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Der Zustand der Brücke an der S-Bahn-Station in Gernlinden ist „jenseits von Gut und Böse“, so ein Experte. 

Teure Sanierung

Die zwei Gernlindner Problem-Brücken

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Wohl im Jahr 2020 – genau weiß es keiner – müssen in Gernlinden zwei große Brücken saniert werden: die Überführung Merianstraße und die Fußgängerbrücke an der S-Bahn-Station. Das wird die Gemeinde Maisach Millionen kosten.

Gernlinden– Dass beide Bauwerke reparaturbedürftig sind, ist schon länger bekannt. Jetzt hat ein Experte im Gemeinderat erstmals Pläne für die Brücke an der Merianstraße vorgestellt. Es gibt mehrere Varianten.

Das Gremium tendiert im Moment dazu, nur die Träger zu ersetzen. Chlorid hat den Zement massiv beschädigt. Das wird laut Fachmann rund eine Million Euro kosten – „das Equipment ist am teuersten“, sagte er. Denn es müssen zwei Spezialkräne gemietet werden.

Auch die von der Bahn vorgegebenen Sicherheitsvorschriften werden teuer: Über etwa ein dreiviertel Jahr hinweg muss die Baustelle abgesperrt und überwacht werden, damit der Verkehr auf den Gleisen möglichst nahtlos weiterläuft. Der Fachmann schätzte den finanziellen Aufwand, der für die Bahn betrieben werden muss, auf rund 300 000 Euro, die allerdings in der Gesamtsumme bereits eingerechnet seien. Überlegt wird, ob die Brücke bei vergleichsweise geringen Mehrkosten zugunsten des Gehwegs verbreitert wird.

Die Bauarbeiten werden sich auch deshalb hinziehen, weil nur am Wochenende und nachts gewerkelt werden kann. Laute Stemmarbeiten, so das Versprechen, sollen wegen der nahen Wohnbebauung tagsüber stattfinden.

Die Bahnstrecke selbst wird nur wenige Tage gesperrt sein – und für die Genehmigung der Sperrung braucht die Bahn etwa zwei bis drei Jahre Vorlauf. Die Züge auf der Strecke München – Augsburg müssen dann über Ingolstadt umgeleitet werden.

Für Autofahrer wird die Brücke aber das ganze dreiviertel Jahr lang komplett dicht sein. Eine teilweise Durchfahrt oder nur einseitige Sperrung sei zu teuer und zu kompliziert, hieß es.

Die Variante eines kompletten Neubaus, etwa doppelt so teuer, wird derzeit trotz möglicher Zuschüsse eher ausgeschlossen. Ein Neubau käme aber bei der vom winterlichen Salzen zerstörten Fußgängerbrücke an der S-Bahn-Station in Frage. Denn hier müssten auch neue Rampen gebaut werden – die jetzigen haben eine Neigung von zehn statt der vorgeschriebenen sechs Prozent. Geprüft wird nun, ob eine neue Fußgängerbrücke weiter östlich gebaut wird. Bis diese fertig ist, könnte die alte Überführung weiterbenutzt werden. Gebaut werden muss wegen der Sperrung der Bahnstrecke gleichzeitig mit der Merianstraße. Möglich wäre aber auch eine Unterführung. 

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