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Setzt auf bewusstere Ernährung: Denis Michael Kleinknecht (l.) vom Traditionsgasthof Heinzinger in Rottbach sitzt mit Fernsehkoch Karlheinz Hauser in der Jury des Wettbewerbs „Gesünder Kochen – Gesünder Leben .“ 

Gasthaus Heinzinger

Rottbacher macht Dampfnudeln für Hamburg

Immer schneller und einfacher geht es zu in Deutschlands Küchen. Gegen diesen Trend formiert sich Widerstand. Diesem schließt sich auch der Chef des Gasthofs Heinzinger, Denis Michael Kleinknecht, an. 

Rottbach – Beim Wettbewerb „Gesünder Kochen – Gesünder Leben“ in Hamburg, der für eine gesündere Küche wirbt, ist er nun Teil der Jury.

Seine Philosophie ist klar: keine Gentechnik, keine Industrieware, keine Zusatzstoffe, wenig bis keinen Zucker und alle Produkte aus regionaler Erzeugung. Seit knapp drei Jahren kocht Denis Michael Kleinknecht als Chef des Traditionsgasthofes Heinzinger in Rottbach nach diesen Kriterien. „Ich arbeite ausschließlich mit sauberen Lebensmitteln“, sagt der 44-Jährige, der seit rund 30 Jahren in der Gastronomie tätig ist. Das bedeutet auch, dass keine Pflanzenschutzmittel in den verwendeten Lebensmitteln enthalten sind. Die Beweggründe sind nachvollziehbar. Kleinknecht liegt die gesunde und bewusste Ernährung am Herzen.

Das Problem Zucker

Schlimm findet er vor allem den Umgang mit Zucker. „Die Abhängigkeit beginnt schon im Kindesalter“, erklärt Kleinknecht. Er selbst hat den Zuckergehalt in seinen Dampfnudeln mit Vanillesauce zum Beispiel auf acht Prozent gedrückt. Die Dampfnudel war das erste Gericht, das der Koch komplett mit regionalen Produkten zubereitet hat. Außer der Vanille, die stammt aus Madagaskar. Auch auf dem Eröffnungsmenü stand die Köstlichkeit.

Denn auch der Umweltschutz kommt in Kleinknechts Philosophie durch Regionalität, kurze Transportwege und Mülleinsparung nicht zu kurz. Dadurch, dass der Koch beispielsweise seine Milch aus Schöngeising bezieht, spart er nach eigener Aussage 3500 Tetrapacks jährlich.

Diese Art der Gastronomie hat seinen Preis. Kleinknecht, der sich selbst als leidenschaftlichen Esser und Gourmet bezeichnet, bemängelt die Bereitschaft der Leute für gute Lebensmittel etwas mehr zu bezahlen. „Ich sehe jedoch auch einen positiven Trend diesbezüglich“, sagt der 44-Jährige, der bei der Münchner Gastro-Legende Otto Koch gelernt hat.

Regionale Esskultur

Der Sternekoch Otto Koch hat auch den Jury-Vorsitz des Wettbewerbs in Hamburg inne, zu der Kleinknecht gehört. Möglich gemacht hat den Contest die Aktionsgemeinschaft „Deutschland neu entdecken“. Diese versteht sich als Kommunikationsplattform für Gastronomen, die sich der Qualität, der Tradition und der regionalen Esskultur verpflichtet fühlen.

Der Wettbewerb „Gesünder Kochen – Gesünder Leben“, der am vergangenen Montag gestartet ist, wendet sich an Gastronomen und Hoteliers. „Es geht hier um mehr Bewusstsein für bewusste Ernährung“, erklärt Kleinknecht das Projekt. Bewerber können Rezeptvorschläge einreichen, die gewissen Vorgaben entsprechen müssen.

Beispielsweise wird Wert auf fett- und zuckerreduzierte Gerichte gelegt. Auch Alternativen zu Fleisch wie Linsen und Kichererbsen werden berücksichtigt. Die Jury, zu der auch der Sterne- und ARD-Buffet-Koch Karlheinz Hauser gehört, wählt daraus dann die besten sechs Rezepturen aus. Aus diesen kann jeder das für sich interessantestes Gericht bestimmen. Der Sieger mit den meisten Stimmen wird dann am 1. Januar 2020 gekürt. „Als guter Neujahrsvorsatz für eine bewusstere Ernährung“, erklärt Denis Michael Kleinknecht. (chr)

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