Friseure mit Leidenschaft: (v.l.) Landesinnungsmeister Christian Kaiser, Katharina Hindl, Franz Höfelsauer, Bettina Zellhuber, neue Obermeisterin Andrea Macha (sitzend), Catherine Boulanger, Kreishandwerksmeister Harald Volkwein, Ehrenobermeister Josef Wieser (sitzend), Geschäftsführerin Jutta Sellin, Gisela Held und Johanna Wieser. 

Innungsversammlung 

„Wir müssen selbst ausbilden“

Andrea Macha aus Puchheim ist die Nachfolgerin von Josef Wieser aus Mammendorf, der seit 1994 als Obermeister die Friseurinnung prägte und nach 23 Jahren seinen Posten abgibt. 

Maisach – Neben den Neuwahlen stand die Ernennung von Wieser zum Ehren-Obermeister der Brucker Friseurinnung im Mittelpunkt der diesjährigen Hauptversammlung, zu der 25 Mitglieder ins Bräustüberl nach Maisach erschienen waren.

Als eine der gesündesten Innungen auf Bundesebene bezeichnete der Landesinnungsmeister der Friseure (LIV), Christian Kaiser, die Brucker Innung, die mit 77 Mitgliedsbetrieben zu den stärksten ihrer Zunft weit und breit zählt. „Von euch kann man sich ein Scheibchen abschneiden“, sagte Kaiser. Er freue sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit mit der neuen Vorstandschaft.

Die Befürchtungen der neu gewählten Obermeisterin, es würde schwierig werden, weitere Vorstandskandidaten sowie Mitglieder für die verschiedenen Ausschüsse wie den Berufsbildungsausschuss zu finden, erwiesen sich als unbegründet. In Rekordzeit waren die turnusmäßigen Neuwahlen über die Bühne gegangen. Zur stellvertretenden Obermeisterin wurde Gisela Held aus Olching gewählt. Komplettiert wird der Vorstand von Catherine Boulanger aus Fürstenfeldbruck, Katharina Hindl aus Eichenau, Bettina Zellhuber aus Olching und Johanna Wieser aus Maisach.

Aufgrund des Fachkräftemangels sollte man auf den Berufsinfomärkten präsent sein und auch in den Schulen Werbung für den tollen Friseurberuf machen, sagte Macha. „Und wenn wir auch in Zukunft gute Friseure haben wollen, dann müssen wir auch selbst ausbilden“, forderte sie. Ansonsten dürfe man sich in ein paar Jahren nicht beschweren, wenn es keinen Friseurnachwuchs mehr gebe. Dabei sollte man auch erwägen, integrierte Bürger auszubilden.

Der Motor des Handwerks sind die Klein- und Mittelbetriebe, die überwiegend im handwerklichen Bereich, Dienstleistungsgewerbe und Einzelhandel tätig seien, sagte Kreishandwerksmeister Harald Volkwein in einem kurzen Grußwort. Die Kaufkraft der Brucker liege deutschlandweit über dem Durchschnitt, sodass sich im Landkreis gut verdienen lasse.

Er habe mit Leib und Seele das Amt als Obermeister engagiert, zielstrebig, willensstark mit Leidenschaft und handlungsorientiert ausgeübt, würdigte Friseurmeisterin Gisela Held die Verdienste von Josef Wieser, der im Anschluss der Laudatio zum Ehren-Obermeister der Brucker Friseure ernannt wurde. In seiner 23-jährigen Amtszeit wurde er mit der „Silbernen Ehrennadel“ für 15-jährige Obermeistertätigkeit für das bayerische Friseurhandwerk ausgezeichnet. Die „Goldene Ehrennadel“ verbunden mit der Ernennung zum Ehrenmitglied des Landesinnungsverbandes des bayerischen Friseurhandwerks erhielt Wieser für seine jahrelange Tätigkeit im Vorstand des LIV. „Als junger Friseur war für mich nicht immer klar, wie wichtig eine starke Standesorganisation ist. Erst im Laufe der Zeit wurde mir bewusst, dass wir nur als starke Gemeinschaft in der Politik und Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, sagte er. „Ich bin und bleibe aber ein Friseur aus Leidenschaft und werde euch immer verbunden bleiben.“ tb

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