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Ein Borkenkäfer kriecht über eine befallene Fichte. 2016 war geprägt vom Käferbefall.

Waldbesitzervereinigung

Borkenkäfer verdirbt die Holzernte

2016 war für die Waldbesitzer ein schlechtes Jahr: Der Borkenkäfer hat viel Schaden angerichtet, die Holzpreise sackten ab.

MammendorfDie Mitglieder der Waldbesitzervereinigung (WBV) Fürstenfeldbruck hatten sich zur Jahresversammlung in Mammendorf getroffen. Dort stellte Vorsitzender Josef Märkl fest: Es sei kein gutes Jahr für die Waldbesitzer gewesen. Denn der durch Sturm Niklas geschwächte Bestand zeigte ab August starken Käferbefall. Es mussten rund 20 000 Kubikmeter Käferholz eingeschlagen werden. Bayernweit summierte sich der Schaden auf drei Milliarden Euro. Nach Stürmen und Käferbefall sinken erfahrungsgemäß die Preise: Dann sind die Holzlager voll, und Käferholz eignet sich oft nur noch als Brennholz. Die Gewinne bei der Vermarktung sacken ab.

Das bestätigte WBV-Geschäftsführer Paul Högenauer: „Das Wirtschaftsjahr 2016 war geprägt vom kleinen Käfer – im August und September war es besonders schlimm.“ Vor allm die von Sturm Niklas betroffenen Wälder waren stark geschwächt: „Erst hatten wir Sturmholz, dann Käferholz.“ Ein solches Jahr halle erfahrungsgemäß nach: Es dauere rund zwei bis drei Jahre, bis es sich wieder einpendelt.

Die Waldbesitzer mahnte Högenauer zur Wachsamkeit. Sie sollten frühzeitig nach dem Borkenkäfer Ausschau halten: „Was sich im Frühjahr einbohrt, wird wieder fliegen.“

Positive Bilanz hingegen bei den Mitgliederzahlen: Obwohl sich der Brucker Landkreis klein und kompakt in Sachen Privatwälder präsentiere (die WBV-Mitglieder bewirtschaften 4578 Hektar), habe man einen Zuwachs von 22 Mitgliedern verzeichnet.

Allerdings wurde 2016 wenig Stammholz, dafür viel kaum vermarktbares Brennholz geerntet – klassisches Langholz tendiere zur Auslaufware. Wegen des milden Winters 2015/16 wurde kaum Brennholz nachgefragt, rund 800 Ster blieben übrig. Bei der alternativen Vermarktung (zum Beispiel Weiterverarbeitung zu Spanplatten) konnten nur rund 20 Euro pro Ster erwirtschaftet werden.

Wegen Sturm und Käferbefall ließen mehr als doppelt so viel Mitglieder, nämlich 455 Waldbesitzer, über die WBV Einschläge vornehmen. Mit aus diesem Grund verbuchte sie durch Dienstleistungen wie Holzeinschlag einen Gewinn von knapp 60 000 Euro.

Doch das stimme die WBV nicht positiv: „Die hohen Holzentnahmen nach Sturm und Käfer werden hoffentlich zurückgehen, damit vom Wald was übrig bleibt“, sagte Annette Höfner von der Geschäftsstelle.

Amtschef Hans-Jürgen Gulder plädierte erneut für einen sensiblen Waldumbau, der dem Klimawandel Rechnung tragen müsse. Der „Brotbaum“ Fichte dürfe künftig nicht mehr an gefährdeten sandigen Südhängen gepflanzt werden, an schattseitigen Nordhängen durchaus. Mittlerweile sei der Laubwaldanteil höher – damit wachse viel Potenzial für eine Naturverjüngung in den Brucker Wäldern heran. (akk)

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