+
Symbolischer Baubeginn: Bürgermeister Seidl, OB Raff, Innenminister Herrmann, Landrat Karmasin, Landtagsvize Bocklet, Investor Karl und Fluggegner Dombo (v.l.).

Südumfahrung Maisach

Spatenstich auf früherem Fliegerhorst-Areal

  • schließen

29 Jahre nach der ersten Planung sind am Mittwoch auf dem Nordteil des Fliegerhorsts Spaten mit goldfarbenem Blatt vorbereitet: Der offiziellen Baubeginn für Maisachs Südumfahrung steht an. Innenminister Joachim Herrmann betont, wie wichtig die neue Straße zur Verkehrsentlastung ist.

Maisach– Direkt neben einem Shelter, früher als Unterstand für Kampfflugzeuge genutzt, ist an diesem besonderen Tag ein großer Parkplatz ausgeschildert: Schließlich sind dutzende Ehrengäste geladen. Vier Fahnen wehen über dem Gelände: als Symbol dafür, dass die Umfahrung nicht nur für die Gemeinde Maisach und den Landkreis Fürstenfeldbruck, sondern auch für Bayern und gar ganz Deutschland von Bedeutung ist.

Für die Feierstunde vor einem alten Shelter wurden sogar Fahnen gehisst.

Im Hintergrund rattern die Baumaschinen, vorne tritt Bürgermeister Hans Seidl ans Rednerpult. Das Wichtigste, so sagt er, sei von Anfang an gewesen, „die Menschen im Ort vom Verkehr zu entlasten“. Rund 17 500 Fahrzeuge fahren in 24 Stunden durch Maisach. „Die Südumfahrung ist aber nicht nur eine Straße. Sie ist das erste Projekt der Nachnutzung des Fliegerhorst-Geländes.“ Zusammen müsse man jetzt daran arbeiten, nach dem Abzug des Militärs auch für die anderen Flächen ein vernünftiges Konzept zu entwickeln.

Dann verteilt der Rathauschef 14 Spaten – und zwar nicht in der protokollarischen Reihenfolge, sondern zuerst an diejenigen, die sich besonders verdient gemacht haben um das Bauprojekt. Die erste Sonderanfertigung aus dem Maisacher Bauhof erhält Amtsleiter Peter Eberlein, der seit 1989 mit der Südumfahrung beschäftigt ist. Der nächste Spaten geht an Landtags-Vize Reinhold Bocklet, der, so Seidl, bei derNachnutzung des alten Flugplatzes „nicht zur Staatsregierung, sondern zu den Menschen in der Region gehalten hat“.

Symbolischer Baubeginn: Bürgermeister Seidl, OB Raff, Innenminister Herrmann, Landrat Karmasin, Landtagsvize Bocklet, Investor Karl und Fluggegner Dombo (v.l.).

Es folgen Norman Dombo (Bürgerinitiative gegen Fluglärm), Altbürgermeister Gerhard Landgraf, Joachim Krauß, der Rechtsanwalt der Gemeinde, der über zehn Gerichtsverfahren für Maisach gewonnen hat, Vertreter des Gemeinderats und Planer. Erst zum Schluss bekommen Herrmann und Landrat Thomas Karmasin ein Arbeitsgerät in die Hand gedrückt – übrigens für alle ein Geschenk, das daheim noch zur Gartenarbeit tauglich ist.

Herrmann ist bestens gelaunt. Schließlich kommt er als Innenminister und bleibt es auch – das wird mittags offiziell von Neu-Ministerpräsident Markus Söder verkündet. Herrmann fragt launig, ob eine Gemeinde, die sich 14  goldene Spaten leisten könne, wirklich einen Zuschuss des Freistaats brauche? Der Neubau der 3,6 Kilometer langen Strecke kostet insgesamt rund zehn Millionen Euro, rund sechs Millionen Euro kommen per Zuschuss vom Land. Aber etwas Gutes hätten die Spaten doch, meint er: Man könne damit nicht umkippen; das war ihm 2012 bei einem Spatenstich mit einem Bagger in Kempten passiert.

Der Innenminister betont, wie wichtig die Umfahrung für die Infrastruktur sei: Wenn auf den Fursty-Flächen nahe Bruck Wohnraum und Gewerbegebiete entstehen, brauche man eine gute Anbindung. Deshalb wird Herrmann von Seidl daran erinnert, er möge sich für den schnellen Ausbau der B 471 und die Anbindung dieses neuen Gebiets an die S 3 einsetzen.

Bocklet – von Herrmann als „sehr hartnäckig“ gelobt – blickt zurück. Ende 2007 habe er die CSU-Fraktion im Landtag überzeugen können, dass der alte Flugplatz bei Maisach nicht der richtige Platz für die Zivilflieger sei. Verzögerungen seien dann auch entstanden, weil man eine Staatsstraße in einem Flora-Fauna-Habitat baue.

Er appellierte an den Fürstenfeldbrucker Stadtrat und OB Erich Raff, bei der Nachnutzung der Fursty-Flächen auf Brucker Flur BMW und die Polizei mit ihrem Fahrsicherheitszentrum nicht zu vergessen – beides schon lange Verbündete im Kampf gegen die Zivilflieger und für eine zukunftsfähige Nachnutzung. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Gröbenzeller ist Deutschlands bester Nachwuchs-Landschaftsgärtner
Der beste deutsche Landschaftsgärtner-Azubi kommt aus dem Landkreis: Ferdinand Vongehr aus Gröbenzell. Er setzte sich in einem Wettbewerb gegen neun andere Bewerber …
Gröbenzeller ist Deutschlands bester Nachwuchs-Landschaftsgärtner
Warum eine Kläranlage wichtig ist
 Der eine oder andere Besucher hat beim Tag der offenen Tür des Amperverbandes (AV) schon leicht die Nase gerümpft. während er an den Klärbecken und Betriebsgebäuden …
Warum eine Kläranlage wichtig ist
Auch nach Ostern: Dieses Huhn legt grüne Eier
Farbige Eier – so etwas gibt es normalerweise nur an Ostern. Auf dem Eibel-Hof in Puchheim-Ort können sie allerdings das ganze Jahr über gekauft werden. 
Auch nach Ostern: Dieses Huhn legt grüne Eier
In Schöngeising entsteht ein Camping-Platz
Durchreisende können mit ihren Campingmobilen künftig eine Rast am Enterbruck in Schöngeising einlegen. 
In Schöngeising entsteht ein Camping-Platz

Kommentare