Sicherte den Bauern ihre volle Unterstützung zu: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (sitzend rechts).
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Sicherte den Bauern ihre volle Unterstützung zu: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (sitzend rechts).

CSU-Ministerin Kaniber zu Besuch

Auflagen zum Tierwohl: Landwirte in großer Sorge - „total unrealistisch“

  • VonDieter Metzler
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Landwirte in Bayern sind in Sorge, was die Umsetzung der Auflagen zum Tierwohl angeht. Ministerin Michaela Kaniber (CSU) beschwichtigt.

Mammendorf – Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) hat bei einem Besuch in Mammendorf den Landwirten ihre volle Unterstützung zugesagt. Die Landwirte hatten bei einer Diskussionsrunde Sorgen geäußert, was die Umsetzung der Auflagen im Sinne des Tierwohls angehe. Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler (CSU) war Kaniber auf den Färberhof der Familie Josef Mayer gekommen. „Wir sind nicht nur im Wahlkampf auf Bayerns Höfen unterwegs“, stellte Kaniber klar. Über Jahre hinweg nehme sie sich der Probleme an, die rund um die Landwirtschaft präsent sind. Leider sei die Welt aber nicht immer so, „wie wir uns sie wünschen“, meinte Kaniber. Sie spielte damit auf die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat mit mittlerweile elf grünen Umweltministern und acht grünen Agrarministern an, „die mitnichten das unterstützen, was eine CSU in Bayern gerne hätte“. Kaniber weiter: „Dieses Land würde nicht so ausschauen, wie es ausschaut, wenn wir die Bauernschaft nicht hätten.“

Einen großen Raum der Diskussion nahm das Tierwohl ein. So soll sich die Nutztierhaltung klar daran ausrichten. Alles andere würde von der Gesellschaft nicht mehr akzeptiert. Es soll Tierwohl-Prämien geben und Investitionszuschüsse für einen Stallumbau.

Neue Auflagen zum Tierwohl: Konventionelle Landwirte in Sorge

Eine Dachauer Bäuerin, die einen Schweinemastbetrieb unterhält, kritisierte allerdings die lange Dauer für die Gewährung des Zuschusses. Für Planung und Genehmigung eines Stallumbaus würden mindestens drei Jahre vergehen. Das sei total unrealistisch, denn wer weiß, was in drei oder fünf Jahren wieder sei. Engelbert Jais, Metzger-Obermeister der Brucker Innung und Geschäftsführer des Brucker Schlachthofs, hat Angst, dass die tierhaltenden Betriebe so wenig werden, dass die kleinen Metzgereien im Landkreis die Tiere in der Region nicht mehr kaufen können. Zudem würden die Auflagen immer mehr werden, die die kleinen Betriebe nicht mehr erfüllen können.

Auflagen zum Tierwohl in Bayern: Landwirtschaftsministerin Kaniber (CSU) nimmt Bauern die Angst

Man habe keine Planungssicherheit bei den Auflagen zum Tierwohl, kritisierte Landwirt Josef Wörle. Er habe jede Idee mitgemacht. Doch nach zwei Jahren war das Programm in der Regel Standard. „Die Landwirtschaft hat genug“, sagte er. „Wir wissen alle, die Viehhaltung ist nicht mehr gewollt.“ Die Tierhaltung stehe schwer in der Kritik, sagte der Dachauer Landwirt Josef Riedlberger. „Wenn wir die Tierhaltung verlieren, verlieren wir an Wertschöpfung.“ Das sei ein großes Dilemma, das die Politik lösen müsse. Ein weiterer Dachauer Landwirt wünschte sich eine Klarstellung über die Kombinationshaltung aus Anbindehaltung und Weidegang. Es sei eine große Unsicherheit vorhanden, für was Bayern stehe. Die Kombihaltung werde erhalten bleiben, stellte Kaniber klar, nachdem sie in ihrer Regierungserklärung den zügigen Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung gefordert hatte.

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