Weil wegen der Corona-Pandemie die Einschulung vieler Kinder zurückgestellt wird, kommen die Kitas an ihre Kapazitätsgrenzen. (Symbolbild)
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Weil wegen der Corona-Pandemie die Einschulung vieler Kinder zurückgestellt wird, kommen die Kitas an ihre Kapazitätsgrenzen. (Symbolbild)

Korridorkinder

Wegen Corona ein Jahr später in die Schule: Kitas im Landkreis FFB kommen an ihre Grenze

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Weil wegen der Corona-Pandemie die Einschulung vieler Kinder zurückgestellt wird, kommen die Kitas an ihre Kapazitätsgrenzen.

Landkreis – Massive Probleme bereiten die so genannten Korridorkinder der Gemeinde Maisach. Rund 40 Buben und Mädchen wurden von der Einschulung für das nächste Schuljahr zurückgestellt – auch wegen der Coronapandemie. Die Kitas der Gemeinde laufen deshalb über. Auch in anderen Kommunen reichen die vorhandenen Plätze heuer nicht aus.

Zum Schuljahr 2019/2020 war der sogenannte Einschulungskorridor eingeführt worden. Bei Kindern, die zwischen dem 1. Juli und 30. September sechs Jahre alt werden, entscheiden demnach die Eltern nach einer Beratung und Empfehlung durch die Schulen, ob ihr Kind zum kommenden Schuljahr oder erst ein Jahr später eingeschult wird.

Wechselunterricht, Home Schooling, Maskenpflicht: Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Schulunterricht haben in Maisach offenbar viele Eltern vor einer Einschulung zurückschrecken lassen. Dazu kommt laut Lena Bartenschlager aus dem Maisacher Rathaus ein geburtenstarker Jahrgang, so dass rund 50 Kinder nicht in den bestehenden Einrichtungen untergebracht werden können. Die Gemeinde arbeitet daher an einer Interimslösung mit einer zweigruppigen Modulanlage.

Eine solche Lösung benötigt auch die Gemeinde Gröbenzell. Die genaue Zahl der Kinder ohne Betreuungsplatz ist dort zwar noch nicht bekannt. Klar ist aber: Nicht jedes Kind kann in den vorhandenen Einrichtungen betreut werden. Probleme gibt es auch beim Bau der geplanten Interimslösung mit je zwei Kindergarten- und Krippengruppen. „Die erste Ausschreibung endete ohne Angebote“, sagt Rathaus-Sprecherin Katharina Müller.

Ein ganz anderes Problem hat die Stadt Fürstenfeldbruck. Dort gäbe es theoretisch ausreichend Kindergartenplätze. „Aktuell können aber rund 75 Plätze aufgrund von Personalmangel nicht belegt werden“, sagt Rathaussprecherin Tina Rodermund-Vogl.

In Oberschweinbach konnte bislang sechs Kindern keine Zusage für einen Platz erteilt werden. Dort sind aber nicht die Korridorkinder, sondern die hohe Zahl von Integrationskindern der Grund. Integrationskinder belegen gleich drei Plätze, weil sie eine intensivere Betreuung benötigen. Die Gemeinde arbeitet laut Richard Furtmeier aus dem Rathaus aber an einer Interimslösung.

In Grafrath wurden bereits vor Corona viele Kinder auf Wunsch der Eltern zurückgestellt. „Das hat uns vor einem Jahr aber mehr Probleme bereitet“, sagt Bürgermeister Markus Kennerknecht. Bei den diesjährigen Korridorkindern könne Corona durchaus eine Rolle spielen. Auch Türkenfelds Rathauschef Emanuel Staffler kann nur spekulieren: „Die vielen coronabedingten Schließtage könnten Zurückstellungen begründen.“ Aus Kottgeisering heißt es dagegen, dass die Rücksteller nichts mit der Pandemie zu tun hätten.

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