In Maisach

Trabrennbahn nimmt weitere Hürde

Maisach - Nach Jahren des Stillstandes geht es voran: Der Bauantrag für die Trabrennbahn auf dem alten Flugplatz ist genehmigt. Aber es gibt noch keinen gültigen Bebauungsplan – und es zieht die Traber auch gar nicht aus Daglfing nach Maisach.

Was als „Neubau einer Sportanlage“ ganz unscheinbar auf der Tagesordnung des Gemeinderats stand, ist nicht weniger als ein Großprojekt: Die Trabrennbahn hat mit dazu geführt, dass die Kommune ein Zukunftskonzept für das Areal präsentieren und damit eine weitere Nutzung durch Flieger verhindern konnte. Nun hatte der Investor, die Karl-Gruppe, den Bauantrag eingereicht – der vom Gemeinderat einstimmig genehmigt wurde.

Geplant ist eine Rennbahn, 1000 Meter lang, durchschnittlich 20 Meter breit. Dazu kommen ein Schiedsrichterturm (fast 14 Meter hoch), eine Wetthalle (Grundfläche: 1188 Quadratmeter), die Hauptstallungen (Grundfläche: 2226 Quadratmeter) sowie ein Gebäude für weitere Ställe und Technik. Die Zuschauer, für die 444 Parkplätze geschaffen werden, bekommen eine Tribüne.

Die Zufahrt erfolgt über die geplante Südumfahrung. Wer nicht mit dem Auto kommt, kann von der S-Bahn aus auf Fuß- und Feldwegen in die Anlage gelangen. Alle Vorgaben aus dem Bebauungsplan werden eingehalten – nur die Hauptstallungen sind 26 Quadratmeter größer als erlaubt. „Das sollten wir dem Investor genehmigen, als Ausgleich für die lange Wartezeit“, sagte Bürgermeister Hans Seidl (CSU). Die Überschreitung wurde einstimmig durch gewunken.

 Jetzt ist es aber so, dass der Bebauungsplan für den Nordteil des alten Flugplatzes noch nicht beschlossen ist. Denn die Gemeinde wartet seit August und auch weiterhin auf die abschließende Stellungnahme der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern – der Flugplatz ist Flora-Fauna-Habitat. Wenn die Rückmeldung eingeht, müssen die Planer der Gemeinde kleinere Nachbesserungen vornehmen. Dann wägt der Gemeinderat die neuen Einwände ab – erst dann kann der Plan zur Satzung beschlossen werden. Das ist auch wichtig für die Südumfahrung. Deren Bau muss die Gemeinde bei der Regierung beantragen – die Frist dafür wurde von der Regierung erneut verlängert, da ihre Naturschutzfachleute für Verzögerung sorgen.

Der Bauantrag für die Rennbahn konnte aber vorgezogen werden – die Bagger dürfen erst anrollen, wenn der Plan gültig ist. Dann aber will die Karl-Gruppe zügig loslegen, sagt Projektleiter Stefan Gigl. Er betont: „Wir sind verpflichtet, die Rennbahn zu bauen. Die Traber haben einen Vertrag mit uns. Und der hat Gültigkeit, wie gerichtlich bestätigt wurde.“ Hintergrund ist, dass der Trabrennverein eigentlich nicht aus Daglfing weg will. Doch der Immobilieninvestor Günther Karl hatte dem Verein das Daglfinger Gelände abgekauft (beziehungsweise ihm dafür Schulden erlassen) – Karl will daraus Bauland machen. Im Gegenzug errichtet die Firma den Trabern ein neues Zuhause in Maisach. Projektleiter Gigl sagt, die Umzugsgespräche mit dem Verein laufen noch

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