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Kirche

Pfarrheim Überacker als neue Stätte des Miteinanders

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Nach 20 Jahren Warten, zweijähriger Planung und zehn Monate Bauen hat Überacker einen neuen Dorfmittelpunkt bekommen. Rund 850 000 Euro hat das neue Pfarrheim gekostet, das in der Bartholomäusstraße in Ruf- und Sichtweite zur Kirche untergebracht und vom Dachauer Architekten Bernhard Rückert geplant worden ist.

Überacker Das neue Pfarrheim soll nicht nur Mittelpunkt des kirchlichen Miteinanders sein, wie Maisachs Bürgermeister Hans Seidl bei der offiziellen Einweihung betonte. „Ein wichtiger Ort, der Mittelpunkt sein kann und eine Stätte der Begegnung.“ Der könne dazu beitragen, dass auch wieder mehr Leben in den Kirchenchor käme, so der Bürgermeister, der auch die Rolle der Mitarbeiter in der Kirchenverwaltung betonte. „Es war richtig, dass sie hartnäckig geblieben sind.“

Kein pfarrlicher Bedarf

Denn lange hatte das Erzbischöfliche Ordinariat die Auffassung vertreten, dass „es keinen pfarrlichen Bedarf gibt“. Auch das Pfarrheim, das immer mehr der Baufälligkeit entgegen dümpelte, wurde aus diesem Grund nicht mehr renoviert.
 Doch Peter Mareis, 2012 in die Kirchenverwaltung gewählt, blieb hartnäckig. Und mit ihm Manuela Scharf. „Viele Briefe sind geschrieben worden“, erinnert sich Mareis, und welche Überzeugungskraft notwendig war. Ebenso umfangreich waren die Termine, die mit Handwerkern vereinbart werden mussten, die ausschließlich aus der Region kamen. Denn eine der Auflagen des Ordinariats war, die Gewerke einzeln zu vergeben.

Auf der richtigen Spur

„Wir haben um die 50 Vergabegespräche geführt“, zählt Mareis zusammen. Die Stunden, die dann wiederum Scharf auf der Baustelle zubrachte, um zu organisieren und nach dem rechten zu sehen, hat man dagegen erst gar nicht begonnen zu zählen. Was immer wieder geholfen habe, so Mareis: „Die Pfarrer haben uns immer wieder das Gefühl gegeben, dass wir auf der richtigen Spur fahren.“ Terance Palliparambil, der jetzt für Überacker zuständige Geistliche, habe also ebenso Anteil wie sein Vorgänger Georg Martin.

Altarbild

Doch so neu der Bau ist und so sehr er auch der Allgemeinheit dienen soll, so ist er doch schon mit kirchlichem Leben erfüllt. Durch ein Altarbild aus der Kirche St. Bartholomäus des Jahres 1935 und vor allem eine Kreuzigungsgruppe. Die hatte Pfarrer Jakob Oberhuber, der letzte Pfarrer des noch selbstständigen Überacker, in Verwahrung. In den 1980er-Jahren kam die Kreuzigungsgruppe dann zu Hans und Maria Nebelmeir ins Wohnzimmer. Dort hatte die Gruppe einen guten Platz. Als frühere Pfarrsekretärin und aktuelle Vorsitzende des Pfarrgemeinderates wusste Maria Nebelmeir um die Bedeutung des Kleinods.
 Es bedurfte nach der Fertigstellung des neuen Pfarrheims deshalb nur einer kurzen Überlegung, ehe die Nebelmeirs die Kreuzigungsgruppe für das Pfarrheim übergaben. So konnte Mareis von der Kirchenverwaltung mit voller Überzeugung den Tag der Eröffnung des Pfarrheims abschießen: „Die Freude ist heute die Hauptsache.“

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