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Alarm bei Firmen: Energiekrise, Inflation und Fachkräftemangel

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Von: Dieter Metzler

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Taschenrechner mit dem Wort Inflation liegt auf Euroscheinen als Symbolbild zum Thema Inflation in der Eurozone.
Wegen Energiekrise und Inflation gibt es aktuell einige Einmalzahlungen für Bürger:innen. Wie wirken sich diese auf die Rente aus? (Symbolbild) © IMAGO

Wirtschafts- und Energiekrise waren Hauptthemen der IHK-Regionalausschuss-Sitzung in Mammendorf. Firmenchefs tauschten sich über ihre Sorgen aus.

Mammendorf - Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer für München und Oberbayern, Peter Kammerer, sprach bei dem Treffen von einem „Unsicherheitsschock“. Die Unternehmen wüssten nicht, wie es weitergeht. Eine gute Auftragslage nütze nichts, wenn man Kostensteigerungen, Zuliefer- und Logistikprobleme sowie Fachkräftemangel zu verkraften habe. „Wir haben mit zehn Prozent momentan die höchste Inflation seit 1950“, sagte Kammerer.

Getrieben vom Energie-Problem

Die Inflation werde getrieben vom Thema Energie. Die Lage am Gas- und Strommarkt habe sich dramatisch verschärft. 44 Prozent der Unternehmen sagen laut Energiewendebarometer, dass sie am Standort Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig sind, in der Industrie sind es 63 Prozent. Jedes fünfte Unternehmen überlegt, Teile ins Ausland zu verlegen.

„Wir brauchen eine mittel- und langfristige Strategie, wie wir unsere Energieerzeugung sichern“, so Kammerer. Über einen Blackout zu sprechen halte er für fahrlässig. „Ich glaube aber, wir haben ein paar harte Jahre vor uns.“

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Christian Huber vom Baustoff-Zentrum Olching berichtete von extremen Preissteigerungen bei gewissen Gewerken. Zudem haben die Preisexplosionen dazu geführt, dass weniger gebaut werde. Aufträge werden noch abgearbeitet, aber es kämen kaum neue. „Planungssicherheit ist derzeit nicht vorhanden“, sagte Gastronom Harry Faul vom Maisacher Bräustüberl. Sein größtes Problem sei das fehlende Personal. Aushilfen, die früher die Spitzenzeiten abgedeckt haben, gebe es nicht mehr.

Wie wirken die Bremsen?

Gerhard Kohlfürst vom Restaurant Fürstenfelder berichtete von zum Jahresende auslaufenden Verträgen bei Gas und Strom. „Preisbremsen sind in aller Munde, aber keiner weiß, wie die aussehen, wen die betreffen“, kritisierte er.

Der Olchinger Braumanufaktur hat der regionale Stromanbieter gekündigt. „Ich kann doch deshalb nicht den Kasten Bier um 25 Prozent erhöhen“, meinte Chef Guido Amendt. „Für uns als Braubetrieb sind die Energiepreise ein Debakel.“

Steigende Preise und Energiekosten seien ärgerlich, meinte Sandra Pabst, Geschäftsführerin der Elektronik und Feinwerktechnik GmbH aus Germering. „Sie halten sich in unserer Firma aber noch im Rahmen.“ Ihrem Unternehmen machen vielmehr die steigenden Personalkosten zu schaffen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

„Ich glaube, dass diese Energiekrise genauso endlich ist wie die Corona-Krise“, sagte Jürgen Biffar, Gründer der DocuWare GmbH aus Germering. Schlimmer sei der Fachkräftemangel. Die Politik habe sich in den letzten 20 Jahren geweigert, ein vernünftiges Zuwanderungsgesetz zu verabschieden.

„Wir haben sicherheitshalber einen alten Öltank schon mal reaktiviert“, berichtete Maik Horbas, Prokurist von Cewe-Color aus Germering, auch wenn die Energie in seiner Firma nicht so eine große Rolle spiele. Vielmehr seien die Preissteigerungen beim Rohstoff Papier für die Firma eine große Belastung.

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