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Schöne Fee auf Stelzen: Das Empfangskomittee beim Kunsthandwerkermarkt in Anzhofen ist ein ganz Besonderes.

Handwerk im Stadl

Die Kunst zieht ein in Anzhofen

Anzhofen - Recycling kennt jeder. Aber Upcycling? Der Trend, bei dem aus Schrott Neues entsteht, spielt dieses Jahr eine Hauptrolle bei „Kunst und Handwerk im Stadl“.

Zum 21. Mal findet am Wochenende der große Markt in der malerischen Kulisse zweier Bauernhöfe in Anzhofen statt.

Die Besucher erwartet Erstaunliches in dem kleinen Weiler Maisachs. Dem Thema Upcycling widmet Organisatorin Helga Backus heuer zum ersten Mal eine Sonderschau. „Das ist ein weltweiter Trend“ sagt die 53-Jährige. Lampen aus leeren Konservendosen, Schmuck aus altem Besteck, Handtaschen aus weggeworfenen Aldi-Tüten, elektrische Kronleuchter aus Fahrradschrott – nach einem Rundgang durch das Upcycling-Zelt dürfte man sich fragen, warum überhaupt noch irgendetwas weggeworfen wird, da man ja offensichtlich alles noch verwerten kann.

Das ist Upcycling: Eine kunstvolle Metallschale aus Nägeln und Zangen, gemacht von Helga Backus.

Auch das ausgelesene Tagblatt müsste nicht unbedingt im Altpapier landen – eine der Künstlerinnen präsentiert Colliers, die aus alten Zeitungen gefertigt sind. Insgesamt werden über 100 Aussteller aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz in Anzhofen ihre Werke zeigen. Manchen kann man beim Arbeiten über die Schulter schauen. Die Palette reicht von Plastiken, Skulpturen und Objekten bis hin zu Goldschmiedearbeiten, Metall- und Papierkunst, Holz-, Glas-, Keramik- und Textilarbeiten. Viele der Teilnehmer sind neu, denn Helga Backus achtet stets auf Abwechslung.

1995: So sah das alte Bauernhaus damals aus.

Ausruhen und sich stärken kann man im Hofbiergarten. Für den musikalischen Rahmen sorgen unter anderem das Schweizer Acoustic Blues- und Jazzduo Red Hot Serenaders und Gabriele Ogrissek mit ihrer keltischen Harfe. Am Sonntag spielt beim traditionellen Jazzfrühschoppen die Bigband Jiri Mares.

Heute ist das malerische Gebäude renoviert.

Neu waren im vergangenen Jahr zum 20. Jubiläum die Fahrrad-Rikschas, die die Besucher vom Parkplatz zum Veranstaltungsgelände fuhren. Das kam so gut an, dass Helga Backus die Münchner Rikscha-Fahrer auch dieses Mal wieder angeheuert hat. Im gemächlichen Tempo auf idyllischen Wegen zum Markt kutschiert werden – „das bringt die Gäste gleich in die richtige Stimmung“. Bei der Ankunft werden sie von einem Blumenmädchen auf Stelzen begrüßt. Das ist Teil eines Walking Acts, bei dem die Stelzenläufer von den „Original Riesen Bayern“ mal in Lederhose und Dirndl, mal im Feenkostüm über das Gelände gleiten.

Die große Unbekannte ist, wie immer, das Wetter. Damit die üblichen 3000 bis 5000 Besucher kommen, sollten es nicht die Sahara-Temperaturen vom vergangenen Jahr sein, aber auch nicht der Dauerregen dieses Frühsommers. Obwohl die Veranstaltung auch dafür gerüstet wäre. „Es gibt genügend feste Kieswege durch Anzhofen.“

Vor 20 Jahren: Helga Backus (r., damals noch Lutzenberger) mit Sohn Dominik und anderen Künstlern der Schau.

Bei der Organisation von „Kunst im Stadl“ wird Helga Backus von ihrem Mann, den beiden Söhnen und mittlerweile auch einer Schwiegertochter unterstützt. „Ich habe mehr Helfer als früher, weil die Familie größer geworden ist.“ Im ersten Jahr trug sie beim Aufbau noch ihr jüngstes Kind in der Kraxe, heuer ist bereits ein kleiner Enkel mit von der Partie.

Kunst im Stadl

Der Kunsthandwerkermarkt findet statt am Samstag, 2. Juli, 12 bis 20 Uhr, und am Sonntag, 3. Juli, von 10 bis 18 Uhr. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre ist der Eintritt frei, Erwachsene zahlen vier Euro. Einen Teil des Eintrittsgeldes spendet der Veranstalter heuer an die Palliativstation des Krankenhauses Barmherzige Brüder.

von Ulrike Osman

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