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Die drei Betonringe vor dem Maisacher Rathaus markieren den jeweiligen Platz, an dem ein Baum gepflanzt und mit einer Rundbank drumherum gestaltet werden soll. 

Betonringe markieren die Standorte

Rathausplatz Maisach: Brunnen zu teuer - jetzt sollen Bäume gepflanzt werden

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Der Rathausplatz in Maisach wird nicht mit einem Brunnen aufgemöbelt: Das Wasserspiel wäre zu teuer. Nun sollen wenigstens Bäume gepflanzt werden – doch selbst da war sich der Gemeinderat nicht einig.

Maisach – Seit ein paar Tagen zieren drei Betonringe den Rathausplatz. Sieht ja fast aus wie Vorbereitungen zu einem Brunnen? Mitnichten. Die Ringe sollen jeweils den Platz markieren, an dem Bäume gepflanzt werden könnten. Eigentlich waren sogar vier Bäume geplant, aber der vierte würde beim Maibaum-Aufstellen im Weg umgehen. Also bleibt es bei drei Bäumen – statt einem Brunnen.

Schon im Jahr 2012 wurde beschlossen, dass vor dem Rathaus ein Brunnen plätschern soll. Für einen Wasseranschluss hatte man bereits zwei Jahre zuvor gesorgt, aber für den Brunnen selbst war damals und in den folgenden Jahren kein Geld da.

Jetzt stand das Thema auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Und schnell war klar: Auch derzeit ist ein Brunnen viel zu teuer. Kosten von rund 310 000 Euro standen im Raum.

Die Bauverwaltung hatte Angebote eingeholt für ein sogenanntes Fontänenfeld. Dabei geht es um ein ebenerdiges Feld aus Natursteinpflaster, angedacht waren sieben mal sieben Meter, mit Düsen, aus denen dann Fontänen schießen. Sie können nachts beleuchtet und einzeln geschalten werden, sodass ein Wasserspiel entsteht.

Vorteil des Fontänenfelds ist, dass es nicht im Weg umgeht: Die Fläche kann für Veranstaltungen überbaut werden. Und damit beim Auf- und Abbau von Festen nicht zu viel rangiert werden muss, hätte der Brunnen am Rand des Platzes geplätschert, nämlich an der Grünfläche nahe der Kirchstraße 1.

Doch alleine die Technik kostet rund 180 000 Euro. Die Pflasterarbeiten werden auf etwa 130 000 Euro geschätzt. Auch wenn man sich für eine Brunnenfigur entscheiden würde oder ein kleineres Fontänenfeld: Die hohen Technikkosten bleiben.

Deshalb beschloss der Gemeinderat einstimmig, dass zumindest derzeit nicht in einen Brunnen investiert wird. „So etwas passt sowieso nicht auf unseren Marktplatz, sondern in eine Stadt“, meinte CSU-Fraktionschefin Gabriele Rappenglitz.

Ein bisschen etwas will Bürgermeister Hans Seidl (CSU) aber trotzdem verschönern. Er schlug vor, Bäume zu pflanzen, eventuell mit Rundbänken um die Stämme. Er habe die Veranstaltungen zuletzt beobachtet und gesehen, an welcher Stelle die Bäume nicht stören würden. Ric Unteutsch (SPD) meinte dazu: „Der Platz wirkt schon ein bisschen trostlos. Bäume und Schatten würden gut tun.“

Von anderen Ratsmitgliedern kam dagegen heftiger Widerspruch. Schließlich habe man den Platz ja erst vor acht Jahren so gestalten lassen, wie er jetzt ist. Warum schon wieder umbauen?

Im August 2010 ist der neue Marktplatz eingeweiht worden. Er war damals das erste Projekt der umfangreichen Zentrumsumplanung und wurde mit Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst. So konnten die Kosten für die Kommune um rund die Hälfte auf etwa 300 000 Euro gesenkt werden. Der anfangs als „Plattenwüste“ kritisierte Platz wurde dann recht schnell mit ein paar Bänken und Bäumen verschönert. Mittlerweile hat auch der Maibaum dort eine neue Heimat gefunden, und der Anschluss zu der Bebauung im neuen Orts- und Gemeindezentrum ist gestaltet.

Seidl betonte, dass man vor acht Jahren bei der Gestaltung des Platzes etwas eingeschränkt gewesen sei – weil man sich an die Regeln des Förderprogramms halten musste. Gegen acht Stimmen ging die vom Bürgermeister gewünschte Begrünung dann doch durch. Zunächst wurden für etwa vier Wochen Betonringe mit einem Durchmesser von zwei Metern auf dem Areal platziert, um zu sehen, ob die späteren Bäume im Weg umgehen würden.

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