Das ist der Christus aus Lindenholz von Paul Mrusek.

Sitzungssaal der Gemeinde Maisach

Verein bietet Christusfigur fürs Rathaus an – dann gibt’s Knatsch

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Dicke Luft im Gemeinderat. Auslöser war eine Christusfigur aus Lindenholz, die wohl keiner haben mag. Das Leihangebot des Heimat- und Trachtenvereins D’Maisachtaler wurde jedenfalls vorerst ausgeschlagen.

Maisach–  Was war passiert? Ortsarchivar, Kulturreferent und CSU-Ratsmitglied Stefan Pfannes hatte vorgeschlagen, mit dem Korpus ein Kreuz im neuen Sitzungssaal an der Riedlstraße zu bestücken. Der Verein würde die Figur der Gemeinde leihen, weil er im Moment keine Verwendung dafür hat. Seit 1958 und bis 2017 zierte der Christus, 1957 geschnitzt vom Gernlindner Künstler Paul Mrusek, das Vereinskreuz am „Dreieck“ an der Überacker Straße. Doch dort wurde umgebaut. Das Kreuz musste versetzt werden in einen kleinen Grünstreifen an der östlichen Ortsausfahrt.

Weil aber das Kreuz auch gedreht wurde, war die Holzfigur viel stärker der Witterung ausgesetzt. Reparaturen häuften sich. Und so wurde der Christus durch einen Metallkorpus ersetzt.

Jetzt hat der Verein den Holz-Jesus übrig. Die Mitglieder wollen die Figur aber nicht irgendwo einlagern. Und ein eigenes Vereinsheim haben sie nicht. Bevor das Kunstwerk in Vergessenheit gerät, so die Überlegung, könnte doch die Gemeinde dem Christus eine neue Heimat geben. Denn ein Kreuz brauche man sowieso im neuen Sitzungssaal.

Pfannes: „Habe schon mehrere Vorschläge gemacht“

Daher das Angebot der Dauerleihgabe. Doch das kam wohl nicht gut an – oder es gibt andere Probleme, die öffentlich nicht angesprochen werden sollten. Jedenfalls wollte Pfannes das Angebot, das er unterstützt und im Namen des Vereins im Rathaus eingereicht hat, im Gemeinderat weder vortragen noch genauer erläutern. „Ich habe schon mehrere Vorschläge gemacht“, sagte er zu Einrichtung des neuen Sitzungssaals. Und fügte sichtlich beleidigt hinzu: „Wenn man meint, erst umziehen zu müssen, dann muss man das so machen.“

Amtsleiter Peter Eberlein hatte in der Sitzungsvorlage schriftlich Stellung bezogen. Man nehme das Angebot „dankend zur Kenntnis“, hieß es. Der Sitzungssaal werde in diesen Tagen fertig. „Ich halte es für wichtig“, so Eberlein, „zunächst den Raum einzurichten und dann den Betrieb aufzunehmen.“ Erst dadurch erhalte man einen räumlichen Eindruck. Und erst dann könne man sich über „zusätzliche gestalterische und dekorative Maßnahmen“ unterhalten.

Also wurde das Angebot zurückgestellt. Entschieden werden soll erst nach der „Eingewöhnung“ im neuen Sitzungssaal. 

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