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Musik kennt keine Grenzen. In Gernlinden wurde die Verbundenheit neu belebt.

Sängerkreis-Konzert mit Chören aus Greiz

Ost und West vollstimmig vereint

Der Sängerkreis Fürstenfeldbruck und Chöre aus dem Landkreis Greiz (Thüringen) haben ihre Freundschaft zelebriert. Dabei bewiesen sie auch, dass Musik keine Grenzen kennt.

Gernlinden – „Als Freunde kamen wir, als Freunde gingen wir“ – mit diesem Lied haben mehr als 150 Sänger ihr Chorkonzert im Bürgerzentrum gekrönt. Es war gleichzeitig die Antwort der Luther-Liedertafel auf den Besuch der Sänger aus Bruck in Hohenleuben bei Greiz vor zwei Jahren. Damals hatte ein Mitglied angeregt, zum 25-jährigen Jubiläum der – offiziell nicht mehr existenten – Landkreispartnerschaft die Verbundenheit wieder aufleben zu lassen.

Anfang der 1990er-Jahre hatten der Sängerkreis Fürstenfeldbruck und Chöre aus dem damaligen Landkreis Zeulenroda (heute zu Greiz gehörend) kulturelle Bande zwischen West und Ost geknüpft. Beim Treffen vor zwei Jahren wären laut dem Vorsitzenden des Sängerkreises Fürstenfeldbruck, Herbert Klückers, auch „schreckliche Erinnerungen“ aus Zeiten der DDR präsent gewesen, denen man mit Musik entgegentreten wollte. „Musik kennt keine Grenzen“ spiele nicht nur auf die deutsche Teilung an, sondern betone auch das bewusste Überwinden von Barrieren im Kopf. Klückers: „Erinnerung und gemeinsame Geschichte machen unsere Freundschaft aus.“

Jürgen Schneider, der Vorsitzende der Luther-Liedertafel in Hohenleuben, zeigte sich sichtlich angetan vom Gemeinschaftskonzert in Gernlinden: „Wir sind dankbar, diesen Abend mit unseren Freunden verbringen zu dürfen.“ Auch mit Blick auf die gegenseitigen Besuche könne man Freundschaft als ein Geben und Nehmen bezeichnen. „Und als viel Arbeit, aber natürlich nur im positiven Sinne.“

Viel Arbeit bereitet ein derartiger Besuch durchaus. Bereits einen Termin zu finden war kompliziert. Als dieser dann feststand, musste Klückers sowohl das Hotel und die Lokalität für den Auftritt als auch Kuchenbuffet, Flyer und einiges mehr organisieren. Kollege Schneider, der vor zwei Jahren den Besuch der Brucker an vorderster Stelle organisiert hatte, kann ein Lied davon singen: „Der Aufwand ist immens hoch. Aber es lohnt sich.“

Der gegenseitige Respekt füreinander ist herauszuhören. Während den Bruckern bis heute noch „das wunderschöne Konzert“ in der Dreieinigkeitskirche in den Ohren klingt, wurden jetzt die Komplimente zurückgegeben. Diana Kopp, die mit ihrem Damen-Sextett „Stimmt so!“ die Reise nach Gernlinden angetreten hatte, sprach von einem „Gänsehaut-Feeling“ als der Projektchor des Sängerkreises Fürstenfeldbruck auf der Bühne stand. „Diese Perfektion an Klang der Stimmen, nimmt mich noch jetzt gefangen.“

Kopp und ihre Freundinnen wurden eher zufällig Teil der Chorfreundschaft. Beim Treffen vor zwei Jahren waren sie als Helferinnen mit dabei und lernten so nicht nur den Brucker Sängerkreis, sondern auch die Luther-Liedertafel kennen. Sofort war klar: „Die Chemie stimmt.“ Auch Kopp will die Freundschaft weiter wachsen sehen und fühlt sich durch das Konzert bestätigt: „Wir haben bewiesen, dass bei Musik weder Herkunft, noch Beruf oder Alter zählen.“ Noch am Konzertabend begannen die Planungen für folgende Treffen. „Der nächste Termin ist für 2020 fixiert“, freut sich Klückers.

Wie hochwertig die Freundschaft bereits ist, zeigt auch die spontane Idee eines jungen Mitgliedes der Luther-Liedertafel, im kommenden Jahr ein Zwischentreffen organisieren zu wollen. Dann will man noch mehr gemeinsame Zeit verbringen. Denn in Gernlinden konnten die Teilnehmer „leider nicht allzu lange miteinander schnattern“ (Kopp). Tags drauf mussten die knapp 50 Besucher aus Thüringen nämlich früh zur Stadtrundfahrt durch München aus den Federn. (Matthias Kast)

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