Eine Postkarte aus dem Jahr 1937 zeigt die Siedlung, das Gut, die Kirche St. Konrad und die Gaststätte Waldschlössl.

Großes Fest

Vor 100 Jahren wurde Gernlinden gegründet

100 Jahre ist es her, dass Graf Hans zu Toerring-Jettenbach 100 Tagwerk Grund überschrieben hat und daraus die Siedlung Gernlinden entstanden ist. Das Kartell der Gernlindner Ortsvereine veranstaltet deshalb von 5. bis 7. Juli ein Festwochenende, zu dem täglich bis zu 1000 Besucher erwartet werden.

GernlindenSeit August läuft die Planung. Insgesamt 15 Vereine wie die Feuerwehr oder die Burschenschaft unterstützen die Festlichkeiten. Auch Bürgermeister Hans Seidl zeigt sich begeistert: „Es ist ungewöhnlich, dass nicht die Gemeinde, sondern das Vereinskartell so etwas organisiert. Doch für mich persönlich ist das genau richtig, denn die Vereine mit ihrer langen Tradition stellen die Geschichte des Ortes schließlich am besten dar.“ Die Gemeinde Maisach unterstützt das Vorhaben trotzdem organisatorisch und finanziell.

Ausstellung zur Entwicklung

Auftakt ist am Freitagabend mit dem großen Gartenfest und der Coverband „Rock Station“. Am Festwochenende geht es aber um weit mehr, als nur um Feiern und Spaß haben. „Alt- und Neubürger sollen sich besser kennenlernen, Gernlinden für alle zur Heimat werden“, erklärt Christian Kemether, der Vorsitzende des Kartells der Ortsvereine.

Außerdem soll das Fest die Ortsgeschichte den Bürgern näher bringen. Am Samstag wird es neben dem jährlichen Dorf- und Kinderspielplatzfest eine Ausstellung zur Gründung und Entwicklung geben. Archivar Stefan Pfannes bietet dazu zwei kostenlose Führungen an.

1934 entstand der Bahnhof

Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Gründungssteins. Dieses Denkmal wurde 1934 am Bahnhof errichtet und besteht aus einem Stein mit einer Bronzeplatte, die das Porträt des Grafen Hans zu Toerring-Jettenbach zeigt. Nach mehreren Standortwechseln in den vergangenen Jahren soll der Stein nun im Rahmen einer feierlichen Einweihung seinen endgültigen Platz im Baumpark beziehen. Anschließend findet ein Festzug zum Dorfplatz mit ökumenischem Gottesdienst statt. Der Abschluss des Wochenendes ist das Weißwurstfrühstück mit musikalischer Begleitung. Das besondere Motto „100 Jahre, 100 Cent“ verspricht wie früher kleine Preise für Essen und Getränke.

Toerring-Nachfahren werden zum Fest erwartet

Kemether verrät: „Auch einige Nachfahren der Familie Toerring werden am Sonntag an den Feierlichkeiten teilnehmen.“ Eine weitere Besonderheit für die Besucher ist die Gedenkmedaille. Sie wurde extra für das Jubiläum gefertigt und zeigt eines der ersten Gebäude in Gernlinden, das „Waldschlössl“. Die Gaststätte von 1903 wurde 1980 abgerissen, um Platz für den Bau des Bürgerzentrums zu schaffen. Die Medaille wird während der drei Festtage am Dorfplatz als Erinnerungsstück für je sieben Euro verkauft.

Über 200 Helfer

So kurz vor dem großen Wochenende setzt auch langsam die Nervosität ein, obwohl alles organisiert ist. Lediglich die 200 bis 250 Helfer benötigen noch Hilfe beim Auf- und Abbau. Freiwillige können sich weiterhin entweder an Vertreter des Kartells wenden oder einfach am Festwochenende selber zum Helfen auf den Dorfplatz kommen. „Wir sind ansonsten sehr gut in der Zeit, aber das Wetter können wir leider nicht beeinflussen. Den Gottesdienst könnten wir nach drinnen verlegen. Aber beim Gartenfest wäre so etwas nicht möglich“, sagt Kemether.

Das Programm

Freitag, 5. Juli, 19 Uhr: Gartenfest mit der Coverband „Rock Station“ am Dorfplatz, Eintritt sechs Euro, Einlass ab 16 Jahren. Samstag, 6. Juli, 14 Uhr: Kinderspielplatzfest; anschließend Dorffest mit Musik, Tanz, Essen; 15 und 16 Uhr: Ortsführung (Beginn am Ausstellungszelt am Dorfplatz). Sonntag, 7. Juli, 8.45 Uhr: Treffen im Baumpark am Friedhofswegerl; 9 Uhr: Einweihung des Ortsgründungssteins am neuen Standort, dann Festzug zum Dorfplatz mit Halt am Graf-Toerring-Brunnen; 10 Uhr: Ökumenischer Festgottesdienst, dann Weißwurstfrühschoppen mit der Blaskapelle Maisach. (nh)

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