+

Landwirtschaft

So funktioniert die Mais-Ernte

Eine der letzten Feldfrüchte des Jahres wird derzeit eingefahren: Die Maisernte ist in vollem Gange. Auch Johann Hollinger ist zur Zeit gut beschäftigt – und ließ sich vom Tagblatt begleiten.

Überacker – Johann Hollinger ist Landwirt aus Überzeugung. Der 49-jährige Bauer blickt auf eine lange Familientradition zurück: „Unsere Hofstelle wurde im Jahr 1794 erstmals in einer Maisacher Gemeindechronik erwähnt“, erzählt der Landwirt aus Überacker, der im Jahr 2000 mit seinem Hof aussiedelte. Derzeit helfen ihm zwei Fahrer bei der Maisernte und natürlich müssen sie dabei oft durch die Ortschaften zu den Feldern fahren. In Überacker sind einige Straßen für den Durchgangsverkehr teilweise gesperrt, auch die Ortsverbindungsstraße nach Maisach ist für Landwirte nur nach Absprache passierbar. Da wird es alle paar Meter schon mal ein bisserl eng.

In der Fahrerkabine, knapp drei Meter über dem Asphalt, wird die Reporterin aufgrund der ungewohnten Perspektive fast seekrank, obwohl das Tempo des Schleppers inner- und außerorts angemessen ist. „Da kommt der doch nie durch“, denkt sie, während Hollinger lässig um eine halbseitige Sperrung kurvt und nebenbei zwei Kindern zurückwinkt.

Kollegen in riesigen Traktoren samt Hänger und ein Linienbus kommen Bauer Hollinger wenige Kilometer später entgegen. Kurz vorm Maisfeld wird’s fürs ungeübte Reporterinnen-Auge noch einmal eng auf der Straße zwischen Rottbach und Oberlappach, aber: „Für routinierte Fahrer ist das überhaupt kein Problem“, beschwichtigt Landwirt Hollinger.

Auf dem Feld am Ortsrand von Oberlappach wartet schon der Fahrer des Maishäckslers. Johann Hollinger bringt seinen Schlepper samt Hänger gekonnt in Position und dann geht’s auch schon los: Häcksler und Schlepper fahren parallel über’s Maisfeld, die Ernte wird auf den Hänger geblasen. Der ist im Nu voll und mit einem Gesamtgewicht von gut 28 Tonnen fährt das Gespann zurück zum Hollinger-Hof nach Überacker.

Dort wird die Ernte in einem Fahrsilo abgeladen und zwischengelagert. Ein Hektar Maisfeld war innerhalb von 20 Minuten abgeerntet, doch danach hört die Arbeit für den Landwirt nicht auf: Das Erntegut wird im Fahrsilo verdichtet und zwischengelagert, bevor es in 900-Kilo-Ballen gepresst wird.

Landwirt Hollinger baut auf ein verständnisvolles Miteinander mit seinen Nachbarn. Er weiß, dass die großen Schlepper und Erntemaschinen manchem Einwohner ein Dorn im Auge sind, aber: „Die Zeiten, wo wir mit kleinen Bulldogs übers Land getuckert sind, die sind halt vorbei“, sagt er. Hollinger nimmt Rücksicht, wenn er mit seinen großen Maschinen auf den Straßen und Fluren unterwegs ist. „Das ist für mich ganz selbstverständlich und gehört zum Landwirtsberuf einfach mit dazu.“ Umso mehr freut er sich, wenn Familien und Kinder seinen Hof besuchen und einen Blick in seinen Stall werfen. Und wenn sie ihn fragen, ob sie auf seinem Schlepper mitfahren dürfen, dann freut er sich auch.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gröbenzell will Lust auf Bücher machen
Premiere in Gröbenzell: Erstmals finden dort Büchertage statt. Vom 23. bis 25. November dreht sich alles rund um die Lektüre. Von Lesungen über einen Book-Slam bis hin …
Gröbenzell will Lust auf Bücher machen
Damit haben Kinder früher gespielt
Elektrobaukästen aus dem Jahr 1937, Schuco-Blechautos der 1940er-Jahre, eine 1915 handgesägte Puppenstube und eine „echte Dampfeisenbahn“ aus dem Jahr 1910: Das alles …
Damit haben Kinder früher gespielt
Nach Horror-Unfall: Bauamt entschärft B 2-Auffahrt
Nach dem schrecklichen Unfall auf der B 2 nahe der Anschlussstelle Germering, bei dem im März eine Dreijährige starb, hat das Freisinger Straßenbauamt die Gefahrenstelle …
Nach Horror-Unfall: Bauamt entschärft B 2-Auffahrt
Sorgenvoller Blick auf die Gröbenzeller Ortsmitte
Die Gröbenzeller Ortsmitte soll schöner werden. Damit dies Realität wird, ist für die westliche Bahnhofstraße ein neuer Bebauungsplan in Aufstellung, derzeit werden die …
Sorgenvoller Blick auf die Gröbenzeller Ortsmitte

Kommentare