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Schnuppertour auf der neuen Maisacher Umfahrung

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Von: Andreas Daschner

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Mit den Hunden auf der Staatsstraße Gassi gehen oder gefahrlos dort Fahrrad fahren: Das konnte man am Wochenende auf der Maisacher Südumgehung. Die neue Straße wurde zur Besichtigung freigegeben und fand größtenteils Anklang.

MaisachOffiziell wird die Straße erst morgen für den Verkehr freigegeben. Dann können Autofahrer nach Gernlinden fahren, ohne durch Maisach zu müssen. Am Wochenende davor hat die Gemeinde der Bevölkerung die Chance gegeben, die neue Fahrbahn zu besichtigen. Bei der Einmündung der Brucker Straße konnten sich die Schaulustigen mit Glühwein und Bratwurst stärken. Allerdings war es kalt und windig, sodass die Maisacher nur spärlich kamen.

Ingrid und Matthias Bschorr spazierten mit ihren Hunden Balu und Nala die Südumgehung ab. „Wir haben schon lange drauf gewartet, dass die Umgehung gebaut wird“, sagt Ingrid Bschorr. Das Paar wohnt nahe der Aufkirchner Straße und hofft, dass es dort künftig ruhiger wird. „Die neue Umgehung sollte schon für eine Entlastung sorgen“, sagt Matthias Bschorr. „Das ist eine schöne Sache.“

Allerdings hat der Maisacher auch Bedenken. „Die Straße ist sehr lang und gerade.“ Das könnte eine Hochgeschwindigkeitsstrecke für Raser werden. Er sieht Gefahrenpotenzial – „vor allem an der Einmündung der Brucker Straße“. Das verdarb dem Paar aber nicht den Spaß daran, einmal mit seinen Vierbeinern über die künftige Staatsstraße zu laufen. „So schnell wird es das wohl nicht mehr geben“, sagt Matthias Bschorr und lacht.

Auch Andreas und Angela Minholz erhoffen sich nun weniger Verkehr im Ort. Die beiden wohnen nahe der Brauerei. Angela Minholz hat beobachtet: „Die Autos werden immer mehr und fahren immer schneller.“ Als die beiden noch an der Hauptstraße gewohnt haben, konnten sie das aus nächster Nähe beobachten. Außerdem hatte der Maisacher früher eine Bäckerei an der Bahnhofstraße – in einem der ältesten Häuser Maisachs, wie er sagt. „Wenn da ein Sattelzug vorbei gedonnert ist, haben die Böden gewackelt.“ Er und seine Frau erwarten durch die Umgehung, dass die Laster im Ort deutlich weniger werden.

Ähnliches erhoffen sich auch Hildegard und Karl-Heinz Plogstieß, die die Straße zusammen mit Elisabeth Huber mit dem Rad erkundet haben. „Ich bin froh, dass wir die Umgehung jetzt haben“, sagt Karl-Heinz Plogstieß. Der Verkehr komme damit aus dem Ortszentrum heraus. „Dort ist die Straßenführung einfach zu eng.“

Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Huber wohnt ganz in der Nähe der neuen Umgebung und fährt seit 30 Jahren selbst kein Auto mehr. „Wir bekommen dadurch mehr Lärm, Abgase und Gestank.“ Außerdem schade die neue Straße der Umwelt und den Tieren. „Bürgermeister Hans Seidl will sich mit der Straße nur profilieren“, schimpft sie.

Vizebürgermeister Roland Müller ist indes froh, dass die Umgebung da ist – und das sogar früher als geplant. Eigentlich war man in der Gemeinde erst von einer Eröffnung im März oder April ausgegangen. „Jetzt erhoffen wir uns eine schöne Entlastung für den Ort“, sagt er. Wenn die Staatsstraße auf die neue Umgehung umgewidmet ist, sieht Müller auch die Chance, den Lkw-Verkehr mittels Freigabe nur für Anlieger aus dem Ort zu verbannen. „Wenn die Ortsdurchfahrt keine Staatsstraße mehr ist, haben wir mehr Handhabe.“

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