Unterricht bei offenem Fenster: Lüften bleibt das Wichtigste, auch bei dem Einsatz von Luftreinigern. Bis die Schule wieder anfängt, wird die Gemeinde Seefeld dennoch zehn Geräte besorgen. Foto: dpa
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Unterricht bei offenem Fenster: Lüften bleibt das Wichtigste, auch bei dem Einsatz von Luftreinigern.

Maisach

Warten auf Zuschussregeln für Luftfilter

  • Andreas Daschner
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Für die Grundschulen in Maisach und Gernlinden sollen Luftreiniger gekauft werden. Doch im Rathaus fragt man sich, wann und wie man die Geräte bestellen soll, weil es noch keine klare Förderregelung gibt.

Maisach – Die Zuschussrichtlinien seien noch unklar, sagte Geschäftsleiter Peter Eberlein im Gemeinderat. Im Raum stehe ein Betrag von maximal 1750 Euro pro Raum. „Eine Fachfirma soll dabei für jeden Raum die Eignung der jeweiligen Geräte prüfen.“ Wie sich das auf die Förderung auswirkt, ist unklar. Zudem weiß niemand, welche Reiniger bezuschusst werden.

Noch ein Punkt muss laut Bürgermeister Hans Seidl (CSU) geklärt werden. Rund 150 Geräte für schätzungsweise insgesamt 550 000 Euro müssten angeschafft werden – Maisach wäre damit in einer Größenordnung, die eine europaweite Ausschreibung nötig machen würde. Doch das will man möglichst vermeiden, weil es das Verfahren verzögert. Daher will der Rathauschef schnell eine Info von der Regierung, ob in diesem Fall die Schwellenwerte aufgehoben werden.

Gottfried Obermair (FW) forderte eine Garantie, dass die Schüler nach der Beschaffung der Luftreiniger nicht mehr in den Distanzunterricht gehen müssen. Diese wird man laut Seidl nicht bekommen: „Wir wissen nicht, welche Mutante bis dahin im Umlauf ist. Und ob die Geräte gegen diese wirksam sind.“

Eberlein verwies darauf, dass sich Schüler auch außerhalb der Schule anstecken können. „Und dann garantiere ich, dass am nächsten Tag die ganze Klasse in Quarantäne ist.“ Präsenzunterricht sei in diesem Fall nicht möglich.

Förderrichtlinien müssen klar sein

Barbara Helmers (Grüne) meinte, man müsse alles tun, damit die Kinder nicht noch einmal lange zu Hause bleiben müssen – „auch wenn wir keine Garantie bekommen“. Ihr geht die Beschaffung nicht schnell genug. Doch Eberlein betonte, dass die Gemeinde erst die Fragen klären muss. „Uns sind die Hände gebunden“, sagte der Geschäftsleiter. „Wir können nicht ausschreiben, solange die Förderrichtlinien nicht bekannt sind.“ Andernfalls sei die Auszahlung des Zuschusses gefährdet. Die Gemeinde müsse dann die Kosten alleine tragen.

Schulreferentin Christa Turini-Huber (CSU) möchte probeweise Geräte aufstellen lassen. „Die kann man vielleicht sogar leihen oder mieten.“ Dann könne man Erfahrungen sammeln, wie die Reiniger arbeiten, wie laut sie sind und ob sich negative Auswirkungen auf den Unterricht ergeben. Dieser Vorschlag wird weiterverfolgt.

Zudem beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung mit großer Mehrheit, im Kampf gegen Corona die Ausschreibung für den Kauf der Geräte vorzubereiten. Sobald die Förderrichtlinien vorliegen und alles geklärt ist, soll die Ausschreibung veröffentlicht werden.

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