Auch Tote nach Einsturz der Autobahnbrücke in Italien

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Die Straße zwischen Unterlappach und Diepoltshofen soll 2020 neu gebaut werden – aber nicht früher. 

Freie Wähler fordern schnellere Sanierung

Stress auf der Straße und Stress im Bauamt

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Ein Antrag der Freien Wähler, die Straße zwischen Unterlappach und Diepoltshofen früher als geplant zu sanieren, hat für eine Kontroverse im Maisacher Gemeinderat gesorgt. Diskutiert wurde, wie viel man dem Bauamt im Rathaus zumuten kann.

MaisachSchlaglöcher und ausgefranste Ränder: Die Straße zwischen den beiden kleinen Ortsteilen ist in keinem guten Zustand. Deshalb soll sie saniert werden. Das steht schon länger fest. Die Bauarbeiten waren aber für das Jahr 2020 geplant. Die Freien Wähler (FW) hatten nun beantragt, das Projekt um ein Jahr vorzuziehen. FW-Fraktionschef Gottfried Obermair begründete dies mit dem „sehr schlechten Zustand“ der Straße: „Besonders im Winter und bei glatten Straßen sorgen die teilweise abfallenden Straßenränder für eine große Gefahr.“

Schon in der Aktuellen Viertelstunde zu Beginn der Gemeinderatssitzung, in der Fragen an das Gremium gestellt werden können, hatte sich ein Bürger aus Oberlappach zu Wort gemeldet. Markus Kellerer sagte, sein Ortsteil sei bisher landwirtschaftlich geprägt, müsse sich aber weiterentwickeln. „Und dazu brauchen wir eine vernünftige Straße.“ Besonders seit der Sperrung der Staatsstraße zwischen Maisach und Überacker, als die Umleitung auch über die Verbindung von Oberlappach nach Diepoltshofen führte, seien die Verhältnisse „fast untragbar“ gewesen. Kellerer appellierte an die Gemeinderatsmitglieder, die Sanierung „seiner“ Straße so schnell wie möglich anzugehen. Obermair sagte zum Antrag der Freien Wähler, ihm sei wichtig, „sofort mit den Planungen zu beginnen, mit dem Ziel, 2019 das Bauen starten zu können“.

Neue Trasse ist geplant

Darüber ärgerte sich Bürgermeister Hans Seidl (CSU). Er betonte, dass die Gemeinde für fast zehn Millionen Euro eine Südumfahrung baue. „Das bindet komplett die Kapazitäten der Bauverwaltung.“ Zudem sei ein langjähriger Mitarbeiter in Ruhestand gegangen, sein Nachfolger müsse sich erst einarbeiten. „Noch mehr können wir der Bauverwaltung nicht zumuten.“

Vize-Bürgermeister Roland Müller (CSU) sprang ihm bei: „Wir sollten keinen Druck auf unsere Mitarbeiter im Rathaus ausüben.“ Und Peter Aust (Unabhängige Bürger) betonte, „die Verwaltung muss mal verschnaufen“.

Ihn wundere, so Seidl, dass der Antrag der FW erst jetzt komme – und nicht schon beim Ortstermin des Bauausschusses an der Straße im Juli 2017 oder in den Haushaltsberatungen Ende 2017 vorgetragen worden sei. Bis jetzt sei Konsens gewesen, dass man die Straße heuer noch einmal ausbessere, 2019 plane und 2020 baue. Obermair antwortete, Bürger seien eben jetzt an die FW mit diesem Wunsch herangetreten. Seidl hatte zuvor gemutmaßt, „der Antrag ist wohl stark an der Öffentlichkeit orientiert“.

Zumal alle wüssten, so Seidl, dass man eine neue Trasse im Auge habe. Dafür muss die Gemeinde Grund kaufen. Die Verhandlungen mit den jetzigen Eigentümern laufen noch. Zudem brauche es umfangreiche wasserwirtschaftliche und naturschutzrechtliche Abklärung für eine neue Trasse. Und die geschätzten Kosten von 1,3 Millionen Euro seien sicher nicht zu halten. Seidl: „Das werden zwei Millionen Euro.“ Um die möglichen Zuschüsse zu beantragen, benötige die Verwaltung ein Jahr Vorlauf. Ergebnis des Rathauschefs nach Aufzählung aller Gegenargumente: 2019 werden die Bagger nicht anrollen.

Auch Straßenreferent Ric Unteutsch (SPD) war dafür, am bisherigen Zeitplan festzuhalten. So votierte auch der Gemeinderat – gegen die fünf Stimmen der Freien Wähler.

Am Rande der Diskussion sagte Bürgermeister Seidl, dass er auf keinen Fall für ein anderes Projekt die heuer eingeplante Sanierung der Sportplatzstraße in Malching verschieben wolle. Die kostet über 1,1 Millionen Euro. Zudem sei der Zeitplan aller Sanierungen sowieso schon schwer einzuhalten – weil er so eng sei.

Unsicherheit wegen Volksbegehren

Darüber hinaus, so Seidl, bleibe die Frage, wie künftig die Abrechnung der innerörtlichen Straßen erfolgt. Denn die FW sammeln ja Unterschriften für ein Volksbegehren zur Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung.

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