Prominente Unterstützung für ein Schulprojekt erhielt die Togohilfe von Kabarettistin Martina Schwarzmann (2.v.l.). 

Maisach

Die Togohilfe muss umziehen

Die Togohilfe mit Margret Kopp (67) an der Spitze ist heute wohl der größte Togohilfsverein in ganz Deutschland. 

Maisach Sieben Jahre lang war das „Togohaus“ in Maisach das Zentrum und gleichzeitig Zuhause des Projekts. Doch diese Ära ist jetzt zu Ende, denn die Togohilfe ist vor einigen Wochen an den Viehmarkt nach Fürstenfeldbruck umgezogen. „Wir stecken noch mitten im Umzug“, erzählt Kopp. „Es ist noch viel zu tun.“

Wenn Margret Kopp über die Togohilfe spricht, merkt man, dass ihr ganzes Herzblut in diesem Projekt steckt. Seit fast 40 Jahren unterstützt sie Tag für Tag die Menschen in Togo in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Dorfentwicklung. Mehrmals im Jahr fliegt sie hierfür sogar extra nach Afrika. Der Hilfsverein unterstützt vor Ort zahlreiche Projekte, wie Schülerpatenschaften oder den Bau von Trinkwasserbrunnen.

Ein besonderer Fokus liegt auch auf der Unterstützung und Bildung der Mädchen in Togo. „Sie erziehen schließlich die nächste Generation“, erklärt Kopp. Spannend ist auch das Dorfentwicklungsprojekt. Hier werden zehn abgelegene Dörfer betreut und Schritt für Schritt weiter entwickelt. „Wir möchten Perspektiven und ein lebenswertes Leben in den Dörfern schaffen“, so Kopp. Damit soll auch verhindert werden, dass Menschen überhaupt als Flüchtlinge ihre Heimat verlassen.

Ausgehend vom Maisacher Togohaus wurden die einzelnen Projekte koordiniert. Gleichzeitig galten die Räumlichkeiten auch als Anlaufstelle für Unterstützer und Spender aus der Umgebung. Der Umzug aus der Heimat ist dem gesamten Togohilfe-Team nicht leicht gefallen. „Wir hatten hier wirklich sieben sehr gute Jahre“, schwärmt Kopp. „Es heißt ja auch schon fast die „Maisacher Togohilfe“ und die werden wir auch immer irgendwie bleiben.“

Eine Wahl, doch in den alten Räumlichkeiten zu bleiben, hatte die Togohilfe-Chefin nicht, denn die Mieterhöhung durch Spendengelder zu finanzieren, kam für Kopp nicht infrage: „Wir gehen mit unseren Spenden sehr behutsam um und ich achte sehr darauf, dass die Verwaltungskosten nicht zu hoch werden.“ Mit nach Fürstenfeldbruck gezogen ist ihr Sohn Andy Kopp mit „Togo-Contact“. Er bietet dort nicht nur Reisen nach Togo an, sondern verkauft in seinem Laden auch Gewürze, Kaffee oder Dekoartikel, die direkt aus dem westafrikanischen Land stammen. Obwohl der Laden und der Hilfsverein getrennt sind, teilen sich Mutter und Sohn die Miete und die Räumlichkeiten am neuen Standort. „Er hat für Togo-Contact einen hübschen Laden vorne und wir sind in den beiden hinteren Büroräumen“, freut sich Kopp.

Einen Haken hat die neue Unterkunft allerdings schon. Der Lagerraum in Maisach muss ebenfalls bis Ende August geräumt sein. Dort wurden über mehrere Wochen hinweg Sachspenden aus dem Gesundheitsbereich oder auch Schulmöbel, Werkzeuge für Handwerker oder Babynahrung gesammelt. Zwölf bis 15 mal pro Jahr wurden diese Hilfsgüter dann nach Togo geschickt. Da ein solcher Lagerraum in Bruck bisher fehlt, muss der Hilfsgütertransport erst einmal eingestellt werden. „Das tut besonders weh“, so die Maisacherin. Ganz verabschieden von dem Projekt kann sich Kopp trotzdem nicht: „Jetzt richten wir uns hier erst mal ein und dann schauen wir ob sich da noch was ergibt“.

Trotz Abschiedsschmerz und der Lagerraumproblematik freut sich Kopp aber auch auf die Zeit in Bruck. Sie sieht hier sogar neue Chancen für die Togohilfe. „Wir sind in den letzten Jahren sehr groß geworden, da ist es ganz gut, jetzt zentral in der Kreisstadt zu sitzen“, so Kopp. Auch Fürstenfeldbrucker Unterstützer haben nun zukünftig einen kürzeren Weg zur Togohilfe. (nh)

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