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Schutzstreifen sollen für mehr Sicherheit sorgen.

Für mehr Sicherheit

Schutzstreifen für Radler in Maisach: Das sind die Fakten

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Für mehr Sicherheit: In viel befahrenen Straßen von Maisach und Gernlinden sollen Radfahrer einen eigenen Schutzstreifen auf der Fahrbahn bekommen.

Maisach – Das hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen. Los geht das Projekt im Hauptort Maisach, dort wurden die Estinger-, Haupt-, Bahnhof-, Aufkirchner- und Alte Brucker Straße ausgewählt. In Gernlinden ist kein Schutzstreifen machbar.

Worum geht es?

Bürgermeister Hans Seidl (CSU) hatte im Mai 2019 die Schutzstreifen beantragt. Der Gemeinderat stimmte grundsätzlich zu und beauftragte die Gemeindeverwaltung, die vom Gremium vorgeschlagenen Straßen zu untersuchen: Neben den oben genannten Straßen auch die Ganghofer- und Merianstraße sowie die Josef-Poxleitner-Allee in Gernlinden und die Luitpold- sowie Kermarstraße in Germerswang. Die Anregung zur Prüfung der Aufkirchner Straße kam von der Verwaltung, genauso die der Maisacher Straße. Anfang November schauten sich Vertreter von Rathaus, Landratsamt und Staatlichem Bauamt in Frage kommende Straßen an.

Was sind die Vorteile?

Schutzstreifen leiten die Radfahrer auf der Fahrbahn. Sie haben jetzt einen eigenen – für die Autofahrer sichtbaren – Bereich. Eine gestrichelte Linie und Fahrrad-Piktogramme markieren den Verlauf. Die Praxis hat gezeigt, dass Autofahrer bei einem Schutzstreifen beim Überholen von Radfahrern automatisch mehr Abstand lassen. Die Verwaltung betont, Radler seien auf dem Streifen sicherer und sichtbarer, es gebe weniger Konflikte – und damit weniger Unfälle.

Was ist erlaubt?

Autos dürfen auf dem Schutzstreifen bis zu drei Minuten halten. Parken ist verboten. Nur in Ausnahmefällen, etwa wenn es im Begegnungsverkehr zweier Fahrzeuge eng wird, darf der Schutzstreifen mit dem Auto befahren werden. Natürlich gibt es auch Regeln für die Radler: Geisterradeln gegen die Fahrtrichtung ist verboten.

Wo wird markiert?

Die Estinger- und die Hauptstraße sind jeweils 8,50 Meter breit. Daher ist in beiden Straßen ein beidseitiger Schutzstreifen mit einer Breite von 1,25 Metern möglich. In der schmaleren Bahnhofstraße ist nur auf der Ostseite ein Streifen möglich, in der Aufkirchner Straße nur einer auf der Westseite. Ein Sonderfall ist die Alte Brucker Straße. Dort ist ein Schutzstreifen auf der Ostseite geplant, der Gehweg auf der Westseite könnte für den Radverkehr freigegeben werden. Diese fünf Straßen sollen nun angegangen werden.

Und in Gernlinden?

Die Josef-Poxleitner-Allee und die Ganghofer Straße sind Tempo-30-Zonen. Dort ist kein Schutzstreifen erlaubt. In der Poxleitner-Allee könnte aber der Gehweg für Radler freigegeben werden. Die Merianstraße ist schmal. Ein einseitiger Streifen wäre möglich, aber dann müsste die gesamte Merianstraße mit einem Halteverbot versehen werden. Und dann könnten geparkte Fahrzeuge nicht mehr für die Verlangsamung des Verkehrs sorgen. Auch in der Maisacher Straße müsste für den Schutzstreifen ein Halteverbot erlassen werden. Dadurch würden rund 150 Parkplätze wegfallen. Das wollte niemand im Gemeinderat. Dadurch würde man den Verkehr (und die parkenden Fahrzeuge) in enge Nebenstraßen treiben.

Und in Germerswang?

Die Luitpold- und Kermarstraße sind zu schmal. Ein extra Bereich für Radfahrer ist hier nicht möglich – aber auch nicht nötig, weil kein überörtlicher Verkehr vorhanden sei, so die Vertreter des Landratsamts.

Wie wird markiert?

Geplant sind die gestrichelte Linie und Piktogramme. Barbara Helmers (Grüne), die beim Ortstermin mit Vertretern der Behörden auf ihr Bitten hin dabei sein durfte, wünschte sich die Streifen durchgehend farbig markiert. Doch das käme zu teuer, wie eine Woche später erneut im Gemeinderat zu hören war: Die weißen Striche für die Ortsdurchfahrt kosten etwa 30 000 Euro. Die rote Markierung käme auf 100 000 Euro. Da aber die Ortsdurchfahrt saniert werden soll, will man sich die teurere Variante nicht leisten. Allenfalls auf Kreuzungen wäre rote Markierung denkbar.

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