Fehlende Reparatur

Maisachs Bahnhöfen geht´s nass nei

Maisach/Gernlinden - Seit fünf Jahren gibt es an den S-Bahnhöfen Maisach und Gernlinden undichte Stellen in Überdachungen. Die Gemeinde fragt regelmäßig bei der Bahn nach, wann repariert wird. Bisher ohne Erfolg.

Seit 2011 ist keine Bürgerversammlung in Maisach und in Gernlinden vergangen, in der die leidige Angelegenheit nicht angesprochen wurde: Wann werden die Dachflächen von der Bahn abgedichtet? In den ersten Jahren fragten die Pendler noch hoffnungsvoll. Mittlerweile wartet Bürgermeister Hans Seidl (CSU) gar nicht mehr auf das Nachhaken, sondern packt das Thema gleich in seinen Bericht. An der Antwort ändert das freilich nichts.

 Der Rathauschef kann nur immer wiederholen, dass die Gemeinde Jahr für Jahr bei der Bahn um die Sanierung bittet – und mehr nicht tun kann. Bis dato verhallten die Anfragen  immer. In Gernlinden ist das Dach am Abgang von der Fußgängerbrücke zum Bahnsteig betroffen, in Maisach das waagrechte Dach über dem Bahnsteig. Jeweils an ein paar Stellen tropft es bei Regen und Schnee auf die Pendler herunter. „Die meisten wissen inzwischen schon, wo man besser nicht gehen oder stehen sollte“, sagt Seidl, „aber das ist ja kein Zustand.“

 Den Bürgermeister ärgert, dass es die Bahn in fünf Jahren nicht einmal zu einer Stellungnahme geschafft hat. „Wir schreiben jedes Jahr eine E-Mail, aber von denen kommt nichts.“ Auf der anderen Seite will er aber auch nicht unfair sein: Seidl betont, dass die Stellen, die im Winter wegen des heruntertropfenden Wassers glatt sein könnten, immer besonders gut gestreut seien. Die Bahn sichere also wenigstens die Wege.

Die Mails aus dem Maisacher Rathaus gehen übrigens immer an die so genannte 3S-Zentrale und damit indirekt an den Unternehmensbereich mit dem Namen DB Station & Service AG. Unter den drei „S“ werden dort Service, Sicherheit und Sauberkeit auf allen Bahnhöfen verstanden. Kein „S“ scheint für Schnelligkeit reserviert zu sein. Aber Seidl will hartnäckig bleiben, manchmal bringt das etwas: So wie bei der Lärmschutzwand am Bahnhof Gernlinden.

 Nach fast zehn Jahren des Reklamierens bei der Bahn (und einem kleinen Tagblatt-Bericht) wurde dort eine Fluchttür für Rettungskräfte eingebaut. Bei der Deutschen Bahn will man von undichten Stellen in den Bahnhofsdächern nicht wissen. Das Problem liege vielmehr woanders. So habe man bei einer Überprüfung festgestellt, dass es im Wesentlichen dann von den Dächern tropft, wenn die Entwässerung nicht richtig funktioniert und sich Pfützen auf dem Dach bilden, erklärt ein Sprecher des Unternehmens. Deshalb würden die Abläufe jetzt regelmäßiger gereinigt. Eine Erneuerung der Dächer sei derzeit nicht in Planung, so der Sprecher weiter. Das Bahnsteigdach in Gernlinden sei zum Beispiel relativ neu. Es sei erst im Zuge des barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofs neu errichtet worden. (zag, mk)

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