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Enaco baut unter anderem Stromnetze.

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Suche nach Grundstück: Maisach will Traditionsfirma halten

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 Die Firma Enaco will erweitern. Inwieweit das an der Tulpenstraße möglich ist, klärt gerade ein Gutachten. Doch die Pläne sind wohl dringend, deshalb steht nun sogar ein Wegzug aus Maisach im Raum.

Maisach – Bürgermeister Hans Seidl (CSU) informierte den Gemeinderat darüber, dass Max Bruckschlögl, einer der beiden Enaco-Geschäftsführer, ihn kontaktiert habe. Bruckschlögl hatte Seidl mitgeteilt, dass der Firma von einer anderen Kommune ein Gewerbegrundstück angeboten worden war. Die Gemeinde Maisach aber will das Unternehmen gerne am Ort halten. Enaco ist 1964 in Maisach gegründet worden, baut, wartet und repariert Gas-, Wasser- und Stromnetze und ist ein guter und wichtiger Gewerbesteuerzahler.

Grundstück für Erweiterung von Enaco im Gewerbegebiet

Der Gemeinderat hatte im Juni 2018 beraten, wie eine Erweiterung zu bewerkstelligen sei. Denn das ist nicht ganz so einfach. Das von der Firma ins Auge gefasste Areal liegt im nördlichen Bereich innerhalb des Überschwemmungsgebiets der Maisach. Der Gemeinderat gab deshalb in Auftrag, dass die Hochwasserzone von Überacker bis zur Gemarkungsgrenze westlich von Germerswang neu berechnet werden soll. Ziel ist, durch eventuell mögliche Verschiebungen zu erreichen, dass sich Enaco an der Tulpenstraße trotzdem ausdehnen kann.

Die Neuberechnung musste von der Gemeinde ausgeschrieben werden. Das verlief problematisch, wie Seidl auf Tagblatt-Nachfrage sagte. Als man endlich eine Firma gefunden habe, die den Auftrag abwickeln wollte, konnten deren Mitarbeiter nicht anfangen, weil der Förderbescheid der Regierung von Oberbayern noch nicht da war. Die Kosten von etwa 100 000 Euro wird die Gemeinde übernehmen. Denn die letzte Berechnung liegt schon mehrere Jahrzehnte zurück, eine Aktualisierung kann man auch für andere Planungen beziehungsweise Bauvorhaben gut gebrauchen. Bis zu 80 Prozent der Ausgaben übernimmt der Freistaat.

Mittlerweile läuft die Arbeit am Gutachten zur Neuberechnung des Überschwemmungsgebiets. Doch belastbare Aussagen werde es erst Ende des Jahres geben, so Seidl.

Suche nach anderen Standorten für Enaco

Dann könnte es vielleicht schon zu spät sein. Daher hat sich der Bürgermeister vom Gemeinderat die Erlaubnis geholt, nach alternativen Standorten für Enaco im Gemeindegebiet zu suchen. Man bräuchte ein Grundstück mit etwa 40 000 Quadratmetern. Ein als Gewerbegebiet ausgewiesenes Areal in dieser Größe gibt es derzeit in Maisach nicht – aber der Gemeinderat könnte beschließen, eine Fläche auszuweisen.

„Wir wollen ein Signal setzen, dass wir Enaco halten wollen“, sagte Seidl nach der Sitzung. Vielleicht könne er den Geschäftsführern schon in den Sommerferien eine Rückmeldung geben. Der Bürgermeister ist stolz darauf, „dass wir in den vergangenen zehn Jahren kein Bestandsunternehmen verloren haben“. Daher mühe man sich, auch die Zentralverwaltung von Enaco (gleichbedeutend mit dem Steuerstandort) in Maisach zu halten.

Die Firma hat etwa 650 Mitarbeiter, rund 80 davon arbeiten in Maisach. Die kommen überwiegend aus dem Ort selbst und aus Olching. Die GmbH hat Zweigbetriebe, in der näheren Umgebung zum Beispiel in Germering, Garching (Landkreis München) und in Reichertshofen (Pfaffenhofen/Ilm). In einer der Kommunen, in denen es Zweigstellen gibt, wäre wohl ein großes Gewerbegrundstück für Enaco frei. 

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