen alle – weniger Autos unterwegs sind und die Gemeinde die Planungshoheit erhält, sollen die Achsen umgestaltet werden: bessere Verkehrsführung, mehr Grün und Aufenthaltsflächen, mehr Platz und Sicherheit für Radler und Fußgänger.

Über diese Ziele ist sich der Gemeinderat einig. Doch der Weg dahin ist noch offen. Ende 2016 hatte es bereits eine Versammlung der Grundstückseigentümer gegeben. Klar ist, dass der Staat, wenn er die Straßen an die Kommune abgibt, einen Ablösebeitrag zahlen muss, den die Gemeinde zur Sanierung der Straßen (Fahrbahn und Unterbau) verwendet.

Die noch nicht komplett hergestellten Straßenabschnitte sollen in einem Zeitraum von zwei bis acht Jahren ausgebaut werden. Hier müssen nun die Grundeigentümer, die bisher noch nicht herangezogen wurden, 55 Prozent der Kosten für etwaige Gehwege sowie je 35 Prozent für Straßenbeleuchtung und Entwässerung tragen – die Anteile, die sie auch jetzt bei der Staatsstraße getroffen hätten.

Nun hatten die Grünen einen Antrag eingereicht. Sie wünschen sich einen Ideenwettbewerb von Planern zur Gestaltung der Haupt- und Bahnhofstraße vom Kreisverkehr an der Überackerstraße bis zum S-Bahnhof. Dabei sollten auch interessierte Bürger einbezogen werden.

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) mahnte, dass bei der Diskussion immer zu bedenken sei, dass die Anwohner die Straßenumgestaltung mitzahlen müssen. Daher wollte er die Maisacher nicht von Anfang an einbeziehen. „Sonst kommen dann tolle Vorschläge anderer Bürger, die dann die Grundeigentümer zahlen müssen.“

Nach längerer Diskussion wurde das weitere Vorgehen wie folgt einstimmig beschlossen: Die Verwaltung macht sich auf die Suche nach geeigneten Fachleuten. Laut Bauamtsleiterin Michaela Meinhold wäre auch die Kombination aus einem Straßen- und einem Landschaftsplaner möglich. Zugleich definiert der Gemeinderat die groben Vorgaben. Innerhalb dieser soll dann jedes Büro mehrere Entwürfe einreichen, die dann speziell in einer Anwohnerversammlung und anschließend mit der ganzen Bürgerschaft diskutiert werden. Von der Seiten der Verwaltung werden aber nochmals vertieft Möglichkeiten der Städtebauförderung und der Umgestaltung in einem Sanierungsgebiet geprüft. Beides würde Grundeigner und Kommune finanziell entlasten.

Josef Hutter (FW) fand das Ganze verfrüht. Außerdem müsse seiner Meinung nach an Haupt- und Bahnhofstraße nicht viel verändert werden. Bürgermeister Seidl widersprach in beiden Punkten: Schon für die Planung brauche man mindestens ein- bis eineinhalb Jahre. „Und wenn die Umfahrung fertig ist, muss mit der Hauptstraße etwas passieren.“

Fünf Gemeinderatsmitglieder dürfen nicht mitdiskutieren und auch nicht abstimmen, weil sie selbst Grund an der Haupt- oder Bahnhofstraße besitzen. Xaver Hirsch (CSU) durfte deshalb erst unter „Verschiedenes“ sprechen. Er stellte den Antrag, dass auch die Alte Brucker Straße, die eine Verbindung zur Südumfahrung bekommt, mit überplant wird. Der Gemeinderat wird darüber demnächst befinden. Der Antrag hatte eine gewisse Brisanz: Ursula Gessner, deren Grüne die Haupt- und Bahnhofstraße ins Spiel gebracht hatten, wohnt an der Alten Brucker Straße.

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