Gemeinde sucht Dialog

B 2-Umfahrung: Jetzt diskutieren die Bürger

Mammendorf - Die Bundesstraße B 2 verläuft direkt durch Mammendorf. Die Gemeinde möchte deshalb seit Jahren eine Umgehung. Doch nun sind Bürger gegen die geplante Südtrasse – und die Gemeinde sucht den Dialog.

Nach Prüfung mehrerer Varianten hatte sich der Gemeinderat vor zwei Jahren für eine südliche Umgehung entscheiden und dann vor einem Jahr beschlossen, die Trasse vorsorglich im Flächennutzungsplan festzusetzen. Doch nun meldeten sich Gegner zu Wort: Im Rathaus liegen zwei Schreiben vor, die als Gegenargumente eine beträchtliche Lärmbelästigung und die Zerstörung schützenswerter Lebensräume ins Feld führen. Darüber könne man nicht hinwegsehen, sagte Bürgermeister Josef Heckl (BGM) im Gemeinderat. Zumal ein Brief von 87 Unterstützern unterschrieben ist. „Ich denke, die Umfahrung ist eine wichtige Entscheidung für die Gemeinde. Deswegen sollten wir die Bürger beteiligen.“

Heckl stellte die Idee eines Ratsbegehrens vor: So könnten die Mammendorfer direkt über den Plan abstimmen. Er habe mit dem Gemeindetag und der Kommunalaufsicht Verbindung aufgenommen und auch den Wortlaut für ein mögliches Ratsbegehren abgeklärt. Die Frage an die Bürger könnte so lauten: „Sind Sie dafür, dass sich die Gemeinde Mammendorf für die Realisierung der Südtrasse zur Ortsumfahrung der Bundesstraße 2 weiter einsetzt und das entsprechende Flächennutzungsplanverfahren (27. Änderung) fortführt?“

Vize-Bürgermeister Peter Muck (CSU) war auch dafür, die Bürger zu befragen: „Es ist schade, dass man jetzt versucht, das zu stoppen. Seit 30 Jahren wird darüber diskutiert. Wir sollten uns nichts verbauen und an der Trassenfestlegung festhalten.“

Infoveranstaltung statt Ratsbegehren

Altbürgermeister Johann Thurner (BGM) dagegen hält ein Ratsbegehren zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht. Im Bundesverkehrswegeplan sei die Mammendorfer Umgehung enthalten. Sollte die Trassenfestlegung durch die Abstimmung seitens der Bürger herausfallen, könnte es passieren, dass der Bund womöglich die Nordtrasse baut, befürchtet er. Die Süd-Vari-ante biete aber die größte Effizienz und sei zugleich der kleinste Eingriff. „Ich wehre mich nicht gegen Demokratie, aber dann zum richtigen Zeitpunkt.“

Dritter Bürgermeister Manfred Heimerl (FW) schlug schließlich vor, die Bürger in einer Informationsveranstaltungen intensiv aufzuklären. „Dann können wir immer noch über ein Ratsbegehren nachdenken.“ Dabei sollten alle Beteiligten – vom Verkehrsplaner und Landschaftsarchitekten bis hin zum Bund Naturschutz – vertreten sein.

Benjamin Miskowitsch (CSU) meinte: „Die Kreisstadt ist ein Paradebeispiel verhinderter Verkehrspolitik. Soweit sollten wir es in Mammendorf nicht kommen lassen. Die Einwendungen der Bürger sagen uns, dass wir nachjustieren müssen. Aber deswegen brauchen wir meiner Meinung nach kein Ratsbegehren.“

Am Ende der lebhaften Diskussion kam der Gemeinderat überein, eine Infoveranstaltung im Bürgerhaus zu initiieren. „Wir werden das Anliegen dem Haupt- und Finanzausschuss vortragen, dann sehen wir weiter“, sagte Heckl.

von Dieter Metzler

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