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An dieser Schwarzkiefer an der Buschingstraße entzündete sich die Diskussion. Der Grundstückseigentümer möchte den Baum fällen lassen. 

Bürgermeister fürchtet Präzedenzfall

Schwarzkiefer muss stehen bleiben

Gernlinden – Eine Schwarzkiefer, die ein Gernlindner Grundstückseigentümer fällen lassen möchte, hat im Maisacher Gemeinderat für lange Diskussionen gesorgt. Ergebnis: Der Baum muss stehen bleiben. Er ist nämlich im Bebauungsplan als zu erhaltend festgesetzt.

Es geht um das Grundstück an der Buschingstraße 1, die Schwarzkiefer steht allerdings an der Friedenstraße. Es ist ein enormer Baum, der die Gegend prägt. Daher wurde im dort gültigen Bebauungsplan Brucker Straße West vermerkt, dass die Kiefer nicht gefällt werden darf.

Das weiß der Grundeigentümer. Trotzdem schickte er eine E-Mail ins Rathaus mit dem Antrag, den Baum entfernen zu dürfen. Allerdings ohne Begründung. Die hätte einige im Gemeinderat interessiert – tut aber eigentlich nichts zur Sache: Der Baum muss stehen bleiben, welche Gründe auch immer genannt werden.

„Es geht nicht nur um diese Schwarzkiefer, sondern um weitere Fälle“, mahnte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) im Gemeinderat. Wenn man diesen Baum nun freigebe, schaffe man Bezugsfälle – und bestimmt würden bald die nächsten Anträge oder auch gleich Fällungen folgen. Der Baum stehe auf der Nordseite des Hauses, es könne also auch keine übermäßige Verschattung ins Feld geführt werden, sagte der Rathauschef. Amtsleiter Peter Eberlein betonte: „Es gilt das Gleichbehandlungsgesetz. Wenn Sie diesem Antrag folgen, dann geben wir alle Bäume frei.“

Trotzdem votierten Alfred Hirsch (FW), Xaxer Hirsch und Gabriele Rappenglitz (beide CSU) für die Fällung. „Es kann nicht sein, dass man überhaupt keine Rechte mehr hat“, sagte Xaver Hirsch. „Der Baum steht genau vor dem Praxiseingang. Und der Grundeigentümer ist mit sehr vielen zu schützenden Bäumen auf seinem Grundstück gesegnet.“

Ganz anderer Meinung war Christine Wunderl (Grüne): „Wir sollten uns an den Bebauungsplan halten.“ Peter Aust (Unabhängige Bürger) schloss sich an. Er kenne Fälle, in denen geplante Neubauten verschoben werden mussten – wegen schützenswerter Bäume.

Ric Unteutsch (SPD) betonte, der Baum stehe seitlich vom Eingang und sei im unteren Bereich sowieso schon freigeschnitten. Die drei Fällungsbefürworter führten noch an, dass die Kiefer sehr nahe am Haus stehe. Sie hatten die jüngste Änderung der Verordnung im Blick: Danach dürfen Fällungen beantragt werden, wenn Bäume näher als drei Meter an Gebäuden stehen. Im Fall der Schwarzkiefer seien es aber über drei Meter, so Eberlein. Der Abstand sei aber auch egal: Die Vorgaben im Bebauungsplan stehen noch über den Regeln der Verordnung. (zag)

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