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Der 100-Jährige hält sich auf dem Trimm-Dich-Rad fit, da staunen die Gratulanten: (v.l.) Bürgermeister Hans Seidl, sein Vize Roland Müller, der Jubilar Sebastian Engelschalk, seine Frau Elisabeth, sein Enkel Maximilian Holzscher, seine Tochter Evelyn Engelschalk und Dritte Bürgermeisterin Waltraut Wellenstein.

Jubeltag im Schaltjahr

100-Jähriger feiert seinen 25. Geburtstag

Malching – Sebastian Engelschalk ist das, was man einen rüstigen Rentner nennt: Er hat ein ganzes Jahrhundert auf dem Buckel, aber trotzdem ist er jeden Tag mit seinen Wanderstöcken draußen unterwegs. Am 29. Februar 1916 in München-Sendling geboren, hat der Kunstgießer zwei Weltkriege über-, das Wirtschaftswunder und den Kalten Krieg erlebt.

Wie er auch mit 100 Jahren noch so fit ist, erklärt er gerne mit einem verschmitzten Lächeln: „Ich bin ja eigentlich erst 25.“ Denn das Schalttagskind kann nur jeden vierten Geburtstag direkt am richtigen Datum feiern. Sebastian Engelschalk brachte als Kunstgießer alles Mögliche in Form: Güsse für Skulpturen, Grabinschriften und Friedhofsfiguren. In den 1950er-Jahren gründete er eine eigene Firma. Drei bis vier Angestellte beschäftigte Engelschalk erst in München, später in Malching. Stolz zeigt er auf seine Werke im Wohnzimmer, zum Beispiel die Statuette eines Afrikaners in traditionellen Gewändern.

Seit er 1988 in den Ruhestand gegangen ist, hat Engelschalk Zeit für seine langen Spaziergänge durch Malching und Maisach. Mit Nordic-Walking-Stöcken fühlt sich der Hundertjährige sicher, er geht bei jedem Wetter an die frische Luft. Sein Fitness-Programm könnte sich so mancher zum Vorbild nehmen: Im Wohnzimmer der Engelschalks steht ein Trimm-dich-Rad, das der Malchinger regelmäßig fährt.

Weniger gern sieht es Ehefrau Elisabeth (84), wenn ihr Mann Brennholz schneidet – mit der Kreissäge. „Da kann doch nichts passieren“, versichert der Jubilar. Ihm mache die Arbeit eben Spaß. Seit ein paar Tagen hat er Hilfe von Enkel Maximilian, der in Australien lebt und mit Mutter Evelyn für den 100. Geburtstag angereist war. Evelyn Engelschalk ist vor über 20 Jahren ausgewandert, 1993 haben Sebastian und Elisabeth Engelschalk sie und die beiden Enkel dort besucht. Nach Australien will Engelschalk nicht mehr reisen, aber mobil ist er immer noch – auch mit dem Auto. Sein Tipp fürs Fit-Bleiben: „Wenn man sich von nichts aufregen lässt, kann man sich einfach so durchschlängeln."

Maria-Mercedes Hering

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