Zwischen den Schalungswänden entstehen Teile für Gebäude, erklären Geschäftsführer Frank Müller (l.) und der stellvertretende Personalleiter Michael Steinbauer.

Deutsche Doka

Sie liefern die Hülle für Superbauten

BMW-Welt, Burj Khalifa und Europäische Zentralbank: Weltweit versorgt das österreichische Unternehmen Doka Bauprojekte mit Schalungstechnik zur Aushärtung von Beton. In Maisach sitzt die Landeszentrale der Deutschen Doka als größte Tochtergesellschaft des Konzerns.

Beim Bau des ESO-Supernova-Planetariums in Garching kam viel Doka-Schalungstechnik zum Einsatz.

Maisach – Die wichtigste Frage beantwortet Frank Müller, Chef der Deutschen Doka, bereits zu Anfang: Bei Schalungstechnik handelt es sich – wie der Name bereits vermuten lässt – um eine Art Schale, eine Gussform aus Holz zum Gießen von Betonteilen. Der Geschäftsführer vergleicht das Prinzip der Schalung mit dem einer Backform: „Ein Rührkuchen muss in Form gebracht werden“, erklärt Müller: „Beim Beton ist es genauso. Er hält nicht von alleine und muss über Zeit aushärten.“

Aus einer 1868 in Österreich von Stefan Hopferwieser gegründeten Zimmerei entwickelte sich im Laufe der Jahre das Weltunternehmen Doka, dessen Name sich aus dem ersten Großprojekt von 1956, dem Bau des Donaukraftwerks in Österreich, ableitet. Inzwischen gilt Doka als Global Player und der österreichische Konzern zählt zu den weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung sowie im Vertrieb von Schalungstechnik für alle Bereiche am Bau. Darüber hinaus gehören noch weitere Dienstleistungen von Engineering und Projektmanagement über Logistik, Fertigservice sowie Arbeitssicherheit bis hin zu Reinigung und Sanierung zum Firmenportfolio.

Bei Doka in Maisach vorrangig Instandhaltung

Am Standort Maisach finden vorrangig Instandhaltungen statt, denn hier wird nicht produziert – die Schalungen werden bis heute im österreichischen Amstetten gefertigt. In Maisach werden vielmehr logistische Aktivitäten aus dem Bereich Spedition, Reparation und Sanierung der Schalungen bearbeitet. Gleichzeitig hat die Deutsche Doka hier auch ihre Zentralverwaltung der 17 Zweigstellen in Deutschland.

Nicht zufällig wurde das Headquarter im Jahr 1993 in Maisach angesiedelt. Michael Steinbauer, stellvertretender Personalleiter, hebt die gut ausgebaute Infrastruktur mit Autobahnanschluss und die Erreichbarkeit durch den Öffentlichen Personennahverkehr hervor. „Es gibt im Umland viele Naherholungsgebiete, und es werden immer mehr Kitaplätze geschaffen“, ergänzt er. Nicht zuletzt ist die Nähe zum Bildungsstandort München entscheidend.

Eine erfahrene Truppe bei Doka in Maisach

Die Vorstandschaft der Deutschen Doka schätzt die Maisacher Belegschaft ungemein: „Wir können hier auf eine sehr erfahrene Truppe bauen“, sagt Frank Müller über die 200 Mitarbeiter vor Ort. Deutschlandweit sind es 800, weltweit 7000 verteilt auf 160 Standorte in 70 Ländern.

Dabei stemmte das Gesamtunternehmen Doka mit einem Jahresumsatz von 1,25 Milliarden Euro im Vorjahr den Löwenanteil an der österreichischen Unternehmensgruppe Umdasch. Den Rest macht die Ausstattung von Räumlichkeiten mit Inneneinrichtung (Ladenbau genannt) aus.

Geschäftsführer Müller, seit 1991 Teil der Deutschen Doka, freut sich über die hohe Loyalität innerhalb des Familienunternehmens: Im Schnitt bleiben Mitarbeiter dem Unternehmen 14 Jahre treu, man bemühe sich um die Übernahme aller Auszubildenden und will jeden einzelnen Mitarbeiter halten.

Als Doka nach Maisach kam

Dies war auch beim Umzug nach Maisach vor über 25 Jahren der Fall. In Puchheim, wo die 1961 in einer Münchner Eigentumswohnung gegründete Deutsche Doka ab 1973 ihren Sitz hatte, war keine Erweiterung vor Ort möglich. Der Umzug nach Maisach mitsamt kompletter Belegschaft wurde unausweichlich. Der Trend zur Expansion setzte sich auch hier fort, als man 2011 das jetzige Gelände um 20 000 Quadratmeter erweitern und damit die Anlieferung und Abholung von Schalung durch Lkw trennen konnte.

Doka hat immer wieder spektakuläre Aufträge. Darunter befinden sich beispielsweise das Burj Khalifa in Dubai als höchstes Bauwerk der Welt oder der zweitgrößte Wolkenkratzer (432 Park Avenue) der New Yorker Skyline. Auch für die Europäische Zentralbank in Frankfurt lieferte Doka Schalung. Die Firma hat zudem Anteil am Bau der Pylone für die längste Schrägseilbrücke der Erde in Shanghai.

Doch natürlich ist man auch heimatverbunden. So sind Bauwerke, die von Doka „formvollendet“ wurden, in der Region zu finden: In Garching steht das ESO-Supernova-Planetarium, die BMW-Welt am Olympiapark ist bereits jetzt legendär – und auch beim Bau der Allianz-Arena wurden Betonteile in Doka-Schalung gegossen. (Matthias Kast)

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