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Gut gelaunt und stilbewusst: Bei der Verkleidung dieser Dame stimmte sogar die Farbauswahl. Insgesamt schauten sich rund 3500 Besucher den Mammendorfer Faschingszug an. 25 Motivwagen und 13 Fußgruppen waren dabei. 

3500 Besucher feierten

Beim Mammendorfer Gaudiwurm ist die Welt noch heil

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Beim Mammendorfer Gaudiwurm ging es so kurz vor den Wahlen nicht um Politik, sondern nur um den Spaß. Rund 3500 Besucher schauten sich das Spektakel an. 

Mammendorf – Die Faschingsfreunde ließen sich die Stimmung aber von den Windböen und dem leichten Nieselregen nicht verderben, als sich der Gaudiwurm durch die Augsburger Straße in Bewegung setzte. Mammendorf zählt neben Olching, Gernlinden und Moorenweis zu den Faschingshochburgen im Landkreis. Traditionell wurde der Zug von der Lokomotive aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ mit Bürgermeister Josef Heckl und Kulturreferent Anton Fasching angeführt. Danach schlossen sich abwechselnd 25 Motivwagen und 13 Fußgruppen an.

Mit Vollgas unterwegs: die Landjugend aus Puch und Biburg mit ihrem Wagen.

Eine Beobachtung eines aufmerksamen Besuchers lautete: In Mammendorf ist die Welt noch heil. Kurz vor den Kommunalwahlen beschäftigte sich kein einziger Motivwagen mit Politik. „Was soll in Mammendorf auch aufs Korn genommen werden?“, meinte Zweiter Bürgermeister Peter Muck. „Wir schlägern nicht im Gemeinderat, sondern gehen danach noch alle schön ein Bier trinken.“

Was guckst du? Ein klimabewusster Clown.

Aber es gab haufenweise kreative Ideen. Die Landjugend Puch und Biburg fand: Es gibt nur ein Gas, nämlich Vollgas. Damit wurde das Tempolimit auf der Autobahn lustig in Szene gesetzt. Der ortsansässige Burschenverein bewegte sich thematisch bewusst auf neutralem Boden. „Wir haben uns mit dem Thema Football und Cheerleader ein völlig unverfängliches Thema ausgewählt“, erzählt Vize-Vorsitzender Simon Kern. Der Adelshofener Sportstammtisch „Adlshofa Amper Flößer Bier Club“, der sich noch schnell nachträglich in den Gaudiwurm geschmuggelt hatte, nutzte seinen Motivwagen gleich in eigener Sache: Er machte Werbung für seine Floßfahrten auf der Amper ab Mitte Juli. „Das machen wir seit vier, fünf Jahren“, klärte Stefan Klaß auf.

Hattenhofener Burschen nahmen gleich an vier Zügen teil

Besonders eifrig waren die Hattenhofener Burschen heuer. Sie nahmen gleich an vier Zügen teil: München, Untermühlhausen, Moorenweis und nun Mammendorf. Das Thema: „Das Böse ist immer und überall“, erklärt der Burschen-Chef Maxi Dosch. Angespielt wird hier auf einen Banküberfall in Hattenhofen und einen Einbruch im Sportlerheim. Nach dem gut anderthalbstündigen Spektakel, das zugleich der Höhepunkt des Straßenfaschings ist, trafen sich zum Ausklang der diesjährigen Faschingsgaudi die Narren auf dem Vorplatz des Bürgerhauses zur großen After-Show-Party.

Auch etliche Brucker wurden beim Umzug in Mammendorf gesichtet. „Es ist schade, dass es in der Kreisstadt keinen Faschingszug mehr gibt, obwohl in der Stadt mit den Faschingsfreunden und der Heimatgilde zwei große Faschingsvereine existieren“, meinte eine Besucherin. Der letzte Umzug fand 2012 in der Kreisstadt statt. Und eine andere Kreisstädterin mit zwei drei- und fünfjährigen Kindern an der Hand sagte: „Wir gehen gern nach Mammendorf zum Umzug, weil hier nicht so ein großer Andrang herrscht und es nicht so stressig zugeht wie in Olching.“

Bitte lächeln: Auch die Kleinen marschierten schon mit.

Landtagsmitglied sowie Gemeinderat Benjamin Miskowitsch (CSU), der sich auch heuer wieder als Ersthelfer des BRK zur Verfügung stellte, meinte: „Bei uns findet eher ein familiärer Umzug statt, wo es wirklich noch gemütlich zugeht.“ Heile Welt eben.

Die Prämierung

Am Ende durften sich einige Teilnehmer über eine Prämierung freuen. Bei den Motivwagen: 1. Etti‘s Bayern Stüberl (Hattenhofen); 2. Dünzelbach mit dem Thema „Lego“; 3. Mammendorfer Feuerwehr mit dem Thema „Maibaum; Bei den Fußgruppen: 1. Alfinetawepe Thema Zirkus (Mammendorf); 2. K.B.V Mammendorf mit „Münchner im Himmel“; 3. Basketball Mammendorf, Thema Kuhglocken; weiterer 3. Moorenweis/Purk, Thema Klassenzimmer

Am Montag ist ein Auto in Hessen in einen Faschingszug gerast. Zahlreiche Besucher wurden teils schwer verletzt. Viele Menschen im Landkreis beschäftigt daher die Frage, wie sicher die Faschingsumzüge sind.

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