Steffen Barth übernimmt die zweite Pfarrstelle im Sprengel Olching-Maisach.
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Steffen Barth übernimmt die zweite Pfarrstelle im Sprengel Olching-Maisach.

Evangelische Christen

Neuer Pfarrer tritt Dienst in Maisach an

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Die evangelische Gemeinde in Maisach und Gernlinden bekommt einen neuen Pfarrer. Der 32-jährige Steffen Barth übernimmt die zweite Pfarrstelle im Sprengel Olching-Maisach. Er hat sich schon darauf eingestellt, dass die ersten Wochen anstrengend werden – aus unterschiedlichen Gründen.

Maisach – Barths Dienst beginnt am 7. September, ins Pfarrhaus kann er mit seiner Familie aber erst Ende des Monats ziehen. So wird er zunächst aus seiner jetzigen Gemeinde Moosburg (Landkreis Freising) pendeln müssen.

„Mir wurden aber auch schon Gästezimmer angeboten“, erzählt der zweifache Vater. Sein Olchinger Kollege Harald Sauer will bei Bedarf sogar sein ganzes Pfarrhaus ausleihen. Allzu viel Zeit auf der Autobahn dürfte sich also vermeiden lassen.

Mehr Sorgen macht dem Neuankömmling, wie er unter Corona-Bedingungen in seiner neuen Gemeinde ankommen wird. „Wie werde ich überhaupt Leute kennenlernen?“, fragt sich Barth. Er befürchtet, „dass es ein ganz komischer Start werden könnte“.

Seiner Vorfreude auf Maisach tut das aber keinen Abbruch. Die Region hat er bereits als Jugendlicher kennengelernt – Barth ist teilweise in München-Oberschleißheim aufgewachsen. Geboren wurde er in Berlin, seine ersten Lebensjahre verbrachte er in Flensburg. Zur Kirche kam er über die Jugendarbeit, in die er bald nach seiner Konfirmation einstieg und der er bis heute treu geblieben ist. Dieses Jahr hätte er zum 15. Mal eine Kinderfreizeit geleitet – wenn sie denn hätte stattfinden dürfen.

Über Fortbildungen und theologische Angebote kam er auf die Idee, selbst Theologie zu studieren – zunächst mal gar nicht mit der Absicht, Pfarrer zu werden. Nach dem Studium in München und Mainz, einem Praktikum in einer deutschsprachigen Gemeinde in Ungarn und dem Vikariat in München-Grünwald trat Barth eine befristete Stelle in der Personalabteilung des Landeskirchenamts an.

Dort war er für außergewöhnliche Personalfälle zuständig – also etwa für Geistliche, die aus anderen Bundesländern nach Bayern wechseln wollten. Danach hatte er auf seine erste eigene Pfarrstelle „richtig Lust“ und auch viele Ideen, die er in der Praxis umsetzen wollte.

Weihnachten in Coronazeiten?

Nun verlässt er Moosburg nach zweieinhalb Jahren mit einem durchaus weinenden Auge, weil er viele mit der Zeit gewachsene Beziehungen zurücklassen muss. Akzente hat er dort vor allem in der Jugendarbeit gesetzt, etwa mit Kinderbibelwochen und Freizeitangeboten.

Aus familiären Gründen wollten Barth und seine Frau mit den beiden vier und zwei Jahre alten Töchtern nun aber näher an München leben. In Maisach sei ihm in den ersten Gesprächen viel Offenheit und Neugier begegnet, erzählt der neue Pfarrer. „Ich fühle mich willkommen geheißen.“ Neben seinen künftigen Kollegen, dem Team und dem Kirchenvorstand hat er schon einige ehrenamtlich Engagierte kennengelernt, darunter auch Jugendliche.

Eine Idee, die er in der Nach-Corona-Zeit gerne umsetzen würde, ist ein Zeltlager mit Konfirmanden als Low-Budget-Alternative zu den üblichen Konfi-Freizeiten in festen Häusern. Barth kann sich auch vorstellen, nach Moosburger Vorbild eine Veranstaltungsreihe für Erwachsene zum Thema Trauer, Tod und Sterben anzubieten. Und er denkt bereits darüber nach, wie man Weihnachtsgottesdienste unter Corona-Bedingungen abhalten könnte – zum Beispiel unter freiem Himmel. „Unsere Kirchen hier sind ja winzig.“

In seiner Freizeit ist Barth viel mit dem E-Bike unterwegs. Er mag Brettspiele, geht gern ins Kino und spielt „theoretisch“ gerne Fußball. Dazu aber muss er eine Hobbymannschaft finden, die keine Punktspiele bestreitet, denn an den Sonntagen kann er natürlich nicht mitkicken. „Ich hoffe, so eine Mannschaft finde ich irgendwo in der Region Maisach oder Bruck.“

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