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Maisach und Puch

Rinder im Wasserschutzgebiet

Die Pläne eines Landwirts, im Brucker Ortsteil Puch einen Aussiedlerhof für Rinderhaltung zu bauen, stoßen auf Widerstand im Maisacher Gemeinderat. Der Grund: Der Hof liegt im Einzugsgebiet der Maisacher Wasserversorgung. Doch die Kommune wird wenig gegen die Pläne machen können.

Maisach – Erst im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde Maisach ihr Wasserschutzgebiet erheblich erweitert. Es erstreckt sich seitdem über die Gemarkungsgrenzen hinaus bis nach Puch. Dort – in der sogenannten Schutzzone III am Rande des Gebiets – beabsichtigt nunmehr ein Landwirt, seinen Hof samt Rinderstall zu errichten.

Bedenken gibt es nicht nur wegen der Lage im Schutzgebiet. Die damit verbundenen Auflagen könnten die Gemeinde sogar noch Geld kosten. Denn in der Schutzzone III sind privilegierte Bauvorhaben grundsätzlich zulässig. Allerdings ist eine Ausnahmegenehmigung nötig und es müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. Die Genehmigung hat das Landratsamt dem Bauwerber bereits in Aussicht gestellt.

Für die Kosten, die ihm durch die Auflagen entstehen, muss der Betreiber der Wasserversorgung – also die Gemeinde Maisach – dem Bauwerber per Gesetz außerdem einen angemessenen Ausgleich leisten. In ihrer Stellungnahme schreibt die Verwaltung nun: „Für die Gemeinde als Wasserversorger ist es schwer nachzuvollziehen, dass ohne nähere Begründung eine Ausnahme von den Schutzvorschriften gemacht werden soll, und dies vermutlich auch noch finanziell zu Lasten der Gemeinde.“

Norman Dombo (SPD) wunderte sich außerdem, dass es keine Einwände seitens des Wasserwirtschaftsamtes gibt: „Es ist wasserrechtlich widersinnig, dort Rinderhaltung zu betreiben, während das Amt bei anderen Schutzzonen schon Bedenken wegen Hundekot äußert.“

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) konnte sämtliche Bedenken nachvollziehen und teilte diese auch. Der Rathauschef befürchtet aber, dass die Gemeinde mit ihren Argumenten wenig Erfolg haben wird, denn: „Die rechtliche Lage ist eindeutig.“ Das Landratsamt werde das gemeindliche Einvernehmen wohl ersetzen, so der Bürgermeister. Dennoch lehnten die Räte das Vorhaben letztlich einstimmig ab. (ad)

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