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In Gedanken: Die Autorin Christine Richter.

Nannhofener Autorin veröffentlicht zweites Werk

Blick in die Psyche eines Serienkillers

Nach ihrem Kinderbuch „Es war einmal in Irland“ hat die Nannhofener Autorin Christine Richter ihr zweites Buch veröffentlicht. Der Unterschied zum Erstling könnte größer kaum sein: „Eingemachtes“ ist ein Psycho-Thriller über einen brutalen Serienkiller.

NannhofenFreundschaft und Toleranz waren die Themen in Christine Richters erstem Buch. Dass die 65-Jährige diesmal einen völlig anderen Weg einschlägt, wird gleich zu Beginn der Buchbeschreibung des Verlags deutlich, wo nun folgende Schlagworte prangen: Angst, Blut, Tränen. Und auch das Buchcover mit einem blutverschmierten Messer hat nichts mehr mit der freundlichen Elfe von „Es war einmal in Irland“ gemein.

In „Eingemachtes“ schlägt ein brutaler Serienmörder zu, der Frauen in einem Wald auflauert, sie ermordet und nach einem Eingriff die verstümmelten Leichen zurücklässt. Der Untertitel „Der Uterussammler“ lässt die psychischen Abgründe des Täters bereits erahnen. In dem spannenden Szenario heftet sich der selbst psychisch angeschlagene Kommissar Joe Malek an dessen Fersen. Statt Feen nun also Killer und statt Kobolde ein Kommissar. „Kinderbücher werden leider immer weniger gelesen“, sagt die Nannhofenerin. „Das ist schade.“ Zwar habe sie noch zahlreiche Ideen für weitere Kinderbücher. Allerdings möchte sie – wie jeder Autor – ein breites Publikum ansprechen. „Und da ich selbst ein Thriller-Fan bin, hab ich mir gedacht: Dann schreib ich halt sowas.“

Nicht nur das Thema Serienkiller erinnert dabei an die Tradition skandinavischer Psychothriller. „Eingemachtes“ spielt zur Weihnachtszeit im tiefsten Winter. In vielen Szenen tobt ein Schneesturm und trägt zur schaurigen Stimmung des Buches bei. Und auch Kommissar Malek hat ausgeprägte Ecken und Kanten, wie man sie in ähnlicher Form zum Beispiel von einem Kurt Wallander aus Henning Mankells Schwedenkrimis kennt. Deshalb steht nicht nur der Fall des Serienmörders im Mittelpunkt, sondern auch das Leben des Ermittlers. Richter bedient sich dabei einer oft ruppigen Sprache, die zum ungehobelten Charakter des Kommissars Malek passt. „Das gehört einfach in so ein Buch rein“, sagt Richter. Daraus ergeben sich immer wieder pointierte Dialoge zwischen Malek und dem Gerichtsmediziner, der die Leichen obduziert.

Detailverliebt zeigt sich die Autorin bei der Beschreibung des Labors, in dem der Killer den Eingriff an seinen Opfern vornimmt. „Ich habe vieles aus meiner Vorstellungskraft beschrieben.“ Und wo diese nicht ausreichte, griff sie auf ihr Wissen aus gerichtsmedizinischen Sendungen im Fernsehen zurück. Die übrigen Einfälle ergeben sich bei Richter häufig aus nächtlichen Geistesblitzen. „Oft wache ich mitten in der Nacht auf und habe eine Idee“, sagt sie. Dann greift sie zum Notizblock und notiert alles.

Wie lange sie an ihrem zweiten Buch geschrieben hat, kann die Nannhofenerin gar nicht so genau sagen. „Ich schreibe meist schubweise: oft eine Zeit lang gar nicht, dann wieder fünf bis acht Stunden am Stück.“ Und das alles mit der Hand. Die Manuskripte tippt ihr Mann Stefan ab. Und auch Tochter Nathalie war in die Entstehung des Thrillers involviert: Wie schon bei „Es war einmal in Irland“ geht die Covergestaltung auf eine ihrer Zeichnungen zurück.

Gleich mehrere Verlage interessierten sich für Richters Manuskript. Am Ende ist sie aber beim Kern-Verlag geblieben, wo bereits ihr Erstlingswerk erschienen ist. „Man kann froh sein, einen festen Verlag zu haben“, sagt die 65-Jährige, die mit ihren Ideen noch nicht am Ende ist. Ein weiterer Thriller ist bereits in Arbeit. Danach wartet auch schon ein zweiter darauf, fortgesetzt zu werden.

„Eingemachtes“

ist mit der ISBN-Nummer 978-3-95716-2601-1 im Kern-Verlag erschienen und kostet 14,90 Euro. Das Buch ist auch als E-Book erhältlich.

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