Christine Wunderlwill Rathauschefin werden. Foto: ad

Kommunalwahl 2020

Sie will Bürgermeisterin werden: Grüne fordert Maisacher Rathauschef heraus

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Der erste Herausforderer für Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) bei den Kommunalwahlen am 15. März 2020 ist eine Frau: Christine Wunderl, für die Grünen im Gemeinderat, tritt gegen Seidl an.

MaisachDie Aufstellungsversammlung muss zwar erst noch stattfinden. Doch die Nominierung von Wunderl dürfte dann nur noch Formsache sein. Beim jüngsten Grünen-Stammtisch im Restaurant Essraum in Gernlinden sagte gut ein Dutzend anwesender Mitglieder des Ortsvereins der 55-jährigen Maisacherin jedenfalls einstimmig die Unterstützung zu.

Seidl muss von der CSU ebenfalls noch nominiert werden, hat aber bereits bekundet, wieder kandidieren zu wollen. Und auch die Freien Wähler haben einen Kandidaten angekündigt.

Mit Bezug zur Natur

Nach Jahren der rasanten Entwicklung Maisachs will Wunderl ihrer Heimatgemeinde nun ein wenig Erholung gönnen. Eine maßvolle Entwicklung und ein ebensolcher Umgang mit der Natur sei ihr Ziel. Die als Paartherapeutin tätige Mutter zweier Kinder hat als Kind viel Zeit auf dem Hof des Onkels verbracht. „Vielleicht kommt daher auch mein Bezug zur Natur“, sagt sie. Jedenfalls hat sich Wunderl, die seit 2008 im Gemeinderat sitzt, das grüne Engagement für die Natur und für soziale Themen auch auf die Fahnen geschrieben.

Flächen sind Grundlage der Landwirtschaft

„Ich sehe die Gefahr, dass immer mehr landwirtschaftliche Flächen als Ausgleichsflächen benötigt werden“, sagt Wunderl angesichts der regen Bautätigkeit in Maisachs jüngerer Vergangenheit. Diese Flächen seien aber die Grundlage der Landwirte, die diese oft gar nicht verkaufen wollten. „Die Landwirte brauchen kein Geld, sie brauchen ihre Flächen.“ Lieber will die designierte Grünen-Kandidatin darum versuchen, die Landwirte zum freiwilligen Bio-Anbau zu bewegen.

Gegen den Klimawandel

Erholung für die Gemeinde bedeute aber nicht Stillstand, betonte Wunderl. Sie sieht genügend weitere Aufgaben. „Wir müssen auch in der Gemeinde etwas gegen den Klimawandel tun“, sagt sie. Außerdem habe die Südumgehung bislang nicht die gewünschte Wirkung gehabt, den Ortskern von Autos und Lkw zu entlasten. Das sei eine unbefriedigende Situation für Fußgänger und Radfahrer. „Meine Vision ist eine Hauptstraße, auf der sich alle Verkehrsteilnehmer wohlfühlen.“

Für Senioren

Und nicht zuletzt will Wunderl sich um die Belange der Senioren verstärkt kümmern. „Wir tun viel für die Infrastruktur bei der Kinderbetreuung, aber wo bleiben dabei die Senioren?“ Man brauche eine Begegnungsstätte.

Der beim Stammtisch anwesende Landtagsabgeordnete Martin Runge aus Gröbenzell sieht angesichts der Grünen-Wahlergebnisse bei der Landtagswahl auch auf kommunaler Ebene Chancen für die Partei: „Bisher haben wir Kandidaten gestellt, um die Liste zu stärken, jetzt können und wollen wir etwas reißen“, sagte er. Für Wunderl waren die Ergebnisse auf Landesebene zwar nicht der Auslöser für ihre Kandidatur, sie können nach ihrer Ansicht aber durchaus als Rückenwind bei der Kommunalwahl dienen. Allerdings sieht sie in ihrer Heimatgemeinde noch Luft nach oben. „Wir werden in Maisach noch Überzeugungsarbeit leisten müssen“, sagte sie. Denn die Wahlergebnisse ihrer Partei seien in Maisach nicht so gut wie andernorts gewesen.

Kampfabstimmung um das Sprecheramt

Frauenpower gibt es bei den Maisacher Grünen künftig nicht nur bei der Kandidatur für das Bürgermeisteramt. Auch das Sprecherteam des Ortsvereins ist künftig komplett weiblich besetzt. Susanne Zwanzger wurde in ihrem Amt einstimmig bestätigt. Um den Posten des zweiten Sprechers gab es eine Kampfabstimmung, die diesen Namen auch verdient. Erst im dritten Wahlgang setzte sich Barbara Helmers, Fraktionssprecherin im Gemeinderat, gegen den bisherigen Sprecher Alexander Reichert durch. 

Schon im ersten Durchgang hatte Helmers die Mehrheit, kam wegen zweier Enthaltungen aber nicht über die nötigen 50 Prozent der Stimmen. Im zweiten Durchgang gab es ein Patt: Je sechs Stimmen entfielen bei einer Enthaltung auf beide Kandidaten. Nach einer Pause wiederholte sich im dritten Anlauf das Ergebnis der ersten Runde: Sechs Stimmen für Helmers, fünf für Reichert, zwei Enthaltungen. Da nun keine 50-Prozent-Mehrheit mehr nötig war, war Helmers gewählt. Reichert, der am Ergebnis sichtlich zu knabbern hatte, lehnte danach eine Kandidatur als Beisitzer ab. Stattdessen wurden sein Sohn Jean-Pierre Reichert, Ingrid Salvador-Perez und Matthias Weiss gewählt. Die bisherige Interims-Schatzmeisterin Angelika Simon-Kraus wurde fix ins Amt gewählt.

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