+
Das Maisacher Rathaus

Maisach

Stefansberger Mitte soll ein Mischgebiet werden

  • schließen

Der Siedlungsdruck ist hoch, auch Maisach wächst deshalb stetig. Im kleinen Ortsteil Stefansberg sorgte zuletzt ein massives Bauvorhaben für Aufregung.

Maisach–  Jetzt meint der Gemeinderat, mit einem Bebauungsplan und der Umwandlung in ein Mischgebiet eine Lösung gefunden zu haben.

Im Rahmen der Nachverdichtung wollte ein Privatmann auf seinem Grund an der Kirchbergstraße 2 westlich der Kirche 24 Wohnungen in drei Mehrfamilienhäusern errichten. Das wäre auch möglich gewesen, weil für Stefansberg (noch) kein Bebauungsplan gilt. Damit hätten sich Neubauten laut Baugesetzbuch nur an der Umgebung orientieren müssen. Und da es im Ortsteil viele landwirtschaftliche und damit große Gebäude gibt, hätten auch die Neubauten sehr groß ausfallen dürfen.

Doch der Gemeinderat machte dem Privatmann im Sommer 2017 einen Strich durch die Rechnung: Er erließ eine Veränderungssperre und beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans, um die Wünsche in Bahnen zu lenken und die Planungshoheit zu gewinnen.

Ein Entwurf für den Bebauungsplan wurde im Juni 2018 vorgestellt. Ziel war, eine maßvolle Nachverdichtung zu ermöglichen, ohne dass der Dorfcharakter zerstört wird.

Ende des vergangenen Jahres stand das Thema wieder auf der Tagesordnung im Gemeinderat. Zwischenzeitlich waren einige Änderungen notwendig geworden, wie Andre Krimbacher vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München berichtete. Angedacht gewesen war die Festsetzung als Dorfgebiet. Doch dafür muss ein landwirtschaftlicher Betrieb im Geltungsbereich des Bebauungsplans liegen. Es gibt zwar Landwirtschaft in Stefansberg – aber eben nicht in dem für den Plan vorgesehenen Gebiet nördlich und südlich der Stefanusstraße. Ein Dorfgebiet ist also nicht möglich.

Es ist zwar möglich, im Plan keine Nutzung vorzugeben. Doch das gefiel dem Gemeinderat nicht.

Bleiben zwei Möglichkeiten: ein allgemeines Wohngebiet oder ein Mischgebiet (Wohnen und Gewerbe). Das Gremium entschied sich für ein Mischgebiet. Krimbacher soll dementsprechend umplanen – dann geht das Ganze wieder in den Gemeinderat.

Die Festlegung als Mischgebiet bedeutet aber, dass dann Gewerbeeinheiten mit eingeplant werden müssen. In der Sitzung klang durch, dass einige Stefansberger und auch einige Gemeinderatsmitglieder davon nicht begeistert sind. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) sagte aber, die Nachfrage sei groß. Im neuen Kleingewerbegebiet an der Staatsstraße bei Gernlinden habe man für zehn zu vergebende Flächen 27 Anfragen erhalten. Es gehe außerdem nicht um lautes Gewerbe, sondern um kleine Handwerksbetriebe oder Büros. Zur Straße hin könne man das Gewerbe unterbringen, dahinter dann Wohnraum.

Ein allgemeines Wohngebiet wurde aus zwei Gründen abgelehnt. Zum einen hätten dann viel mehr Wohneinheiten Platz und der Ortsteil würde exorbitant wachsen. Zum anderen müsste die Gemeinde überproportional in die Infrastruktur investieren. Mehr Familien bedeutet zum Beispiel, dass es mehr Plätze in Kitas und der Schule bräuchte, vom Verkehr ganz zu schweigen.

„Wir stehen hier am Scheideweg“, sagte Seidl. Wenn man jetzt in Stefansberg ein allgemeines Wohngebiet und damit eine starke Nachverdichtung genehmige, würden demnächst viele Wünsche aus anderen Ortsteilen eingehen. Durch die Mischung mit Gewerbe erreiche man auch, dass die Orte nicht zu reinen Schlafstädten werden. Denn mit Gewerbe sei auch tagsüber etwas los. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Berg von Aufgaben: Geld schmilzt wie Schnee
Kottgeisering hat dieses Jahr einiges vor. Am meisten wird die Gemeinde in Wasserleitungen investieren. Insgesamt werden sich die größeren Ausgaben auf rund 1,27 …
Berg von Aufgaben: Geld schmilzt wie Schnee
Straße umgeplant – nur so gibt’s Förderung
Der Ausbau der Bahnhofstraße in Schöngeising könnte größer ausfallen als geplant. Hintergrund: Die ursprüngliche schlanke Planung wäre nicht förderfähig gewesen.
Straße umgeplant – nur so gibt’s Förderung
Ärger über fehlenden Räumdienst am Mammendorfer Bahnhof
Die Zustände am Mammendorfer Bahnhof seien in diesem Winter nicht mehr hinnehmbar, findet Gemeinderatsmitglied Werner Zauser (Freie Wähler/FW) – und fand allgemeine …
Ärger über fehlenden Räumdienst am Mammendorfer Bahnhof
Mit drei Kommunen zur Öko-Modellregion
Die Stadt will gemeinsam mit Puchheim, Olching und Emmering „Staatlich anerkannte Öko-Modellregion“ werden. Wenn die Bewerbung Erfolg hat, gibt es zwei Jahre lang …
Mit drei Kommunen zur Öko-Modellregion

Kommentare