Coronavirus - Südafrika
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Auch in Afrika grassiert das Virus.

Maisach

Student startet Covid-Hilfe für Afrika

  • Fabian Dilger
    vonFabian Dilger
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Die Covid-19-Pandemie trifft die ganze Welt, doch auf einem Kontinent könnte die Lage besonders schlimm werden: Afrika. Deswegen hat ein junger Gernlindener eine Hilfsorganisation gegründet. Rund 20 000 Euro haben Niklas Huppmann und „Covaid Africa“ schon an Spenden eingesammelt.

Gernlinden – Niklas Huppmann ging es zu Beginn der Pandemie so wie vielen: „Ich wollte meine Freizeit nutzen, um etwas Gutes tun.“ Der 21-jährige Student hat Erfahrung, was Hilfsorganisationen angeht. Mit 16 Jahren war er Mitgründer von „Shades of Love“, ein Hilfsprojekt für Augenkrankheiten in Hochgebirgsregionen.

Niklas Huppmann hilft aus Gernlinden in Afrika.

Zur Idee für Covaid Africa sagt er: „Ich habe eins und eins zusammengezählt.“ Denn das Coronavirus könne in Afrika viel schlimmere Auswirkungen haben als in Europa: Viele Afrikaner leiden an Tuberkulose oder HIV und haben deshalb ein bereits geschwächtes Immunsystem. Zudem ist dort die medizinische Infrastruktur auf keinem guten Niveau.

Huppmann hatte zuerst die Idee, in einem Ort in Kenia Essenspakete ausliefern zu lassen – sodass die Menschen zuhause bleiben können. Das klappte aber nicht. Dann überlegte der Student: „Was könnte man als Fundraising-Kampagne anbieten?“ Ergebnis war eine Spendensammlung, zu der jeder von zuhause aus beitragen kann.

Die Wahl fiel auf die Musik. Huppmanns Eltern sind im Musikgeschäft tätig, daher wusste er, dass auch alle Musiker zuhause sitzen und keine Konzerte geben können. Die finale Idee waren dann Live-Konzerte im Internet, bei denen dazu aufgerufen wird, für das Projekt zu spenden. Nach einem ersten Aufruf meldeten sich sofort 150 Engagierte auf der ganzen Welt, die mithelfen wollten. Eine dieser Helferinnen hatte praktischerweise Kontakte in die Musikindustrie. So kamen die Bands an Bord.

Starthilfe gab es auch von Prominenten wie Fußballspieler Jérôme Boateng und Sängerin Lena Meyer-Landrut. Sie wurden auf Covaid Africa aufmerksam und teilten das Projekt über ihre sozialen Netzwerke.

Seit Mitte April laufen jeden Sonntag Live-Konzerte auf einem Youtube-Stream, junge deutsche Musiker wie Fil Bo Riva und Ätna spielten schon. Noch zwei bis drei weitere Konzerte sind geplant, dann soll die Reihe mit „einem großen Knall“ enden, wie Huppmann sagt. Bisher hat Covaid Africa rund 20 000 Euro an Spenden eingesammelt. Das Geld geht an Ärzte ohne Grenzen. Huppmann hatte schon Kontakte zu dem Verein: „Ich habe gemerkt, dass Ärzte ohne Grenzen eine super Organisation ist und das Geld direkt dort ankommt.“

Wenn die Konzertreihe zu Ende ist, soll Covaid Africa nicht einfach beendet werden. Das Hilfsprojekt soll transformiert werden. Niklas Huppmann möchte eine digitale Plattform für jedwede Art von humanitärer Hilfe daraus aufbauen. Schließlich habe man viele Freiwillige, das passende Netzwerk und auch PR-Agenturen an Bord. „Das, was wir gebaut haben, wird auch nach Corona weiterlaufen. Es wäre blöd, wenn wir dieses Netzwerk nicht am Leben erhalten.“

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