Bei der Eröffnung Mitte August: Auch vor dem Edeka gibt es ein kleines Café von der dort untergebrachten Bäckerei. Foto: tb

Eisdiele kommt doch nicht

Neue Mitte: Suche nach Gastro-Betrieb

Maisach hat seine neue Ortsmitte. Während Drogerie- und Lebensmittelmarkt positiv aufgenommen werden, ist eine Gewerbefläche noch frei: Der Vertrag mit dem Betreiber der geplanten Eisdiele ist geplatzt. Jetzt wird nach einem anderen Mieter gesucht.

Maisach „Das Feedback ist durchweg positiv“, erzählt Hans Seidl. Der Bürgermeister spricht mit großer Begeisterung von der neuen Ortsmitte. Das neue Angebot würde gut angenommen, es ei ein deutlicher Aufwärtstrend im Verkauf zu erkennen sein. „Die Leute schätzen die Zentralität“, sagt Seidl.

Dass der Bürgermeister ein so klares Bild der Kundenmeinung zeichnen kann, ist auf das momentan laufende Einzelhandelsgutachten zurückzuführen, bei dem Passanten zu den Einkaufsmöglichkeiten im neuen Zentrum befragt werden. Rossmann als einzige Drogerie im Ort und die „Frischetheke“ im Edeka ziehe Kunden an.

Eine geplante Eisdiele kommt aber nicht. Der Fürstenfeldbrucker Interessent ist kurzfristig abgesprungen. Daher stehen im Erdgeschoss 100 Quadratmeter leer. Seidl erklärt, man wolle die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone maximieren, was durch eine Gastronomie am besten erreicht werden könne. Aus diesem Grund wird nach einem Mieter gesucht. Das Bauunternehmen Ehret und Klein kann sich dort eine Eisdiele, ein Café oder Bistro vorstellen. Mit dem Immobilienmakler hat sich die Gemeinde geeinigt, dass beide Seiten nach einem Mieter suchen. Sollte sich trotz aller Bemühungen nichts ergeben, könnte sich laut Evi Huttenloher vom Gewerbeverband der Gemeinderat erneut dem Thema annehmen.

Im sozialen Netzwerk Facebook war die Diskussion um die Nutzung der Gewerbefläche ebenfalls entbrannt. Während es viele Nutzer begrüßten, dass momentan die konkreten Pläne für eine weitere Eisdiele im Ort vom Tisch sind, führten andere an, dass Konkurrenz das Geschäft belebe.

Andere wünsche sich dort einen Pub – doch das ist unmöglich. „Wir wollen den Bewohnern drumherum die Lautstärkebelastung, die eine Bar nun mal mit sich bringt, ersparen“, sagt Bürgermeister Seidl mit Verweis auf die geltenden Ruhezeiten. Auch die geforderte Unterbringung einer weiteren Postfiliale hat keine Chance, da bereits eine im Rewe-Markt vorhanden ist.

Im Rathaus ist man sich sicher, dass ein attraktiver Mieter gefunden wird. Gemeinderätin Huttenloher räumt zwar ein, dass es keinen guten Eindruck macht, wenn die Leute lange Zeit leeren Schaufenstern gegenüberstehen, aber „wir wollen keinen Mieter über Biegen und Brechen einquartieren, der sich dann womöglich nicht lange hält“.

Seidl merkt an, die Vermarktungssituation werde sich verbessern, da Interessenten die Qualität des Standortes erst nach Fertigstellung des anliegenden Gemeindezentrums komplett erkennen könnten. „Die Hochkonjunktur macht auch vor Maisach nicht Halt“, ist er sich sicher. Spätestens nächstes Jahr soll die Ortsmitte endgültig fertiggestellt werden.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Altenheim am Berg: Bus nur auf Anfrage
Von 137 Betten im Altenheim in Spielberg sind trotz großer Nachfrage nur 98 belegt. Ein Problem ist der Mangel an Pflegekräften – und die Busverbindung. Das jedenfalls …
Altenheim am Berg: Bus nur auf Anfrage
Studentin erklärt, wie falscher Arzt sie zu lebensgefährlichem Erlebnis verleitete - absurde Details
Ein Mann muss sich in München vor Gericht verantworten. Er hatte sich als Arzt ausgegeben und Frauen dazu gebracht, sich lebensgefährliche Stromstöße zuzufügen.
Studentin erklärt, wie falscher Arzt sie zu lebensgefährlichem Erlebnis verleitete - absurde Details
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das dramatische Ende der Kresshütte
Die Geschichte über die Kresshütte beginnt mit ihrem Ende. Und das hat sich Franz Greif für immer ins Gedächtnis gebrannt.
Vergessene Orte im Landkreis Fürstenfeldbruck: Das dramatische Ende der Kresshütte
Rechtsexperten warnt: Kirchenaustritt hat gravierende Folgen für Katholiken
Diese Zahlen sind alarmierend: 216 000 Katholiken sind im vergangenen Jahr in Deutschland aus der Kirche ausgetreten, knapp 29 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Diese …
Rechtsexperten warnt: Kirchenaustritt hat gravierende Folgen für Katholiken

Kommentare