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Überacker

Die Tierstation steht vor einem Schicksalsjahr

Überacker – Schicksalsjahr für die Tierfreunde Brucker Land: 2017 könnten entscheidende Weichen für den Fortbestand des Vereins gestellt werden. Gechieht das nicht, steht er vor dem Aus - und mit ihm die Tierauffangstation in Überacker.

Die langjährige Vorsitzende Heidi Minderlein will bei den anstehenden Neuwahlen in ein paar Monaten aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. Deshalb wird eine neue Vereinsführung gesucht. Kandidaten bisher: keine. Gleichzeitig wird immer klarer, dass die Arbeit in der Tierauffangstation mit rein ehrenamtlichen Helfern nicht mehr zu stemmen ist.

Die Tierfreunde möchten deshalb eine hauptamtliche Tierheimleitung einstellen und zwei bis drei Helfer auf 450-Euro-Basis beschäftigen. Um das zu finanzieren, reichen Mitgliedsbeiträge und Spenden bei weitem nicht aus. Heidi Minderlein und ihre Mitstreiter hoffen deshalb auf finanzielle Unterstützung von den Kommunen und vom Landkreis.

Denn die Tierfreunde nehmen den Gemeinden eine öffentlich-rechtliche Aufgabe ab, wenn sie Fundtiere betreuen, sie an ihre Besitzer zurückvermitteln oder ein neues Zuhause für sie finden. Ohne die Tierauffangstation müssten sich die kommunalen Fundämter um die Vierbeiner kümmern.

Positive Signale kommen inzwischen vom Landkreis. Das Landratsamt will ab 2017 einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 7200 Euro an die Tierfreunde zahlen. Die Summe ist nicht aus der Luft gegriffen, wie der Leiter des Veterinäramts Hans Werner Merk erklärt. „Das Geld würde reichen, um die jährlichen Kosten für eine 450-Euro-Kraft zu decken.“ Der Posten steht bereits im Kreishaushalt, der kürzlich vom Kreistag genehmigt wurde.

So viel immerhin ist klar: Der Landkreis hat ein Interesse am Fortbestand der Tierauffangstation. Denn dort werden auch Vierbeiner untergebracht, die das Veterinäramt den Besitzern aufgrund von mangelhafter Haltung wegnehmen muss. „Der Verein unterstützt uns bei der kostengünstigen Unterbringung dieser Tiere“, sagt Merk. „Sonst würden diese Kosten in großer Höhe beim Landkreis hängen bleiben.“

Normalerweise müssten die Tierbesitzer dafür aufkommen. „Das ist die Theorie, aber es gelingt nicht immer.“ Die Tierfreunde hoffen, dass möglichst viele Gemeinden dem Beispiel des Landkreises folgen und einen Zuschuss bewilligen. In einem offenen Brief an die Bürgermeister weisen sie darauf hin, dass dies andernorts durchaus üblich ist. Dort erhalten Tierschutzvereine von Städten und Gemeinden beispielsweise eine Zuwendungspauschale zwischen 50 Cent und 1,50 Euro pro Einwohner.

Enttäuschend fiel die Resonanz aus den eigenen Reihen der Tierfreunde aus. Ein Aufruf an die über 300 Mitglieder, sich über die Zahlung der jährlichen Beiträge hinaus auch praktisch zu engagieren, lief ins Leere. Nicht einmal fünf Prozent antworteten auf das Schreiben, und jeder von ihnen hatte eine Entschuldigung parat – zum Beispiel fortgeschrittenes Alter oder Tierhaarallergien.

„Ich glaube, unseren Mitgliedern ist der Fortbestand egal“, zog Heidi Minderlein bei der Jahreshauptversammlung 2016 enttäuscht Bilanz. Sie selbst will weiter in der Tierauffangstation mit anpacken, auch wenn sie nicht mehr Vereinsvorsitzende ist. Denn das Leid ihrer Schützlinge lässt sie nicht ruhen – egal, ob die Tiere nach Unfällen oder Misshandlungen in die Tierauffangstation gebracht werden oder aus nicht artgerechter Haltung kommen, zum Beispiel dem sogenannten animal hoarding.

„Wir dürfen gar nicht nachdenken, welche unsägliche Not viele Tiere erleiden müssen“, so Minderlein. Um für sie den Verein und die Tierauffangstation zu erhalten, hofft sie bis zur Mitgliederversammlung 2017 „auf eine göttliche Eingebung oder eine andere Erleuchtung“. (os)

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