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Durch diese hohle Gasse... Ab 13. September sind auf dem überdachten Steg in der Maisacher Ortsmitte Schülermassen unterwegs. Im Hintergrund ist das schon in die Höhe gewachsene, neue große Ortszentrum zu sehen, direkt neben dem Steg entsteht das neue Gemeindezentrum.

Maisach

Schüler müssen durch Nadelöhr

Maisach - Der erste Schultag wird heuer in Maisach besonders spannend: Wegen der Bauarbeiten in der Ortsmitte müssen alle Schüler, die von der S-Bahn beziehungsweise aus dem Süden kommen, durch einen überdachten Steg. Am ersten Tag sollen Bauhofmitarbeiter am Nadelöhr Wache stehen. Klappt alles?

In der Ortsmitte wird derzeit ein neues Zentrum mit Wohnungen, Supermarkt, Drogerie und Ärztehaus gebaut, direkt daneben, an der Riedlstraße 3 und 5, zudem das neue Gemeindezentrum: Im Erdgeschoss neuer Sitzungssaal und neue Bücherei, darüber Wohnungen. Die Bauarbeiten machen das Areal neben dem Rathaus zum Nadelöhr – besonders, weil von der S-Bahn aus und generell aus dem Süden Kinder und Jugendliche zu Grund-, Mittel- und Realschule strömen.

Bisher waren sie auf dem Huttenloherweg unterwegs. Aber auf dieser Route würden die Schüler – und natürlich auch alle anderen Fußgänger und Radfahrer – jetzt mitten in der Baugrube landen. Deshalb wurde dem Investor des Gemeindezentrums zur Auflage gemacht, dass er als Verursacher des Nadelöhrs einen sicheren Schulweg schafft. Im Januar hatte der Bauherr im Gemeinderat drei Vorschläge gemacht. Am sichersten wäre gewesen, wenn alle den Bereich umgehen. Dazu sagte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) damals: „Das ist keine Variante, das ist eine Zumutung.“ Mittlerweile hat man sich auf folgende Lösung geeinigt: Vom Huttenloherweg kommend führt ein etwa 50 Meter langer Steg an der westlichen Grundstücksgrenze der Riedlstraße 3/5 vorbei. Er ist aufgeständert in der Baugrube sowie zu beiden Seiten und mit Dach abgesichert. Danach geht der Schulweg normal weiter: direkt zur Grundschule oder über die Schulstraße zu den weiterführenden Schulen.

Ob der Laubengang die Schülermassen aufnehmen kann? Bürgermeister Seidl ist optimistisch: „Wir haben die vorgeschriebenen 1,25 auf 1,60 Meter verbreitert.“ Es gäbe zwar Stoßzeiten morgens und besonders zwischen 11.30 und 12 Uhr, aber in Seidls Augen müsste alles klappen. Der Huttenloherweg sei auch nur zwei Meter breit gewesen. Radfahrer dürfen zwar auf den Steg, müssen ihr Rad aber schieben. Am ersten Schultag sollen Schüler und Eltern informiert werden, dass wegen des Nadelöhrs künftig vielleicht ein, zwei Minuten mehr für den Schulweg einkalkuliert werden müssen. Die Rektoren und Schülerlotsen an der Bahnhofstraße sind bereits im Bilde. Außerdem sollen am ersten Schultag morgens zwischen 7.15 und 8 Uhr Bauhofmitarbeiter die „Karawane beobachten“, wie Bürgermeister Seidl sagt. Es wird überprüft, ob alles klappt – und die Aufpasser sollen „eventuellen Übermut von Schülern unterbinden“.

Pipeline steht bis Ende September

Der Weg über den Steg ist vertraglich bis 31. Dezember gesichert. Dann müssten die Bauarbeiten so weit gediehen sein, dass die Schüler – und alle anderen – die neue Fußgängerzone entlang des Ortsmitte-Blocks nutzen können. Die Pipeline durch Maisach, mit der das aufsteigende Grundwasser in den Fluss geführt wird, steht noch immer: Der Bauherr des Gemeindezentrums (Herbert Lutzenberger, Artec-Solutions) nutzt sie derzeit. Vorher war sie für die viel größere Grube der neuen Ortsmitte (Investor: Ehret und Klein) gebraucht worden. Spätestens Ende September soll die aufgeständerte Wasserleitung aber abgebaut werden. Dann muss nicht mehr gepumpt werden. Und dann ist der Schulweg zu Mittel- und Realschule auch wieder etwas breiter, wenn nicht mehr die Betonblocks auf dem Gehsteig stehen. (zag)

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