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Heidi Minderlein.

Es fehlt an Geld und Hilfe

Tierfreunde Brucker Land: Verein vor dem Aus?

Landkreis – Die Tierfreunde Brucker Land stehen am Scheideweg. Die Vorsitzende Heidi Minderlein will 2017 aufhören. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Im schlimmsten Fall droht dem Verein das Aus. Was geschieht dann mit den Schützlingen der Tierfreunde?

Heidi Minderlein steht dem Verein seit dem Jahr 2005 vor. Die Neuwahl der Vorstandschaft ist für nächstes Jahr terminiert. Peter Minderlein, Ehemann der Vorsitzenden: „Wenn sich dann kein Vorsitzender findet, müssen wir unseren Verein im Jahr 2018 auflösen.“

Das wäre dann wohl auch das Ende der Tierauffangstation in Überacker. Dort kümmern sich ehrenamtliche Helfer um die Versorgung von mehr als 400 Tieren. „Allein im letzten Jahr wurden wieder gut 10 000 Arbeitsstunden zum Wohl der Viecherl geleistet“, erinnert Heidi Minderlein. Sie betont in diesem Zusammenhang: An Nachschub trauriger Tierschicksale mangelt es nicht. „Es ist ein Elend für Mensch und Tier, denn das Leid der Tiere bringt auch unsere Gefühlswelt durcheinander und bereitet uns oft schlaflose Nächte“, sagt die Vorsitzende.

Mit einem Rundbrief an alle 342 Mitglieder hat die Vorstandschaft auf die prekäre Lage des Vereins aufmerksam gemacht. Bisher habe sich niemand bereiterklärt, den Vorstandsposten zu übernehmen. „Wir bekamen lediglich fünf Antworten auf unseren Rundbrief und die Aussagen darin waren mehr als ernüchternd“, stellte Minderlein resigniert fest.

Letztlich müsse man auf kommunale Mittel aus dem Landkreis hoffen. Allerdings dürfte das kaum von Erfolg gekrönt sein. „Es gibt neben uns noch weitere Organisationen, die sich um Tiere in Not kümmern und die Bürgervertreter belassen es bislang bei Belobigungen“, sagt Peter Minderlein.

Seinen Fortbestand bestreitet der Verein bislang durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Knapp 52 000 Euro Einnahmen standen im vergangenen Geschäftsjahr Ausgaben in Höhe von über 55 000 Euro gegenüber. „Unterm Strich haben wir also 3000 Euro drauflegen müssen, denn die Kosten steigen.“ Allein für Arzt- und Futterkosten seien 50 000 Euro angefallen, rechnete Schatzmeisterin Daniela Ender den Vereinsmitgliedern vor.

Damit man kommunale Zuschüsse beantragen könne, müssten sich die unterschiedlichen Tierschutzorganisationen im Landkreis auflösen und unter einem Dachverein neu bündeln – ein eventuelles Tierheim wäre dann allerdings auch in der Pflicht, alle Tiere aufzunehmen. Um so eine Herausforderung stemmen zu können, müssten letztlich mehrere hauptamtliche Helfer eingestellt und auch entsprechend bezahlt werden. „Die Starnberger machen das und sie erhalten kommunale Förderungen, allerdings auf freiwilliger Basis“, informierte Peter Minderlein.

Heide Minderlein betont, dass sie und ihre Familie auch nach der Wahl 2017 gerne als ehrenamtliche Helfer für die Tierfreunde Brucker Land aktiv bleiben wollen: „Wir Minderleins werden nach wie vor gerne zur Verfügung stehen, denn die Tiere liegen uns am Herzen und dürfen nicht auf der Strecke bleiben.“

Die nächste Herausforderung steht schon an: „Wahrscheinlich müssen wir Klingelputzen gehen und den Bürgermeistern und Gemeinderäten im Landkreis die Dringlichkeit unseres Anliegens näherbringen; wir hoffen, es geht weiter und wir bekommen das in den Griff“, sagte Peter Minderlein.

Die Tierauffangstation

an der Bergstraße 94 in Überacker kann zu den Öffnungszeiten (Montag, Mittwoch und Samstag von 10.30 bis 12 Uhr) besucht werden. Ehrenamtliche Helfer und Förderer werden gesucht. Kontakt über die Homepage www.tierfreunde-brucker-land.de oder unter Telefon (08142) 448 76 16. (Angie Kiener)

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