Wegen Randale in den vergangenen Jahren

Burschen sagen Kehraus-Party ab

Mammendorf - Nach der Randale an den Faschingsdienstagen der vergangenen beiden Jahre ziehen Mammendorfs Burschen die Konsequenzen. Erstmals seit vielen Jahren gibt es heuer keine Kehraus-Party im Bürgerhaus.

Der Umzug am Faschingsdienstag zieht jedes Jahr zwischen 5000 und 8000 Besucher an. Ebenso erfreut sich der anschließende Kehraus seit Jahren wachsender Beliebtheit – zuletzt allerdings einer viel zu großen Beliebtheit. Trotz Sicherheitsmaßnahmen wurde das Bürgerhaus in den vergangenen beiden Jahren von Menschenmassen praktisch gestürmt. Es kam zu Schlägereien, Körperverletzungen und Randale.

"Wenn etwas passiert, ist der Teufel los"

 „Der Ansturm auf das Bürgerhaus wurde einfach zu groß“, begründet nun der Kulturreferent der Gemeinde, Anton Fasching, die Absage für heuer. Ins überfüllte Bürgerhaus konnten keine Gäste mehr eingelassen werden, die Lage drohte zu eskalieren. „Teilweise kamen Faschingstreibende nach dem Umzug aus Olching mit der S-Bahn und wollten mitfeiern“, sagt Fasching. Wenn dann auch noch schlechtes Wetter herrschte, kam es häufig unter den Einlassbegehrenden zu Streitigkeiten. Veranstalter des Festes ist der Burschenverein. Dessen Vorsitzender Valentin Daubner sagt: „Es ist nicht mehr tragbar, in dem Gebäude einen Kehraus zu veranstalten.“

 550 Personen seien laut Landratsamt für das Gebäude zugelassen. „300 weitere aber standen vor dem Eingang und es kam zu Randale. Es ist nicht mehr zu verantworten. Wenn etwas passiert, ist der Teufel los.“ Die 19 Securityleute, die man benötigte, mussten Schwerstarbeit verrichten. Ein Sicherheitsmann wurde einmal sogar zusammengeschlagen. Er hatte versucht, Leute abzuwehren, die über ein Toilettenfenster ins Bürgerhaus kommen wollten, wie die Polizei berichtet (siehe Kasten). Ganz aufgeben will der Burschenverein aber nicht. „Den Kehraus in Mammendorf wird es auch in Zukunft geben“, sagt Daubner. „Wir werden wieder einen organisieren.“

 Dem Burschenverein schwebt dabei vor, den Faschingsausklang zukünftig in einem großen Zelt auf dem Volksfestplatz an der Ahornstraße durchzuführen. „Für heuer war die Zeit aber einfach zu kurz, um das zu stemmen. Wenn wir etwas machen, dann hat das 100 Prozent und nicht 80 Prozent.“ Die Wirtsleute des Bürgerhauses, Jozo und Nedijlko Lucic, sind von der Absage verständlicherweise wenig begeistert. Doch sie akzeptieren die Entscheidung. Das Bürgerhaus bleibt am Faschingsdienstag geschlossen. Zusätzlich werde die Polizei als Vorsichtsmaßnahme den Jahnweg zum Bürgerhaus absperren, berichtet Anton Fasching. Er weist auch daraufhin, dass die am Umzug in Mammendorf beteiligten Faschingswagen sowohl bei der Anfahrt, als auch nach der Zugauflösung bei ihrer Rückfahrt über die Bundesstraße 2 nicht mit Personen, außer dem Fahrer, besetzt sein dürfen.

Das sagt die Polizei

Die große Masse der Menschen und der Alkohol, dem offenbar massivst zugesprochen wurde: Das sind verkürzt gesagt aus Sicht der Polizei die Gründe für die Zustände an den letzten beiden Kehraus-Partys in Mammendorf. Die Burschen als Veranstalter hätten wirklich alles nur Erdenkliche unternommen, um die Lage zu kontrollieren, sagt Polizeisprecher Michael Fischer. Ihnen sei nicht der geringste Vorwurf zu machen. Die Stimmung sei hochexplosiv gewesen, einige Faschingsteilnehmer trugen massive Verletzungen davon. Die Polizei will die Burschen bei der Erstellung eines Konzepts für die Zeltparty auf jeden Fall begleiten. „Ich hoffe, wir bekommen etwas Vernünftiges hin“, sagt Fischer. (dm/st)

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