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Bitte in die braune Papiertüte: Toni Leich

Müllvermeidung

Und noch ein Supermarkt verzichtet auf Plastiktüten

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Wer Bananen, Äpfel, Tomaten oder Karotten in Plastikbeutel packen will, der sucht im Edeka an der Bahnhofstraße in Maisach vergeblich. Seit Toni Leich (32) den Markt im August eröffnet hat, verzichtet er auf Kunststofftüten. 

Maisach – Hunderttausende Tonnen Plastikmüll produzieren die Deutschen jährlich – Tendenz steigend. Dabei geht es auch anders, findet der schlanke Mann mit der Halbglatze und der eckigen schwarzen Brille.

Seine Kunden packen Obst und Gemüse in braune Papierbeutel. „Besser wären Tragenetze, die uns die Leute wiederbringen“, sagt Leich. Zwar sollten sie aus Gründen der Stabilität am besten aus Plastik sein. Man könnte sie jedoch waschen, erneut verwenden und damit weniger Müll produzieren – so die Theorie. Bisher hat Leich aber keinen Anbieter für diese Vision vom – fast – abfallfreien Einkaufen gefunden.

Bevor er im Sommer nach Maisach kam, hat Leich einen Edeka-Markt in Unterhaching geleitet. Auch dort wurden Plastikverpackungen aus der Obst- und Gemüseabteilung weitgehend verbannt. In Maisach ist Leich selbstständiger Einzelhändler. Er entscheidet, welche Tüten er anbietet – und auch ein Stück weit, wie viel Plastikmüll seine Kunden produzieren.

Während die meisten jüngeren Menschen die Papierbeutel von Anfang an gut fanden, wunderten sich die Älteren zuerst. Viele hätten sich im Laufe der Jahrzehnte einfach an die durchsichtigen Kunststoffbeutel für Gemüse und Obst gewöhnt, sagt Leich. „Wenn ich ihnen aber den Grund für die Umstellung erkläre, sind die Reaktionen durchweg positiv.“

Preislich gibt es zwischen den Beuteln fast keinen Unterschied. Und auf der Papiervariante, die auch gratis im Supermarkt erhältlich ist, haften Klebeetiketten problemlos. Es gibt eigentlich keinen Grund, warum nicht alle Supermärkte auf Papier umsteigen sollten, findet Leich.

Doch sein Anliegen, Müll zu vermeiden, endet nicht bei Verpackungen. „Gemüse, das nicht mehr schön aussieht, und am Ende des Tages in der Auslage übrig bleibt, packen wir in eine extra Kiste. Die Kunden können es gratis mitnehmen“, sagt er. „Für Schlappohren, Fellknäuel und Co.“ ist auf dem Schild daneben zu lesen. Haustiere stören sich schließlich nicht an Druckstellen oder welken Blättern.

Eine andere Lösung hat der Edeka-Chef für Lebensmittel, die bald ablaufen. Denn ist das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, haftet er und nicht der Hersteller für Mängel. Doch Leich will möglichst wenig Lebensmittel wegwerfen. Daher verkauft er die Waren zwei Tage vor dem Ablaufdatum zum halben Preis. „Sie bekommen einen rotes Preisschild und wir stellen sie gut sichtbar in eigene Körbe im Kühlfach“, sagt er. Bleibt davon noch etwas übrig, gehen Lebensmittel an die Tafeln in Fürstenfeldbruck, Maisach und Olching

So will Toni Leich die Welt zumindest im Kleinen etwas besser machen – auch wenn er nicht ganz an seine Ideale herankommt. Denn komplett ohne Plastik kommt er in seiner Obst- und Gemüseabteilung nicht aus. Manche Sorten werden bereits in Kunststoffolie eingeschweißt angeliefert. Auch der AEZ in der Buchenau verzichtet bereits auf Plastiktüten beim Obst.

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