Er ist völlig ausgerastet

Bub (12) in Mammendorfer Schule brutal verprügelt

An einer Mammendorfer Schule ist ein 12-jähriger Bub von einem Mitschüler (13) krankenhausreif geschlagen worden. Lehrer, Schüler und Eltern sind fassungslos. 

Mammendorf – An der Dorothea-von-Haldenberg Schule herrscht Fassungslosigkeit. Schüler, Eltern und Schulleitung sind schockiert über die Brutalität, mit der ein Sechstklässler seinen Mitschüler attackiert hat. Auch bei der Brucker Polizei ist man in Sorge. „So was lässt bei uns die Alarmglocken schrillen“, sagt der stellvertretende Inspektionsleiter Michael Fischer.

Der Angriff ereignete sich in der Pause vor dem Sportunterricht gegen 13 Uhr – aus einer Nichtigkeit heraus, wie Schulleiterin Claudia Bülau auf Nachfrage erklärt. „Ein Schüler ist extrem ausgerastet“, sagt die Rektorin. Mit Schlägen und Tritten soll der 13-Jährige seinen Mitschüler attackiert haben. Auch als der Jüngere bereits am Boden lag, soll der Angreifer sein Opfer weiter malträtiert haben.

Aufgrund der Heftigkeit des Angriffs wurde ein Rettungshubschrauber nach Mammendorf geschickt. Dieser flog den verletzten Schüler ins Klinikum nach Schwabing. Michael Fischer konnte gestern aber bereits vorsichtig Entwarnung geben. „Die Verletzungen waren offenbar nicht so gravierend, wie anfangs gedacht.“

Jetzt geht es für Polizei und Schule um die Aufarbeitung des Vorfalls. Der Jugendsachbearbeiter der Inspektion werde die Ermittlungen übernehmen, sagt Fischer. Der Beamte werde das Gespräch mit Schulleitung, Schülern und Eltern suchen. Dabei soll etwa herausgefunden werden, ob es eine Vorgeschichte zu dem Angriff gibt. Fischer: „Da kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“

Nach dem Vorfall soll ein Disziplinarausschuss tagen

Das sieht auch die Schulleiterin so. Von vorangegangenen Streitigkeiten zwischen den Beteiligten, beide deutscher Herkunft, sei ihr aber nichts bekannt, sagt Claudia Bülau. Die Auseinandersetzung sei plötzlich entstanden. Um was es dabei gegangen ist, müsse man jetzt herausfinden. Der verletzte Schüler sei aber nicht ganz unschuldig an dem Streit gewesen.

Um die Auseinandersetzung aufzuarbeiten, soll bald ein Disziplinarausschuss tagen. Lehrer, Schulleitung, Eltern, der Jugendsozialarbeiter und ein Vertreter des Jugendamtes sollen den Vorfall aufklären und über das weitere Vorgehen beraten. Zudem sei ein runder Tisch geplant, bei dem über den weiteren Umgang mit dem mutmaßlichen Täter beraten wird.

Denkbar seien Maßnahmen, die von einem verschärften Verweis bis zum Schulausschluss reichen, erklärt Bülau. Dabei gehe es zum einen um den Schutz der anderen Schüler vor potenziellen weiteren Attacken. Aber auch der pädagogische Nutzen eines möglichen Ausschlusses müsse geprüft werden.

Rein rechtlich hat der 13-Jährige für den Angriff keine Konsequenzen zu befürchten. Er ist noch strafunmündig. Der Vorfall in Mammendorf ereignete sich nur wenige Tage nach Bekanntwerden schwerer Vorwürfe gegen die Mittelschule in Olching. Auch dort soll es zu brutalen Übergriffen unter Schülern gekommen sein.

Von Tobias Gehre

Rubriklistenbild: © dpa / Armin Weigel

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