Tragischer Frontalunfall auf der Ortsumfahrung fordert zweites Todesopfer

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Die diesjährigen Teilnehmer am Maisacher Advent mit einigen Gründungsmitgliedern und Unterstützern: (v.l.) Paul Müller, Maria Osman, Ilse Müller (Initiatorin), Monica Trinkl, 3. Bürgermeisterin Wa ltraut Wellenstein, Evi Hoffmann und Max Hoffmann. 

„Club 49“

Sie sammeln für SOS-Kinderdörfer

Für viele gehört es zur Vorweihnachtszeit dazu, etwas zu spenden oder sich anderweitig für den guten Zweck einzusetzen. Das Engagement von Ilse Müller (68) aus Gernlinden beschränkt sich aber nicht auf die Weihnachtszeit. Sie und ihr „Club 49“ setzen sich schon seit 1986 für die SOS-Kinderdörfer ein.

Gernlinden Dieses Jahr waren Ilse Müller und ihre Mitstreiter zum 31. Mal mit einem Stand auf dem Maisacher Christkindlmarkt vertreten. Den gibt es seit 32 Jahren. Der „Club 49“ fehlte also nur bei der Premiere. Doch seit dem zweiten Jahr ist das Team ununterbrochen dabei. Dadurch konnte der Club insgesamt schon über 150 000 Euro sammeln.

Eine Freundin von Ilse Müller hat sie auf die Idee gebracht. „Sie war Krankenschwester und hat mir erzählt, was sie in ihrem Job leistet. Ich dachte mir, Menschen helfen kann ich doch auch“, erzählt Müller, die damals Angestellte in der Auslandsvermittlung der Telekom war. Mit sieben Freundinnen gründete sie 1986 einen ehrenamtlichen Club. Die 49 im Namen hätten sie gewählt, weil sie alle Jahrgang 1949 seien, erklärt Müller.

Auch heuer war der „Club 49“ wieder beim Maisacher Advent dabei. „Wir verkaufen hautsächlich selbst gemachte Sachen: Marmelade, gestrickte Socken, gebastelte Nikoläuse. Das ist jedes Jahr sehr einträglich“, erzählt Müller. Der Gewinn wird stets den Kinderdörfern gespendet.

Was an Waren übrig bleibt, das geht an das Kinderdorf in Dießen am Ammersee. Das wurde 1958 eröffnet und war das erste SOS-Kinderdorf in Deutschland. Die erste Einrichtung überhaupt wurde 1949 in Tirol geschaffen. Sie war für Kriegswaisen gedacht, die dort mit anderen Mädchen und Buben sowie einer Ersatz-Mutter in Frieden aufwachsen durften. Schon bald gab es auch in anderen europäischen Ländern Kinderdörfer. Heute existieren weltweit fast 600.

Ilse Müller ist oft in Dießen und spielt mit den Kleinen. „Ich bin selbst Mutter eines Sohnes, Kinder liegen mir am Herzen.“

Der „Club 49“ war auch bei anderen Veranstaltungen vertreten. „Wir hatten jahrelang einen Stand bei den Ostermärkten“, erinnert sich Müller. Den meisten Gewinn haben die engagierten Frauen allerdings mit einer eigenen Kochbuchreihe erzielt. Anfang der 1990er-Jahre veröffentlichten sie drei Bände der Reihe „Gernlindner Schmankerl Koch- und Backbuch“. Von den Büchern gab es mehrere Auflagen, heute werden keine mehr gedruckt. „Wir haben sie damals für zehn Mark verkauft, jetzt werden sie im Internet teilweise für 30 Euro gehandelt.“

Der „Club 49“ hat zwei Dorfpatenschaften übernommen: seit 1986 für ein SOS-Kinderdorf in Guatemala und seit 1996 für ein Dorf in Kolumbien. Müller war schon einmal in Kolumbien: „1996 bin ich mit einer Freundin nach Bogotá gereist und habe den Kindern Spielzeug gebracht“, sagt sie.

Im nächsten Jahr wollen Ilse Müller und ihre Mitstreiter kürzer treten und nur noch Aktivitäten im privaten Kreis organisieren. „Heuer waren wir zum letzten Mal auf dem Maisacher Advent. Es ist zu viel Arbeit, und wir werden auch nicht jünger“, meint sie. „Trotzdem werden wir weiter Geld an die Kinderdörfer spenden. Sie können jede Unterstützung gebrauchen.“ (Katharina Wohlfart)

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