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Haben den Kampf fast aufgegeben: Tierfreunde-Vorsitzende Daniela Ender (stehend), Schriftführerin Ruth Goblirsch-Falkner (l.), Schatzmeister Peter (r.) und Beisitzerin Heidi Minderlein.  Wir werden in den nächsten zwei Jahren Zustände bekommen, wie im Ausland, wo herrenlose Tiere herumstreunen.“Heidi Minderlein

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Vertrag wird gekündigt: Galgenfrist für Auffangstation der Tierfreunde

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Die Zukunft des Vereins „Tierfreunde Brucker Land“ bleibt ungewiss. Die Tierauffangstation bleibt zwar noch geöffnet – doch das endgültige Aus scheint vorprogrammiert. Die Schuld an der Misere geben die Aktiven den Bürgermeistern im Landkreis.

Maisach Bei der Hauptversammlung beschloss der Verein den Vertrag mit der Gemeinde Maisach über die Gebäude der Auffangstation in Überacker zu kündigen. Dann könnte dort in einem Jahr Schluss sein, falls sich nicht doch noch eine Lösung findet.

Der Gemeinde Maisach ist die Einrichtung sehr wichtig, betonte Bürgermeister Hans Seidl (CSU) und stellte das ehrenamtliche Engagement heraus. „Sollte es wirklich zur Auflösung kommen, werden die Kommunen im Landkreis Probleme bekommen.“ Eine Unterbringung der Fundtiere außerhalb des Landkreises würde mit erheblich höheren Kosten für die Kommunen verbunden sein. Seidl plädierte für die Erhaltung der Auffangstation in der jetzigen Form.

Die beabsichtigte Schließung der Tierstation begründete die erste Vorsitzende der Tierfreunde Daniela Ender damit, dass ihre Eltern, Heidi und Peter Minderlein, nach 13 Jahren aus gesundheitlichen Gründen die Station nicht mehr weiterführen können. Daniela Ender steht im nächsten Jahr bei den turnusmäßigen Neuwahlen nicht mehr zur Verfügung.

Landkreis greift unterstützend ein

Man habe viel unternommen, um die Schließung abzuwenden. Das Landratsamt habe die Notwendigkeit erkannt, etwas zu unternehmen und den Verein mit einer 450 Euro-Kraft unterstützt, berichtete Daniela Ender. Zusätzlich hatten die Tierfreunde alle Bürgermeister zu einer Besichtigung der Auffangstation eingeladen und um finanzielle Unterstützung mit einer 50-Cent Pauschale pro Landkreisbürger gebeten. „Die Begehung fand auch statt, aber leider ohne den gewünschten Erfolg.“

Mit der Kopfpauschale wollten die Tierfreunde eine Vollzeitkraft und eine oder zwei 450-Euro-Kräfte finanzieren, um die Auffangstation aufrecht zu erhalten. Doch die Kommunen gingen nicht darauf ein. Eventuelle andere Unterstützungen knüpften die Gemeinden und Städte an die Bedingung, auch Hunde in der Auffangstation aufzunehmen. Dafür wären Zwinger erforderlich gewesen.

Eine Genehmigung dafür verweigerte aber der Maisacher Bauausschuss – auch aus Rücksicht auf eine mögliche Lärmbelästigung der Nachbarn. „Euer Fleiß und der emotionale Einsatz von ihnen allen für die Tiere kam in den anderen Gemeinden nicht an“, sagte Maisachs Bürgermeister Hans Seidl, der sich immer sehr für den Verein eingesetzt hat.

Das liege am direkte Handeln der Tierfreunde. Dadurch sei den anderen Gemeinden nicht bewusst, welche Kosten auf sie zukämen, wäre der Einsatz durch den Verein nicht vorher erfolgt, erklärte Seidl. Da wegen der bisherigen Praxis bei den Kommunen keine Kosten aufschlugen, hätten die meisten Bürgermeister auch keinen Grund für eine Unterstützung gesehen. Sollte die Auflösung der Auffangstation wirklich kommen, müssten die Kommunen umdenken. Beim Modell einer Pro-Kopfpauschale der 220 000 Landkreisbewohner würde nicht nur die Auffangstation profitieren. Da es auch noch andere Tierheime im Landkreis gibt, müsste die Summe aufgeteilt werden.

Emotionaler Auftritt 

Die ehemalige Tierfreunde-Chefin Heidi Minderlein fragte bei ihrem sehr emotionalen Auftritt, wo denn die Tiere hin sollen, wenn die Auffangstation schließt. Sie glaubt, dass die Bürgermeister das nicht gut überdacht haben. „Wir werden in den nächsten zwei Jahren Zustände bekommen, wie im Ausland, wo herrenlose Tiere herumstreunen.“ Der Landkreis müsse kapieren, dass dann alle für den Tierschutz aufkommen müssen. „Es ist eine Schande für den Kreis, wenn die Auffangstation schließen muss. Man muss die Bürgermeister noch mal in die Mangel nehmen.“ Der Verein hätte alle Gemeinden – außer Maisach – angeschrieben, dass die Auffangstation keine Tiere mehr aufnehmen könne. Nur Olching habe reagiert.

326 Tiere

Jetzt wollen die Tierfreunde bis Vertragsende 2019 die Zahl der aufgenommenen Tiere nach und nach bis auf null zurückfahren. 2017 betreute die Auffangstation in 9000 Arbeitsstunden 326 Tiere. Dazu kamen unzählige Stunden Vereinsarbeit wie Mitglieder- und Finanzverwaltung. Im vergangenen Jahr hatte der Verein 65 000 Euro Einnahmen, 18 000 Euro mehr als im Jahr zuvor, berichtete Schatzmeister Peter Minderlein. Die Ausgaben beliefen sich auf 43 000 Euro. Das bedeutet einen Überschuss von 22 000 Euro.

Das sei jedoch einmalig. Es liege unter anderem daran, dass das Landratsamt 9000 Euro Kosten übernehmen musste, die 22 aus einem Missstand befreite Kaninchen verursachten. Außerdem habe der Verein in Hinblick auf eine mögliche Schließung nichts mehr in die Auffangstation investiert. Der Kassenbestand am 1. Januar 2018 betrug 78 000 Euro. „Das wäre genau der Betrag“, so Minderlein, „um eine Vollzeitkraft und zwei 450 Euro-Kräfte im Jahr bezahlen zu können.“ Dann wäre aber noch kein Tier versorgt. Normalerweise beträgt das jährliche Budget rund 40 000 Euro, ebenso wie die Ausgaben.

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